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Willkommen in der Welt des Islam

11. Juni 2017

Solange die autoritäre Gesellschaftsordnung in der westlichen Welt intakt war (vor etwa 1960), war die moslemische Welt im Mittleren Osten mit sich selbst in Frieden und lebte harmonisch mit der nicht-moslemischen Welt.

Die Invasion der Sowjetunion in Afghanistan im Jahr 1979 setzte dem ein Ende, als die gottlose Ideologie des Kommunismus auf die fromm-religiöse, streng autoritäre moslemische Welt stieß. Um das Land von den Sowjets zu befreien, traten die Führer Amerikas in eine quasi militärische Allianz mit den moslemischen Führern Afghanistans, wie beispielsweise Osama bin Laden, von dem man damals annahm, er sei Amerika freundlich gesonnen. Amerikas Invasion des Irak mit dem Ziel den Tyrannen Saddam Hussein zu beseitigen, war eine weitere militärische Operation, die die gesellschaftliche Unruhe in den Ländern des Mittleren Ostens verschärfte.

Wichtiger als diese militärischen Übergriffe war jedoch die kulturelle Invasion durch das westliche anti-autoritäre Leben und die Auswirkungen, die es auf das Leben der Menschen im Mittleren Osten hatte. Das heutige „alles ist erlaubt“ der westlichen Gesellschaft wirkt als chronische emotionale Reizung der sexuell unterdrückten Menschen der moslemischen Welt. Um die Sache noch schlimmer zu machen, sind die Menschen im Westen ahnungslos darüber, wie sich ihre uneingeschränkten „freien“ Lebensformen auf unterdrückte Kulturen weltweit auswirken. Deshalb kann man ohne Verständnis der Gründe für die Verwandlung der westlichen Gesellschaft unmöglich wissen, was derzeit im Mittleren Osten geschieht und warum es zu dem kulturellen Zusammenstoß zwischen den beiden Welten kommen mußte.

Im Westen führte die Verlagerung des soziopolitischen Spektrums nach links zum Zusammenbruch der gesellschaftlichen Ordnung und ihren traditionellen Lebensweisen, vor allem was die Lockerung der sexuellen Sitten betrifft. Diese Verschiebung nach links breitete sich allmählich aus und verursachte weltweit soziale Unruhen.

Die Mehrheit der Menschen in der moslemischen Welt gehört charakterologisch in unterschiedlichem Grade von der Mitte aus gesehen nach ganz rechts. Von daher war die permissive, anti-autoritäre Haltung der westlichen Menschen auf der politischen Linken für moslemische Menschen noch schwerer zu ertragen, noch provokanter und noch schockierender als sie es selbst für andere, konservative Westler war.

Die anti-autoritäre Transformation hatte auch eine mächtige destabilisierende Wirkung auf die Politik der islamischen Nationen. In einigen Ländern (Ägypten und Libyen) wurden dank des arabischen Frühlings starre autoritäre Regierungen dominoartig umgestoßen, nur um durch neue Regime derselben oder schlimmerer Art ersetzt zu werden, während in anderen (Syrien und Iran) die Staaten, die während der autoritären Kolonialzeit entstanden waren, weitgehend nach totalitären Leitlinien reorganisiert wurden.

Der weitverbreitete Zerfall moslemischer Gesellschaften im Mittleren Osten brachte eine Flut von arabischen Einwanderern nach Europa und Amerika, von denen viele aus zerrütteten Familien kamen. Der soziale Aufruhr und die Angst in den westlichen Ländern, die aus dieser Zwangsmigration resultierten, war nicht einfach „die Folge des Versagens einer Kultur, die Kräfte der Moderne zu überwinden oder zu verdauen“.

Der Schlüssel zum Begreifen dessen, was passiert ist, einschließlich des Problems des islamischen Terrorismus, ist zunächst ein Verständnis für die spezifischen sozio-politischen Charakterstrukturen der Betroffenen.

