Archive for November 2012

Die bio-soziale Bedeutung der früh einsetzenden Pubertät

25. November 2012

Laut einer aktuellen Studie, die am 20. Oktober 2012 in der Fachzeitschrift Pediatrics online veröffentlicht wurde, beginnt bei Jungen die Pubertät sechs Monate bis zwei Jahre früher als in zurückliegenden Jahrzehnten, was einen ähnlichen Trend bei Mädchen widerspiegelt. Für die mechanistische Medizin macht dieser Befund überhaupt keinen Sinn, aber dem bio-sozialen funktionellen Denken zufolge ist er voller Bedeutung.

Entgegen der landläufigen Meinung ist die Kindheit keine asexuelle Zeit, sondern Produkt der Hemmung der Sexualität. Die Eindämmung der Sexualenergie während der sogenannten sexuellen Latenzperiode ist Ergebnis der durch soziale Kräfte hervorgerufenen Panzerung von Kindern. Die Notwendigkeit für diesen Panzerungsprozeß lag darin begründet, daß sie die soziale Struktur der vergangenen autoritären Gesellschaftsordnung aufrechterhielt. Als um 1960 herum die autoritäre Ordnung der westlichen Gesellschaft aufzubrechen begann, wurde sie in Anti-Autoritarismus umgeformt. Diese Umwandlung wurde überall in der Bevölkerung, einschließlich der Kinder, vom Zusammenbruch der im Panzer enthaltenen repressiven Kräfte begleitet. Der Zusammenbruch der sexuellen Repression, die das Fundament der autoritären gesellschaftlichen Ordnung war, ist direkt verantwortlich für den früheren Beginn der Pubertät, den wir jetzt beobachten.

Allerdings hat die Aufhebung der sexuellen Repression, die zum früheren Auftreten der Pubertät führt, nicht dazu beigetragen, die Kinder darauf vorzubereiten, mit der vollen Kraft an sexueller Energie naturgemäß umgehen zu können. Da die heutige anti-autoritäre Form der sozialen Panzerung nicht zwischen gesunden und perversen Formen des sexuellen Ausdrucks unterscheidet, hat sie auf die Entwicklung von Kindern tatsächlich sexual-verneinendere Auswirkungen als die sexuellen Einstellungen der autoritären Gesellschaftsordnung der Vergangenheit. Folge ist, daß man die Kinder hängenläßt. Sie wissen nicht, wie mit der Intensität ihrer sexuellen Gefühle umgehen. Fast alle mißtrauen traditionellen Formen von Autorität, während andere sich Homosexualität, Drogen, Lebensmitteln (die Zunahme der Fettleibigkeit bei Mädchen ist mit dem früheren Beginn der Pubertät korreliert) oder jeder anderen denkbaren Form des rebellischen sexuellen Auslebens zuwenden, einfach um für sich selbst Linderung von ihrer sexuellen Angst und Not zu finden.

Leider haben diese Ersatzhandlungen das gesellschaftliche Problem des sexuellen Elends der Kinder und Jugendlichen erfolgreich verdeckt. Die Zahl der Kinder, bei denen eine psychiatrische Hilfe erforderlich ist, hat dramatisch zugenommen. Das ist eine weitere der zerstörerischen Folgen der anti-autoritären Umgestaltung der Gesellschaft. Im Vergleich zur vergangenen autoritären Ära, als der Einsatz von Medikamenten bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen fast unbekannt war, werden heute immer mehr Kinder Psychiatern vorgestellt und gedankenlos werden Medikamente als Therapie der Wahl verschrieben, um die vorliegenden störenden Symptome zu kupieren.

Die herkömmliche Sichtweise hält keine Antworten auf biologisch verwurzelte soziale Phänomene parat. Eine Durchdringung der bio-sozialen Gründe für die früh einsetzende Pubertät bzw. die Unterscheidung zwischen gesundem sexuellen Ausdruck und gepanzertem sexuellen Ausdruck, wie er in der heutigen anti-autoritären Gesellschaft grassiert, ist etwas, was außerhalb des engen Rahmens des gegenwärtigen mechano-mystischen Denkens liegt.

Die Grenzen des politischen Konservatismus

20. November 2012

Es gibt zwei Gründe dafür, daß die Konservativen bei der Eindämmung des zerstörerischen Angriffs der Linken auf unsere Gesellschaft politisch so ineffektiv sind. Der erste betrifft den Charakterpanzer des Konservativen selbst und der zweite hängt mit dem sozialen Panzer der heutigen anti-autoritären Gesellschaft zusammen:

