Der Zusammenbruch der Verantwortung in der antiautoritären Gesellschaft

In der früheren autoritären Gesellschaft (vor etwa 1960) gab es die eindeutige Vorstellung, daß Menschen für sich selbst verantwortlich sind. Die Menschen waren ab etwa dem 18. Lebensjahr voll selbstverantwortlich. Zu diesem Zeitpunkt waren junge Menschen soweit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, einen Beruf zu erlernen oder einen Abschluß zu machen, zu heiraten, eigene Familien zu gründen und zu wählen. Junge Männer oblagen ab jetzt der Wehrpflicht, um ihr Land zu schützen usw. Mit 18 Jahren galten junge Menschen als Erwachsene und wurden entsprechend behandelt.

Mit der Zerstörung der autoritären Gesellschaftsordnung ist die individuelle Verantwortung zusammengebrochen. In der heutigen antiautoritären Gesellschaft mit dem Zusammenbruch der autoritären Familie und der sozialen Ordnung herrscht weitverbreitet Verwirrung darüber, in welchem Alter junge Menschen als verantwortliche Erwachsene gelten. Viele 18jährige haben heute noch keine ausreichende emotionale Reife erreicht, um als verantwortungsvolle Erwachsene gelten zu können, die in der Lage sind, für sich selbst zu sorgen und eine Familie zu gründen. Oft verharren sie bis weit in ihr drittes oder viertes Lebensjahrzehnt hinein in einem blockierten emotionalen Entwicklungszustand. Doch selbst Gymnasiasten und Studenten läßt man glauben, sie hätten das Recht, ihren Lehrern und Professoren mitzuteilen, wie die Lehrpläne auszusehen haben, und sie besäßen das Wissen, was für andere in der Gesellschaft am besten ist. Die antiautoritären Erzieher sind eine Erweiterung der Geisteshaltung, wie sie bereits bei den Eltern dieser jungen Menschen vorzufinden war. Beide verhalten sich in ihrer jeweiligen Rolle als Erzieher und Eltern destruktiv und verantwortungslos. Sie sind biophysisch nicht in der Lage, Orientierung und Erfahrung aus der Vergangenheit zum Nutzen der jüngeren Generation einzubringen.

Die Verwirrung über das Problem der Verantwortung in der heutigen antiautoritären Gesellschaft ist nicht nur ein weiterer Weg, die menschliche Geschichte auszuradieren, sondern auch eine Form der psychischen Verdrängung, die sich im sozialen Bereich manifestiert und ein weiteres Symptom der Emotionellen Pest. Wenn man die Vergangenheit wegnimmt, haben junge Menschen keine Möglichkeit sich an ihr zu orientieren, um aus ihr Bedeutung und Sinn für ihr Leben zu schöpfen. Verpeilt wie sie sind, sind sie der Emotionellen Pest in Gestalt linker Politideologen ausgeliefert, die die Kontrolle über ihr Leben übernehmen.

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