Linke Provokateure in den europäischen Ländern provozierten eine sehr labile Lage, indem sie moslemische Einwanderer und die islamische Lebensweise beleidigten. Als Reaktion auf die Bedrohung von links, reagierten die Moslems auf eine Weise, die für Menschen auf der politischen rechten Seite charakteristisch ist – aus dem Bauch heraus. Die Intensität dieser Reaktion hing davon ab, wie weit rechts die Moslems im soziopolitischen Spektrum verortet waren. Die konservativen Moslems unmittelbar rechts des Zentrums paßten sich an und lebten ruhig in getrennten Gemeinden gemäß ihrer Ethnie. Weiter rechts waren die reaktionären Moslems ängstlicher und durch das herausgefordert, was sich um sie herum abspielte. Sie hatten ihren Platz in den strengen Regeln des Islam gefunden und kämpften darum, ihre traditionellen Gepflogenheiten starr zu bewahren. Sie nahmen die nicht-moslemischen Menschen als Bedrohung für ihre Lebensweise wahr und isolierten sich, um sich besser dagegen verteidigen zu können. Viele reagierten mit einem verdeckten Haß auf die Westler. Ihre reaktionäre Struktur führte sie dazu islamische Extremisten passiv oder aktiv zu unterstützen.

Für den islamischen Faschisten auf der extremen Rechten ist das weltliche Gesetz des islamischen Staates untrennbar mit dem religiösen islamischen Recht verbunden. Die Gefühle des islamischen Faschisten werden durch seine Wahrnehmung der westlichen gesellschaftlichen Schwäche und Degeneration verstärkt. Entsprechend ihrer Ideologie befindet sich die moslemische Welt in einem Zustand des ewigen Krieges mit den Ungläubigen weltweit. Als erster Schritt in ihrem großen Plan wollen die Dschihadisten des Islamischen Staates Irak und Al-Sham (ISIS), der in „der islamische Staat“ umbenannt wurde, ihre Kontrolle über den sunnitischen Teil des Irak festigen. Sie fordern, daß dschihadistische Gruppen weltweit ISIS‘ harte Linie übernehmen und sich dem globalen Krieg gegen die Ungläubigen anschließen.

Das ultimative Ziel des islamischen Faschisten ist es, alle demokratischen Institutionen zu zerstören und die Moslems unter einem Kalifat zu vereinen, das von einem politischen und religiösen Führer geleitet wird, der in der Nachfolge von Mohammed selbst steht. Wenn dieses Kalifat jemals Wirklichkeit werden würde, wäre das Leben der Moslems unter der kompletten Kontrolle dieses faschistischen Führers.

Auf globaler Ebene haben die islamischen Faschisten der politischen extremen Rechten in der moslemischen Welt und die Pseudo-Liberalen/Kommunisten auf der äußersten Linken in der westlichen Welt als gemeinsames Ziel die Zerstörung des menschlichen Lebens. Beide sind emotionell pestkranke Charaktere an den Grenzen des soziopolitischen Spektrums. Obwohl sie das gleiche Ziel teilen, funktionieren sie unterschiedlich. Westliche Führer auf der linken Seite säen ihren Samen des Hasses und der Zerstörung verdeckt und handeln subversiv. Sie schwächen Amerikas militärische Macht und untergraben passiv seine Stellung als Führer der freien Welt. Ihr Ziel ist es Amerika im Inneren zu schwächen und gleichzeitig totalitäre Regime, die Amerika politisch feindlich gesonnen sind, durch diplomatische Aktivitäten zu unterstützen. Islamische faschistische Führer auf der rechten Seite sind aggressiv und ungeduldig. Ihre impulsiven Handlungen sind oft schädlich für das Erreichen ihres Ziels.

Die folgende Tabelle faßt die weitreichenden kulturellen Unterschiede und die Grundlagen für den ideologischen Zusammenstoß zwischen der westlichen und der islamischen Welt zusammen:

Westliche Welt Islamische Welt
starr anti-autoritär starr autoritär
Emanzipation der Frau Unterwerfung der Frau
der Mainstream liegt weit links vom Zentrum der Mainstream liegt weit rechts vom Zentrum
sexuell unbefriedigt sexuell unterdrückt
begrüßt Hemmungslosigkeit widersteht Wandel
das Individuum wird über den Staat gestellt der Islam wird über das Individuum gestellt
intellektueller Panzer überwiegt muskulärer Panzer überwiegt
agrarisch/industrielle Ökonomie Stammes- und agrarische Ökonomie
Emotionelle Pest von links Emotionelle Pest von rechts

