Archive for August 2019

Die Emotionelle Pest und die Idee der Sünde

30. August 2019

In Gestalt der christlichen Vorstellung von der Sünde kommt Religion dem Erkennen der Existenz der Emotionellen Pest nahe. In ihr liegt ein Bewußtsein für die tödlichen Aspekte des gepanzerten menschlichen Zustands, die sekundären, destruktiven Antriebe der Menschen. Bei der Vorstellung von Sünde besteht auch ein gewisser Kontakt mit dem biologischen Kern, der den Menschen ein Gefühl der Verantwortung für ihr eigenes Leben gibt. Die Idee der Sünde ist jedoch begrenzt, weil sie in entgegengesetzten moralistischen Ansichten über das, was richtig und falsch ist, festgefahren ist und weil ihr Ursprung in der Idee der Erbsünde mystifiziert ist. Das destruktive Verhalten eines Menschen einfach der Sünde zuzuschreiben, ist daher ein destruktives Beispiel für verwirrtes, mystisches Denken. Es führt zu weiteren Problemen, wenn Menschen mit einer liberalen Charakterstruktur die Vorstellung der Sünde insgesamt ablehnen.

Die Emotionelle Pest zu verstehen, liegt außerhalb des Bereichs des gepanzerten, moralistischen Denkens. Es ist ein Begriff, der in den Medizin- und Sozialwissenschaften eine bestimmte Bedeutung hat. Um die Emotionelle Pest richtig zu verstehen, muß man die drei Schichten des biopsychischen Apparats des Menschen kennen: den biologischen Kern, die zerstörerische mittlere bzw. sekundäre Schicht und die oberflächliche Schicht bzw. Fassade. Die Emotionelle Pest ist das gesellschaftlich Destruktive, das die Menschen aus ihrer sekundären Schicht heraus zum Ausdruck bringen. Die Kenntnis der Emotionellen Pest erfordert die Fähigkeit, über die destruktiven Folgen der Denk- und Lebensweise gepanzerter Menschen funktionell zu urteilen.

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Warum wird die Emotionelle Pest nicht gesehen? Teil II

28. August 2019

Die Emotionelle Pest ist ein wissenschaftlicher Begriff, der zwei Komponenten hat, einen somatischen, emotionale Destruktivität, und einen psychischen, das Böse. Sie kann auf allen Ebenen der sozialen Organisation auftreten, von Einzelpersonen bis zu Gruppen, einschließlich politischer Parteien. Die Menschen wehren sich dagegen, die Existenz und die Zerstörungskraft der Pest zu erkennen, zum Teil, weil die Krankheit in latenter Form vorliegt und unter den richtigen Umständen bei jedem auftreten kann. Darüber hinaus müssen beide Komponenten zuerst bei einem selbst erkannt werden, bevor man die zerstörerische Wirkung der Pest in anderen wirklich verstehen kann. Ein weiteres Hindernis besteht darin, daß es bis vor kurzem keine funktionelle Auffassung des menschlichen Gefühlslebens für die Bestimmung von gesundem und krankem sozialem Verhalten gab. Dieses Wissen wird der Öffentlichkeit in der neuen Wissenschaft der sozialen Orgonomie zugänglich gemacht.

Unsere gespaltene Nation

25. August 2019

Als Folge des Durchbruchs unbewußter Emotionen von der destruktiven sekundären Schicht hin zur sozialen Oberfläche, ein Ergebnis der antiautoritären Transformation der westlichen Gesellschaft, haben sich die persönlichen Ideologien der Menschen zu einer mächtigen gesellschaftspolitischen Kraft entwickelt. Infolgedessen ist die amerikanische Nation in Gefahr, entlang der ideologischen Parteilinien der Rechten und der Linken fragmentiert und zerstört zu werden.

Die Ideologie der politischen Rechten steht für die Erhaltung des Wertvollen und Bleibenden im Leben des amerikanischen Volkes. Dies schließt ihr Gefühl der Liebe zur amerikanischen Nation ein. Die Ideologie der politisch Linksextremen steht für eine umfassende Ablehnung dieser Werte und Emotionen. Unter dem Deckmantel des „Progressivismus“ besteht ihr Ziel darin, die amerikanische Demokratie schrittweise auseinanderzunehmen und durch ein sozialistisches Regierungssystem zu ersetzen, das von oben nach unten funktioniert und an die untergegangene Sowjetunion gemahnt.

