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Das Eindringen der Emotionellen Pest in die Psychiatrie

11. Oktober 2020

Die heutige Degradierung der psychiatrischen Praxis ist eine weitere zerstörerische Folge der Emotionellen Pest, die mit Freuds Widerstand gegen Reichs Versuch begann, seine psychoanalytischen Theorien über die Libido und die Neurose auf den sozialen Bereich auszudehnen. Diese Kluft zwischen ihnen beendete Reichs Verbindung mit der psychoanalytischen Bewegung und führte zur Weiterführung von Reichs Werk hinein in die Soziologie (Massenpsychologie des Faschismus) und in die Biologie mit der Entdeckung der biologischen Orgonenergie.

Da es keine naturwissenschaftliche Grundlage für sie gab, wurde die Psychoanalyse anfällig für Angriffe durch die Emotionelle Pest. In den 1960er Jahren wurde Freuds funktionelles Verständnis psychiatrischer Störungen über Bord geworfen und das gesamte Fachgebiet der Psychiatrie in ein mechanistisches, medikamentenorientiertes Therapiesystem umgewandelt. Heute ist bei der psychiatrischen Behandlung lediglich ein symptombasiertes Diagnosesystem (DSM [entspricht dem europäischen ICD-10-System]) notwendig, um den Zustand des Patienten einzuordenen und die richtige Menge des für die gegebene psychiatrische Störung benötigte Medikament zu verabreichen.

Infolge haben die Psychiater die Verantwortung für die Gesundheit des Patienten den Laien überlassen. Um die Funktion zu verstehen, die Laien auf dem Gebiet der psychischen Gesundheit haben können, ist die Existenz der sozialen Orgonomie und die Unterscheidung zwischen dem individuellen und dem sozialen Bereich der menschlichen Krankheit notwendig. Nichtmediziner können für die Ausübung der sozialen Orgonomie ausgebildet werden, die sich mit den Problemen des Individuums im sozialen Bereich befaßt, aber sie können sich nicht für die Ausübung der Psychiatrie qualifizieren, die im biologischen Bereich liegt.

Nach einem Artikel im Wall Street Journal (5. Oktober 2020) „werden mehr Laien zu Therapeuten“ … während … „mehr Menschen psychische Hilfe suchen“. Das Antioch College, zum Beispiel, hatte einen 200%igen Anstieg der Bewerber bei seinem Programm für klinische Psychologie.

Die qualitative Komponente der psychiatrischen Behandlung wurde Laientherapeuten überlassen, die wenig oder gar kein Verständnis für die bio-emotionale Basis psychiatrischer Erkrankungen haben. Sie sind einfach nicht mit den notwendigen medizinischen Kenntnissen und Erfahrungen für ihre Arbeit ausgestattet. Diese Situation ist eine weitere Folge der Emotionellen Pest.

Laien zu erlauben, psychiatrische Probleme, die im medizinischen Bereich liegen, zu behandeln, ist eine weitere destruktive Folge der antiautoritären Transformation der Gesellschaft, die alle Formen sozialer Autorität zerstört, nicht nur die des Psychiaters.

Das American College of Orgonomy bietet derzeit qualifizierten Kandidaten, interessierten Ärzten und Nichtmedizinern, die notwendige Ausbildung in der Praxis der medizinischen Orgonomie und der sozialen Orgonomie an.

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Das Eindringen der Emotionellen Pest und die Zerstörung der medizinischen Praxis

28. April 2020

Dies sind die zu unternehmenden Schritte:

  1. In der Psychiatrie den Ruf ihres Standartenträgers Sigmund Freud zerstören und den Kontakt zwischen Arzt und Patient, das Arzt-Patient-Verhältnis, beseitigen. Ersetze ihn durch psychopharmakologische Wirkstoffe als Behandlung der Wahl.
  2. In der Medizin eliminiere den Kontakt zwischen Arzt und Patient und ersetze ihn durch geistlose, roboterhaft ausgebildete „Spezialisten“, die für die Pflege und das Leben der Patienten verantwortlich sind.

Mit einem Schlag, indem sie dem Arzt die Möglichkeit nimmt, Kontakt zu seinen Patienten zu haben, zerstört die Emotionelle Pest, die in kranken Menschen operiert, das Leben der Ärzteschaft, und zu allem Überfluß sind sowohl die Masse der Patienten als auch die Mediziner zu ahnungslos, um das Zerstörungswerk zu erkennen, das sich abspielt.

Der Verfall des Kontakts in der Ärzteschaft

20. August 2019

Ich habe 1959, also während der autoritären Ära, mein Medizinstudium abgeschlossen. Zu dieser Zeit hatte jeder junge Arzt eine „Arzttasche“ mit allen möglichen medizinischen Utensilien wie Stethoskop, Ophthalmoskop, Zungenspatel usw., da zu dieser Zeit Hausbesuche für Ärzte üblich waren. Sechzig Jahre später, in der heutigen antiautoritären Gesellschaft, ist es fast unmöglich, daß jemand einen Termin bei einem Arzt erhält, geschweige denn einen Rückruf von ihm.

Wie kam es zu dieser Veränderung? Medizinstudenten lernen heute schon zu Beginn ihrer medizinischen Ausbildung, den Patienten als eine Maschine zu betrachten, die aus einzelnen Organsystemen, Organen usw. besteht. Indem sie sich ausschließlich auf den zerbrochenen Teil der „Maschine“ (die „Krankheit“) konzentrieren, verlieren sie den Kontakt mit dem Menschen, der das Leiden hat. Ihre mechanistische Ausbildung führt dazu, daß sie zum Opfer jener Großunternehmen werden, die in die Ausübung der Medizin einsteigen, diese Ärzte einstellen und von ihnen dann erwarten, daß sie nach den zeitsparenden, quantitativen Regeln der Geschäftswelt Medizin praktizieren. Dies entspricht paßgenau der mechanistischen Ausbildung des Arztes.

Die Übernahme der Ausübung der Medizin durch die Konzerne ist ein Beispiel für das Eindringen des Sozialismus, eines Sozialismus durch Großunternehmen, in die Ausübung der Medizin. Was verlorengeht, ist die Autorität des Arztes Medizin zu praktizieren, wie er es möchte, sowie die Qualität der Arzt-Patient-Beziehung. Was gewonnen wird, ist eine Schicht sozialen Panzers, die vorschreibt, wie Medizin praktiziert werden muß.