Das sexuelle Elend der arabischen Welt

14. Februar 2016

Mit dem gleichen Titel erschien ein Artikel in der Sonntags-Ausgabe der New York Times vom 12. Februar. Der Autor schreibt über den extremen Autoritarismus in der arabischen Welt, die dortige Erniedrigung der Frauen und die zerstörerischen emotionalen, einschließlich sexuellen, Folgen für die Menschen. Er verweist auf die destabilisierenden Auswirkungen der arabischen Medien. Beeinflußt von den westlichen Medien präsentieren sie der arabischen Jugend die verheißungsvollen Körper libanesischer Sängerinnen und Tänzerinnen. Das Internet und die religiösen Fernsehsendungen begeben sich oft hinab in die sekundäre, destruktive Schicht des gepanzerten Menschen, eine Art Porno-Islamismus.

Intuitiv versteht er, daß die treibende Kraft hinter den Selbstmordattentätern in ihrem frustrierten sexuellen Verlangen steckt. Selbstmord wird mit der phantasierten orgastischen Freisetzung gleichgesetzt.

Der Zusammenbruch des sozialen Systems, das sich derzeit in den Ländern des Nahen Ostens abspielt, begann zunächst im Westen um 1960 herum, als sich die westliche Gesellschaft vom Autoritären zum Antiautoritären hin wandelte. Das wurde verkündigt als die „sexuelle Revolution“. Als sie sich im Jahr 2011 in Gestalt des Arabischen Frühlings auf den Nahen Osten ausdehnte, erhoffte man sich, das trage Freiheit und Glück in die arabische Welt. Tatsächlich bewirkte es das genaue Gegenteil. Es mündete in der Hölle auf Erden, die wir heute sehen. Dies ist ein anschauliches Beispiel dafür, daß gepanzerte Menschen unfähig sind, mit dem Maß an Freiheit zu leben, die sie auf mystische Weise als Geschenk von ihren Führern herbeisehnen. In dem Maße, in dem sie individuell gepanzert sind, brauchen sie ihre gepanzerten gesellschaftlichen Verhältnisse um überleben zu können. Das sexuelle Chaos, das sich in der arabischen Welt vorfindet, ist qualitativ das gleiche, jedoch quantitativ schlimmer als das, was man im Westen vorfindet.

Bevor es echte Fortschritte im Nahen Osten und anderswo geben kann, muß man eine Unterscheidung treffen zwischen dem Gefühl echter Liebe, die sich vom Panzer ungehindert aus dem biologischen Kern heraus entfaltet („gesunder Sex“) und der Unfähigkeit der Menschen diese Gefühle zu erfahren aufgrund ihres gepanzerten Zustandes („kranker Sex“). Ohne das Treffen dieser Unterscheidung und dem Umgang mit ihren Folgen, werden alle „Freiheitsbewegungen“, wo immer sie auch in Erscheinung treten, fehlgehen.

Was ist dem Nahen Osten widerfahren?

11. November 2015

Noch vor 50 Jahren bestand der Nahe Osten aus einer Reihe von stabilen Ländern, die von autoritären Diktatoren kontrolliert wurden und Araber und Nichtaraber lebten friedlich zusammen. Heute sind viele dieser Länder dabei, ihre Identität als separate Nationen zu verlieren. Die gesamte Weltgegend wird zunehmend von Chaos beherrscht und ein Großteil der Bevölkerung flieht nach Europa und weiter, da radikal-islamische Terroristen jeden ermorden, der ihnen im Weg steht.

Aktuelle Versuche, den Ursachen für diese Katastrophe auf den Grund zu gehen, sind unzureichend, weil die Menschen keine Kenntnis der zugrundeliegenden Kräfte haben, die hier ihre Wirkung ausüben. Die Erklärungsversuche berücksichtigen nur, was auf der sozialen Oberfläche geschieht, nicht auf einer bio-sozialen Ebene, der Ebene des Kerns. Ein neueres Beispiel für derartige Erklärungsversuche ist, die Schuld bei der dortigen Kultur zu suchen, „die dabei versagt, die Kräfte der Moderne entweder zu beseitigen oder sich ihnen anzupassen“.

Lassen Sie uns mit einer anderen Frage beginnen: Was ist mit der Bewegung des sogenannten Arabischen Frühlings geschehen, die angeblich die Demokratie in den Nahen Osten und in andere Regionen bringen sollte? Sie mag zwar den Regimen der weltlichen Machthaber in diesen Ländern ein Ende gesetzt haben, führte aber in keinem zur erwarteten Demokratisierung. In der Tat gab es mehr Gewalt und Chaos und weniger Demokratie, als vor dem Beginn des Arabischen Frühlings.