Wie jede ansteckende Krankheit überlebt die Emotionelle Pest, indem gesunde Formen des menschlichen Lebens zerstört werden. Immer präsent, gedeiht sie, wenn ihr nicht entgegengetreten wird, zieht sich aber zurück, wenn sie erkannt und bekämpft wird. Die gegen das amerikanische Leben gerichtete ideologische Zerstörungswut der äußersten Linken entfaltet sich mit Bedacht, systematisch und dreist vor aller Augen, aber nur wenige Menschen sind in der Lage, ihre Boshaftigkeit und den sozialen Eiter, den sie produziert, zu sehen.

Die psychische Dynamik ist auf individueller und sozialer Ebene identisch

22. August 2019

Bei allen Psychiatern und Psychologen ist die Einschätzung der Beziehung der psychischen Kräfte zueinander im Individuum identisch. Nicht erkannt wird, daß diese pathologischen Kräfte auch auf sozialer Ebene vorhanden sind. Beispielsweise ist auf individueller Ebene das emotionale Provozieren des Masochisten, der vorgibt, Opfer einer sadomasochistischen Beziehung zu sein, für jeden gut ausgebildeten Psychotherapeuten klar ersichtlich. Was unerkannt bleibt und umgangen wird, ist, daß diese Art von höchst destruktiver, pathologischer, emotionaler Beziehung zwischen Menschengruppen auf sozialer Ebene auftreten kann, was sich in ihrer gesellschaftspolitischen Aktivität ausdrückt. Beispiele sind schwarze und weiße Rassisten an den Extremen des gesellschaftspolitischen Spektrums, die ihren Gegenpart des Rassismus zeihen.

Bisher hat niemand die emotionalen Kräfte, die in Gruppenprozessen wirken, verstanden. Das neue funktionelle Wissen, das sich in der Wissenschaft der sozialen Orgonomie findet, ist ein Schritt hin zur möglichen Zugänglichmachung dieses lebenswichtigen Wissens für die Öffentlichkeit. Zu den besagten Kräften gehört insbesondere das Vorgehen der Emotionellen Pest.

Der Verfall des Kontakts in der Ärzteschaft

20. August 2019

Ich habe 1959, also während der autoritären Ära, mein Medizinstudium abgeschlossen. Zu dieser Zeit hatte jeder junge Arzt eine „Arzttasche“ mit allen möglichen medizinischen Utensilien wie Stethoskop, Ophthalmoskop, Zungenspatel usw., da zu dieser Zeit Hausbesuche für Ärzte üblich waren. Sechzig Jahre später, in der heutigen antiautoritären Gesellschaft, ist es fast unmöglich, daß jemand einen Termin bei einem Arzt erhält, geschweige denn einen Rückruf von ihm.

Wie kam es zu dieser Veränderung? Medizinstudenten lernen heute schon zu Beginn ihrer medizinischen Ausbildung, den Patienten als eine Maschine zu betrachten, die aus einzelnen Organsystemen, Organen usw. besteht. Indem sie sich ausschließlich auf den zerbrochenen Teil der „Maschine“ (die „Krankheit“) konzentrieren, verlieren sie den Kontakt mit dem Menschen, der das Leiden hat. Ihre mechanistische Ausbildung führt dazu, daß sie zum Opfer jener Großunternehmen werden, die in die Ausübung der Medizin einsteigen, diese Ärzte einstellen und von ihnen dann erwarten, daß sie nach den zeitsparenden, quantitativen Regeln der Geschäftswelt Medizin praktizieren. Dies entspricht paßgenau der mechanistischen Ausbildung des Arztes.

Die Übernahme der Ausübung der Medizin durch die Konzerne ist ein Beispiel für das Eindringen des Sozialismus, eines Sozialismus durch Großunternehmen, in die Ausübung der Medizin. Was verlorengeht, ist die Autorität des Arztes Medizin zu praktizieren, wie er es möchte, sowie die Qualität der Arzt-Patient-Beziehung. Was gewonnen wird, ist eine Schicht sozialen Panzers, die vorschreibt, wie Medizin praktiziert werden muß.

Die funktionelle Sicht des Bösen und der Sünde

14. August 2019

Mit dem Werkzeug des funktionellen Denkens ist es möglich, ein naturwissenschaftliches Verständnis der mystischen Konzepte des Bösen und der Sünde zu vermitteln. Das Böse ist eine objektive Eigenschaft. Sünde ist eine subjektive Eigenschaft. Das Böse und die Sünde, die aus der destruktiven, sekundären Schicht gepanzerter Menschen stammen, sind Variationen ihres gemeinsamen Funktionsprinzips (CFP), die Emotionelle Pest.