  1. Insgesamt sind Personen, die politisch konservativ sind, charakterologisch überaus anständig und gesittet. Zum größten Teil sind sie nicht in der Lage, die böse Absicht hinter der Agenda der linken Politradikalen, die Amerika zerstören wollen, zu erkennen und zu thematisieren. Fälschlicherweise schenken sie den Ideologen einen Vertrauensbonus, weil sie glauben, diese wären tatsächlich an politischen Kompromissen und konstruktiven Lösungen für gesellschaftliche und wirtschaftliche Probleme interessiert.
  2. Antiautoritarismus beruht auf dem Haß gegen althergebrachte Autoritäten, die in der heutigen Welt mit der politischen Rechten gleichgesetzt werden. In der gegenwärtigen antiautoritären Gesellschaft geht man davon aus, daß alle niederträchtigen Schurken („die Bösen“) der politischen Rechten angehören. Die politisch korrekt indoktrinierte Öffentlichkeit ist derartig vorurteilsbeladen, daß sie politische Schurken auf der Linken nicht sieht, und sie betrachtet im allgemeinen Menschen, von denen man annimmt, daß sie politisch rechts stehen, Konservative eingeschlossen, mit einem Argwohn, der an blinden Haß grenzt. Diese Geisteshaltung des Mainstreams der politischen Linken ist Ausdruck eines sozial bedingten Augenpanzers. Er ist auch der Grund für die weitverbreitete Überzeugung, daß linke Politiker „die Guten“ sind, die nie etwas falsch machen können.

Konservative glauben ihrerseits, daß die Lösung der sozialen Probleme darin besteht, irgendwie die autoritäre Gesellschaftsordnung der Vergangenheit wiederherzustellen. Allerdings wird sich diese Hoffnung nicht realisieren, weil die autoritäre Form des individuellen Panzers und die entsprechende autoritäre Moral, die auf ihr beruht, zusammengebrochen sind. Der Geist ist aus der Flasche.

Diese mit dem Augensegment zusammenhängenden Probleme der Bevölkerung, ein Ausdruck ihrer Kontaktlosigkeit, sind direkt verantwortlich für die anhaltende Destabilisierung und den Zerfall unserer anti-autoritären Gesellschaftsordnung. Bevor sich die sozialen Bedingungen verbessern können, müssen die Menschen zunächst darauf aufmerksam gemacht werden, daß sie sich in einem kontaktlosen Zustand befinden, was die sozialen Probleme betrifft, und wie dieser Zustand sie daran hindert, die Emotionelle Pest in den Lösungen wahrzunehmen, die von Radikalen angeboten werden. Diese Aufgaben können nicht mit politischen Mitteln bewältigt werden. Es sind bio-soziale Probleme, die ihre Wurzeln im Panzer der Menschheit haben und sie müssen daher medizinisch angegangen werden.

Der Gesundheitszustand der amerikanischen Wirtschaft

11. November 2012

Ein Indiz für wirtschaftliche Gesundheit fände sich in Amerikas Fähigkeit, als freier, sich selbst regulierender Markt funktionieren zu können. Doch in unserer zunehmend gepanzerten Gesellschaft kann eine freie Marktwirtschaft nur ein Ideal sein. Grundsätzlich ist zu konstatieren, daß Amerikas wirtschaftliche Gesundheit letztendlich vom emotionalen Gesundheitszustand des amerikanischen Volkes abhängt. Die biologische Befähigung der Bevölkerung Amerikas, eigenständig und verantwortungsvoll zu arbeiten, wäre das wesentliche Element emotionaler Gesundheit, die für eine gesunde Wirtschaft erforderlich ist. Darüber hinaus hängt der Grad der wirtschaftlichen Gesundheit bzw. Krankheit Amerikas von folgenden Faktoren ab:

  1. Dem Grad, in dem emotional hilflose, ansonsten aber körperlich leistungsfähige Menschen in ihrem alltäglichen Überleben von der Zentralregierung abhängig werden.
  2. Dem Ausmaß, in dem die Zentralregierung die Bevölkerung ermutigt, sich von ihr abhängig zu machen, und sie der Bevölkerung ihre Kontrolle („Regulierung“) aufoktroyiert.
  3. Dem Ausmaß, in dem der freie Markt gestört und gelähmt wird durch kriminelle und quasi-kriminelle Aktivitäten gepanzerter Menschen im Wirtschaftsleben.

Diese Symptome der emotionalen Krankheit der Einwohner Amerikas führen unmittelbar zu den pathologischen Erscheinungen der heutigen Wirtschaft. Die Fähigkeit der Menschen, eine wirklich gesunde freie Marktwirtschaft zu tolerieren, hängt ganz von der Fähigkeit des Einzelnen ab, emotionale Gesundheit und verantwortungsvolle Freiheit zu tolerieren. Wir sind weiter denn je vom Erreichen dieses Zustands der Wirtschaft entfernt. Der zunehmende Grad von emotionaler Krankheit bei der Bevölkerung ist der eigentliche Grund dafür, daß eine größere Kontrolle des Marktes durch die Zentralregierung notwendig ist.

Bevor eine echte Besserung der ökonomischen Bedingungen eintreten kann, muß die emotionale Krankheit der Menschen, die sich auf die freie Marktwirtschaft störend auswirkt, zunächst erkannt und dann außerhalb der politischen Arena angegangen werden. Das ist keine politische Angelegenheit und die politischen Kämpfe zwischen der Linken und der Rechten haben nichts mit den zugrundeliegenden emotional bedingten Wirtschaftsproblemen zu tun. Politische Auseinandersetzungen treten nur in Aktion, um die emotional bedingten Probleme zu verschleiern und alles nur noch schlimmer zu machen. Demzufolge sind sie eine Manifestation der Emotionellen Pest.

Artikel über die funktionelle Wirtschaftstheorie finden sich in den letzten Ausgaben des Journal of Orgonomy.