Weitgehend unbeachtet bleibt, daß die weitverbreitete Destruktivität, die heute im Nahen Osten und in Afrika verbreitet ist, das direkte Ergebnis des Zusammenbruchs der autoritären Struktur der Gesellschaft hin zum Anti-Autoritarismus ist, der im Westen um 1960 seinen Anfang nahm und sich wie ein Lauffeuer in der ganzen Welt verbreitet hat, einschließlich des Nahen Ostens.

Eine weitere Frage ist die folgende: Wie man von der arabischen Bevölkerung, die seit Jahrhunderten im Nahen Osten unter extremen autoritären, oft Stammesbedingungen gelebt hat und die politisch weit rechts von der Mitte steht, realistisch erwarten kann, über Nacht in einer ähnlichen Weise wie Menschen zu funktionieren, die in einer modernen, westlich orientierten liberalen Demokratie leben? Diese Frage, die zum Kernproblem des Arabischen Frühlings vordringt, verweist auf den mystischen Glauben der Liberalen in die Vervollkommnung des Menschen durch soziale und politische Interventionen. Er ist mystisch, weil das, was erwartet wird, völlig unrealistisch ist. Der Glaube des Liberalismus ist eine säkularisierte Version der Erlösungsvorstellung durch göttliche Intervention, wie sie von religiösen Mystikern auf der politischen Rechten aufrechterhalten wird. Angesichts dessen, was im Nahen Osten geschieht, ist diese Form des mystischen Denkens jedoch sozial eindeutig weit destruktiver, wenn sie von links kommt.

Und was die weiblichen Autofahrer in Saudi-Arabien betrifft…

25. März 2013

In dem Artikel „The Woman Who Dared to Drive“, der am 23.-24. März 2013 im Wall Street Journal erschien, beschreibt der Autor die harsche Reaktion der herrschenden Regierung der Dynastie der Saud auf eine Frau, Manal al-Sharif, die die übliche Praxis des Königreiches ignorierte, derzufolge Frauen nicht fahren dürfen. Frau al-Sharif wurde verhaftet, für über eine Woche ins Gefängnis gesperrt und wurde erst entlassen, nachdem ihr Vater Saudi-Arabiens König Abdullah persönlich um eine Begnadigung ersuchte und versprach, seiner Tochter zu verbieten, jemals wieder im Königreich zu fahren.

Diese Ereignisse machen nur aus einer funktionellen energetischen Perspektive Sinn. Einerseits ist da eine Frau, die ihr Recht wahrnehmen will, ein Kraftfahrzeug zu fahren. Andererseits gibt es eine streng autoritäre Gesellschaftsordnung, die auf der Unterdrückung von Frauen im besonderen und sexueller Unterdrückung im allgemeinen basiert. Die streng autoritäre Ordnung erhält ihre Kontrolle über die Menschen aufrecht, indem sie absolute moralische Regeln des sozialen Verhaltens auferlegt. Diese Regeln dienen der Kontrolle von Unmengen von destruktiver Energie, die im Charakter der Menschen und ihrem Muskelpanzer gebunden sind. Dieser Panzer hindert sie daran, ihre natürlichen Gefühle im Sozialleben zum Ausdruck zu bringen. Sobald diese Regeln liberalisiert sind, werden die Schleusen für destruktive menschliche Emotionen geöffnet, was etwas heraufbeschwören wird, das auf einen „arabischen Frühling“ für das Königreich hinausläuft; einer sehr destruktiven und chaotischen Situation, ähnlich der, die vor kurzem viele andere moslemische Nationen in dieser Weltgegend betroffen hat.

Weil die saudiarabische Gesellschaft sich sozio-politisch auf der extremen Rechten befindet, können schwarze Faschisten (emotionell pestkranke Charaktere) auf der rechten Seite das Königreich leicht unterwandern, Kontrolle über dessen Gesellschaftspolitik ausüben und so den Grad seiner sozialen Rigidität weiter erhöhen. Die Lösung für das Problem von Frau al-Sharif ist nicht die Liberalisierung der saudischen Sitten, sondern das Wahrnehmen und das Bewältigen der zugrundeliegenden Emotionellen Pest der saudischen Bevölkerung, die das Problem unausweichlich macht.