Die Emotionelle Pest ist die Krankheit, Inlandsterrorismus ist eines ihrer Symptome

12. August 2019

Bei der medizinischen Behandlung einer Krankheit hängt der Erfolg von der genauen Diagnose ab. Unterhalb davon ist die einzig mögliche Behandlung eine symptomatische. Das gleiche Prinzip gilt für die Behandlung von Krankheiten im Bereich der gesellschaftlichen Pathologie. Massenschießereien als Terrorakte zu bezeichnen, ist ungenau, da die pathologische Quelle gemeinhin nicht erkannt wird und es offenbart nicht die wahre Natur des zugrundeliegenden Krankheitsprozesses. Terrorismus ist eines von vielen Symptomen der pathologischen Conditio humana, der Emotionellen Pest, einer sozialen Krankheit von gepanzerten Menschen, die in vielen Formen auf beiden politischen Extremen, zur Linken und zur Rechten, auftreten kann.

Bevor man sich ein Bild davon machen kann, warum diese letzten Ausbrüche der Pest anscheinend von der politischen Rechten kamen, muß man zunächst das funktionelle Verhältnis der Emotionellen Pest verstehen: zwischen dem Schwarzen Faschismus auf der politischen Rechten und dem Roten Faschismus auf der politischen Linken. Schwarze Faschisten reagieren in der Regel mit offener Gewalt auf politische Aktivitäten von links. Daher werden sie als Reaktionäre bezeichnet. Im Gegensatz dazu sind Rote Faschisten in der Regel politische Aktivisten und Provokateure. Ihr Leben wird aktiv damit verbracht, das zu untergraben, was von der alten autoritären Gesellschaftsordnung noch intakt ist. Dies bringt Individuen mit einer schwarz-faschistischen Charakterstruktur dazu, sich zu brutalen Akten hinreißen zu lassen. Der jüngste Anstieg an Massenschießereien von der extremen politischen Rechten ist eine Reaktion auf die jahrzehntelange politische Agitation der politischen Aktivisten der Linken. In funktioneller Hinsicht stehen die gegensätzlichen Kräfte der Linken und der Rechten in einem Widerspruch wechselseitiger Anziehung.

Der Anstieg des politischen Extremismus und die Polarisierung der Politik heute sind Zeichen unserer gegenwärtigen sozialen Auflösung. Es begann in Amerika mit der antiautoritären Transformation und der politischen Verlagerung des sozialen Mainstreams nach links. Diese Verschiebung mußte zwangsläufig eine politische Reaktion der politischen Rechten auslösen, die heute mit der Zunahme der Häufigkeit von Massenschießereien immer deutlicher wird.

Die gegenwärtige chronische gesellschaftliche Situation ähnelt auffallend der akuten Situation in Deutschland nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg. Das soziale Chaos und die wirtschaftliche Zerstörung dieser Nation führten zum Befall durch die Emotionelle Pest, dem Roten Faschismus (Kommunismus) von links. Als Reaktion darauf und in dem Versuch, sie auszurotten, kam es zu einer anderen Manifestation der Pest, dem Schwarzen Faschismus (Nazismus) von rechts. Mit dem Werkzeug der sozialen Orgonomie kann möglicherweise verhindert werden, daß sich die Geschichte wiederholt.

Die Sprachmystik der Linksradikalen

10. August 2019

Mystifizieren heißt, etwas Reales zu nehmen und zu etwas Irrealem oder zu einem Ideal zu verzerren. Die äußerste Linke mystifiziert die Sprache, indem sie gewöhnliche Wörter und Vorstellungen verzerrt und sie für politische Zwecke auf eine höhere moralische Bedeutungsebene hebt. Tatsächlich wird die mystische Idee folgendermaßen als Realität vorgespiegelt: 1) Nehme ein Wort – ein beliebiges Wort, 2) Verfälsche seine ursprüngliche Bedeutung, indem du es mystifizierst, 3) Politisiere es. In ihrer Emotionellen Pest hat die äußerste Linke diese hieb- und stichfeste Formel aufgefischt, um das Leben in Amerika erneut anzugreifen.

Zum Beispiel wird das Konzept der Vielfalt, wie bei „Vielfalt herstellen“, von der akademischen Welt und der politischen Linken verwendet und populär gemacht, um es so zu drehen, daß die demokratische Idee der Gleichheit für alle als gesellschaftliches Ideal Unterstützung findet. Der Zweck dieses mystischen Begriffs, der erstmals in der „Affirmative Action“- und der „Gleichstellungsbewegung“ verwendet wurde, bestand darin, Hochschulbewerbern, die Minderheiten angehörten, besondere Förderung angedeihen zu lassen.