Willkommen in der Demokratie im Nahen Osten

4. Februar 2013

In seinem Artikel „A Bleak Anniversary for the Arab Spring“ schreibt Thane Rosenbaum im Wall Street Journal vom 28. Januar 2013, daß der arabische Frühling zwar die Regimes vieler weltlicher Machthaber in den moslemischen Ländern des Nahen Ostens, Nordafrikas und des Persischen Golfs beendet haben mag, jedoch in keinem von ihnen hätten diese Veränderungen die erstrebten zentralen Merkmale einer demokratischen Gesellschaft hervorgebracht.

Es wird nie gefragt, wie man von moslemischen Menschen, die über Jahrhunderte unter extremer autoritärer Herrschaft gelebt haben, erwarten kann, daß sie über Nacht auch nur im entferntesten wie Menschen in einer modernen westlich geprägten Demokratie leben? Diese Frage, die in das Herz der emotionalen Krankheit der Menschen zielt, liegt außerhalb des Rahmens des aktuellen medizinischen und soziologischen Denkens. Ohne Anerkennung der emotionalen Krankheit infolge des individuellen und sozialen Panzers, der Menschen daran hindert, ihr Leben in den Griff zu bekommen und frei und eigenverantwortlich in einer demokratischen Gesellschaft zu funktionieren, kann man nicht verstehen, warum alle Bewegungen des arabischen Frühling scheitern mußten.

Ohne die Antwort zu kennen, schneidet der Autor diese Unfähigkeit der in moslemischen Ländern lebenden Menschen an, eine demokratische Gesellschaft aufzubauen. Er stellt fest, daß offensichtlich das einzige, was Moslems in der arabischen Welt erreichen können, das begrenzte kurzfristige Ziel ist, sich von ihren aktuellen Unterdrückern zu befreien. Diese kurzsichtige Vision der Welt ist tatsächlich ein Hinweis auf den Schweregrad des okularen Panzers der Massen in der moslemischen Welt; ein biophysischer Zustand, der verhindert, daß sie klar sehen und den Weg heraus finden aus ihrer gegenwärtigen Existenz in der Falle.

„Es breitet sich wie eine Seuche aus“

15. September 2012

Die Menschen werden langsam der Existenz der Emotionellen Pest gewahr, auch wenn sie sie nur als Metapher begreifen. In einem Kommentar zu den Demonstrationen gegen die westliche Welt, die sich wie ein Lauffeuer über den Nahen und Mittleren Osten ausbreiten, der sogenannte arabische Frühling, bezeichnete ein Kommentator im Fernsehen (The O’Reilly Factor, 14. September 2012) sie tatsächlich als eine Pest. Dem Kommentator war es offensichtlich, daß die Demonstrationen einer Seuche im medizinischen Sinne ähneln, weil es das Element der Ansteckung von einem Land zum anderen gab.

Bevor eine rationale und effektive Antwort in Angriff genommen werden kann, um die Zerstörungskraft einer beliebigen Manifestation der Emotionellen Pest einzudämmen, muß sie zunächst als physische Krankheit erkannt und behandelt werden, und ihre Arbeitsweise muß klar verstanden werden. Leider sind die Menschen heute noch weit davon entfernt, diesen wichtigen Schritt in ihrem Denken zu vollziehen. Der arabische Frühling ist eine organisierte Attacke, genährt und getragen von einer Grundströmung aus materieller Bedürftigkeit und sexueller Frustration der von Armut betroffenen und sexuell ausgehungerten islamischen Massen. Ihr persönlicher Haß wird erfolgreich genutzt und gegen Amerika und den Westen kanalisiert von erfahrenen emotionell pestkranken Charakteren, die zu radikal-islamischen Organisationen wie al-Qaida gehören.