Diese Art der Diversifizierung der Hochschulzugangsrichtlinien funktionierte jedoch nicht. Die Idee der Diversität von Rasse, ethnischer Zugehörigkeit usw. mußte gleichgestellt werden mit der Diversität beim zur Geltung bringen der Überzeugungen und Gefühle des Bewerbers im Universitätsgetriebe. Anstatt einfach nur am amerikanischen Bildungssystem teilzunehmen und sich mit unserer Lebensweise vertraut zu machen, werden Minderheitenschüler für ihre Überzeugungen und Gefühle gelobt, die sie in die Schule mitgebracht haben. Diese Art von Lob ist nicht nur desorientierend, sondern polarisiert und spaltet alle Schüler auf in entgegengesetzte, politisch motivierte Lager und erzeugt gleichzeitig eine Kultur des Ressentiments – die Emotionelle Pest – in den Klassenzimmern und an den Universitäten im ganzen Land. Die Möglichkeit die Freiheit zu erleben, die das Leben in Amerika für diese ausländischen Besucher mit sich bringt – im Unterschied zu jedem anderen Teil der Welt –, verschwindet langsam an diesen Hochschulen, da die Emotionelle Pest der politischen Linken, die große Lüge, einen weiteren Sieg errungen hat in ihrem unerbittlichen Kampf um die Zerstörung dieser einst großen Nation.

Der Anstieg in der Häufigkeit von Massenschießereien

8. August 2019

In der vergangenen autoritären Ära (vor 1960) fanden Massenschießereien selten oder nie statt. Mit dem Wandel der Gesellschaft von autoritär zu antiautoritär in den letzten Jahrzehnten hat sich das Muster des Panzers in der jüngeren Generation dramatisch verändert (siehe unten). Diese biophysischen Veränderungen sind die primären, zugrundeliegenden, bio-sozialen Gründe für den dramatischen Anstieg der Häufigkeit von Massenschießereien in der heutigen Zeit.

In der autoritären Gesellschaftsordnung der Vergangenheit waren die destruktiven Impulse und Vorstellungen des Individuums durch den Muskelpanzer im Körper effektiv gebunden (psychologisch: verdrängt). Die Menschen verhielten sich in der Regel auf allen sozialen Ebenen gut. Es gab eine klare Unterscheidung zwischen richtig und falsch. Kriminelle galten als eigenständige und klar abgegrenzte Gesellschaftsschicht.

Mit der antiautoritären Transformation der Gesellschaft gab es beim Panzer der Menschen eine Verschiebung von der Muskulatur zum Gehirn. Die sich daraus ergebende Zunahme des okularen Panzers war verantwortlich für den Zusammenbruch der Panzerstruktur der Gesellschaft und den Anstieg des impulsiven Verhaltens verschiedenen Grades, von den harmlosesten bis zu den destruktivsten Formen menschlicher Handlungen, unter denen die Zunahme der Massenschießereien das tödlichste Beispiel ist. Mit der Transformation ging einher, daß der Geist – die Plage der Emotionellen Pest – aus der Flasche war.

Wann immer Massenschießereien stattfinden, ist die Emotionelle Pest der politischen Linken bereit zu reagieren und ihr Gift zu injizieren, indem sie die Tragödie politisiert, die emotionalen Sympathien der Öffentlichkeit auslotet und Verwirrung und jede Art von sozialem Unheil herbeiführt. Dazu gehört die Befürwortung der Waffenkontrolle durch die Regierung, Trump die Schuld für die „Verschärfung von Rassenspannungen“ zu geben, das Eintreten für die Zensur der Redefreiheit von „white supremacists“ usw. Alle diese Vorschläge dienen ausschließlich der Zerstörung der Vitalität dessen, was an der noch bestehenden autoritären Gesellschaftsordnung intakt geblieben ist; ein weiteres Zeichen der Emotionellen Pest. Wie oben erläutert, haben sie nichts mit dem Problem der Massenschießereien zu tun. Daher ist alles, was sie bewirken, soziale Anarchie zu erzeugen und die Möglichkeit von neuen Massenschießereien zu erhöhen.

Das letzte Stadium der Zerstörung der Psychiatrie: Beseitige die Diagnose

6. August 2019

Das einst hochangesehene Fachgebiet der Psychiatrie wird in Amerika durch die Emotionelle Pest in folgenden Phasen zerstört:

Stadium 1: Es begann mit der Zerstörung von Sigmund Freuds Ruf als psychiatrischer Pionier. Ganze Bücher wurden in den 1960er Jahren geschrieben, um seine klinischen Entdeckungen zu diskreditieren.

Stufe 2: Nun war es möglich, seine psychologischen Theorien über die Libido und die Bedeutung der psychosexuellen Faktoren für die emotionale Entwicklung des Menschen abzulehnen.

Stufe 3: Diese wichtigen Theorien wurden durch Diagnosehandbücher wie das Diagnostic Statistical Manual (DSM) der American Psychiatric Association ersetzt. Es handelte sich um scheinbar objektive Versuche, Psychiatern eine gemeinsame Diagnosesprache zu bieten, die sich ausschließlich an den Symptomen des Patienten orientiert.

Stadium 4: Das symptombasierte System konnte nicht funktionieren, da jedes Symptom zu einer beliebigen Diagnosekategorie gehören kann. Es wurde dem psychiatrischen Forscher nunmehr jedoch möglich zu erklären, daß das DSM-System „wissenschaftlich bedeutungslos“ sei, und den Psychotherapeuten zu empfehlen, „über die Diagnose hinaus zu denken und andere Erklärungen für psychische Belastungen wie Traumata und andere nachteilige Erfahrungen in Betracht zu ziehen“. Diese vagen Empfehlungen zum Verständnis psychiatrischer Störungen reichten aus, um ihre Nutzlosigkeit zu offenbaren. Es war der letzte Schritt in der Ablehnung der Psychiatrie als legitime medizinische Disziplin.

Das Erkennen der Bedeutung emotionaler Störungen für die psychosexuelle Entwicklung ist die einzige Möglichkeit, über ein legitimes psychiatrisches Diagnosesystem zu verfügen. Das Ergebnis der Ablehnung der entscheidenden Bedeutung dieser psychosexuellen Faktoren ist, daß der Psychiater in einer Grauzone bleibt. Da es keinen Rahmen für das körperliche Verständnis der Pathologie des Patienten gibt, ist die Wissenschaft der Psychiatrie praktisch ausgestorben.

Der Elefant im Raum

2. August 2019

Eines der offensichtlichsten sozialen Phänomene, das vor den Augen aller ist und das niemand sieht … der Elefant im Raum … ist die Transformation der westlichen Gesellschaft von autoritär zu antiautoritär, die um 1960 begann. Ganz plötzlich wurde menschlich Autorität, die seit Jahrtausenden als Organisationsprinzip für die Aufrechterhaltung und den Fortbestand der westlichen Zivilisation fungiert hatte, zu einem „Problem“, das zerstört werden mußte. Die zentralen Autoritätspersonen, die beseitigt werden mußten, waren ihre männlichen Führer auf allen gesellschaftlichen Ebenen, die die Macht hatten, den autoritären, sexuellen Moralkodex aufrechtzuerhalten. Die Beseitigung der sexuellen Unterdrückung und die Forderung nach sexueller Freiheit für junge Menschen galten als die „Lösung“ der Probleme der Menschheit. Dies war die „sexuelle Revolution“ der 60er Jahre. Infolge dieses kolossalen Fehlers brach die Hölle los.

Die daraus resultierende soziale Transformation ist der Hintergrund für den Anstieg fast aller zerstörerischen sozialen Veränderungen, die seitdem stattgefunden haben. Davon war der Zerfall der autoritären Familie, das Fundament der autoritären Ordnung, die wichtigste. Diese soziale Katastrophe hat alle anderen pathologischen sozialen Symptome unserer Gesellschaft hervorgebracht. Dazu zählen die mystische Suche nach Antworten für die Probleme der Gesellschaft in der Politik, die Zunahme von psychopathischen und kriminellen Aktivitäten von linksradikalen Politikern, die weitverbreitete Zunahme des illegalen Drogenkonsums und die Unfähigkeit der Menschen, sich selbst zu versorgen, wie es am augenfälligsten in der Zunahme der Obdachlosigkeit im ganzen Land zum Vorschein kommt, sowie im allgemeinen gesellschaftlichen Verfall usw.

Alle diese und andere Symptome der sozialen Pathologie bleiben rätselhaft, weil den Menschen nicht die funktionellen Werkzeuge der sozialen Orgonomie zu Verfügung stehen, um sie zu verstehen. Die Kenntnis der sozialen Kräfte, die der Transformation zugrundeliegen, und warum sich die Gesellschaft überhaupt von autoritär zu antiautoritär gewandelt hat, sind notwendige Schritte, die unternommen werden müssen, bevor funktionelles Wissen angewendet werden kann, um einen weiteren gesellschaftlichen Niedergang zu verhindern.