Diese Kanalisierung ihres Hasses gegen Amerika erfährt eine Verstärkung, wenn der Präsident der Vereinigten Staaten überflüssigerweise sich regelmäßig bei Ländern der Dritten Welt über Unzulänglichkeiten Amerikas entschuldigt. Dadurch zeigt er, daß er absolut kein Verständnis für die Dynamik der Kräfte hat, die zwischen Amerika und den moslemischen Nationen am Wirken ist. Amerika mit Schuld beladen erscheinen zu lassen, versetzt unsere Nation in eine Position der Schwäche (Masochismus) in Bezug auf andere Länder, so daß eine sadomasochistische Beziehung zwischen ihnen etabliert wird. Diese hochpathologische, brisante Beziehung zwischen Amerika und den moslemischen Nationen nährt die Flammen der Emotionellen Pest durch Anregen der unbewußten, sexuell frustrierten, sadistischen Impulse der jüngeren Anhänger des Islams, die dann gegen uns gerichtet werden. Es ist kein Wunder, daß die Moslems sich ermutigt fühlen, unsere Botschaften anzugreifen und die US-Regierung aufzufordern, sich für alle möglichen und unmöglichen Anschuldigungen zu verantworten. Dies ist ein Beispiel dafür, wie die von rechts kommende Emotionelle Pest durch scheinbar unschuldige politische Äußerungen von einem amerikanischen Präsidenten verschärft wird, der politisch deutlich links steht.

Blogeinträge März/April 2011

23. April 2011

Die arabische Rebellion und die Emotionelle Pest

Erneut spielt sich das Drama des Konflikts zwischen der Sehnsucht der Menschen frei zu sein und ihrer Angst vor der Freiheit ab, diesmal in Form von Volksaufständen gegen Militärdiktaturen in den arabischen Nationen in Nordafrika und dem Nahen Osten. Es ist eine alte Geschichte, so alt wie die Geschichte der Zivilisation. Wieder einmal sind viele in der freien Welt euphorisch und wünschen den unterdrückten Menschen, daß sie von ihren Unterdrückern befreit werden. Wieder einmal ist niemand in der Lage, die offensichtlichen Fragen zu stellen: Warum werden die Menschen überhaupt unterdrückt? Wie ist es möglich, daß eine Handvoll despotischer Führer Millionen von Menschen versklaven können? Wie kann eine solche Entwicklung in Zukunft verhindert werden? Warum sind die Menschen nur in der Lage die Oberfläche der sozialen Probleme und nicht deren Ursachen zu sehen und mit ihnen umzugehen?

Die Antwort auf diese Fragen hat mit der Existenz des menschlichen Panzers zu tun. Beispielsweise ist es auf ihren gepanzerten Zustand zurückzuführen, daß, wenn die unterdrückten Massen befreit werden, sie nicht in der Lage sind, anders zu funktionieren als zuvor. Die Menschen wollen Freiheit, aber sie haben schreckliche Angst davor frei zu sein. Neue Tyrannen stehen immer bereit und warten darauf, die Kontrolle über sie zu übernehmen, oft mit einer Verschlechterung der sozialen Bedingungen. Dies ist die Wirkungsweise der Emotionellen Pest – das zerstörerische Verhalten der Menschen gegeneinander.

Bis die Menschen ihre Augen öffnen und anfangen, ehrlich auf sich selbst als Ursache ihrer Probleme zu blicken, wird sich der hoffnungslose Kreislauf von sozialer Unterdrückung, gefolgt von der Rebellion des Volkes gegen den Tyrannen, mit zunehmender Härte und wachsendem Verlust von Menschenleben fortsetzen. Diese Aufgabe erfordert, daß Menschen, die Existenz der Emotionellen Pest und ihre verheerenden Auswirkungen auf das menschliche Leben beginnen ernstzunehmen.

 
Die Ausbreitung der anti-autoritären Gesellschaftsordnung auf die moslemische Welt

Die Umwandlung der westlichen Gesellschaft von autoritär zu anti-autoritär nahm um 1960 seinen Anfang. Als Manifestation der Emotionellen Pest war sie teilweise das Ergebnis der sogenannten sexuellen Revolution und dem Nachlassen der autoritären Form der sexuellen Repression. Das Versprechen der neuen anti-autoritären Gesellschaft lautete, größere sexuelle Freiheit und Glück für die jüngere Generation zu bringen. Tatsächlich war das Resultat katastrophal, weil kein Versuch unternommen wurde, zwischen rationaler Autorität, die geschützt werden muß, und zwanghafter bzw. neurotischer Autorität, zu unterscheiden. Viel von dem, was in der autoritären Ordnung von Wert war, wie die Struktur der Familie, wurde zerstört. Hinzu kam der Durchbruch jeder erdenklichen Art von destruktiver sozialer Aktivität. Um das ganze noch schlimmer zu machen, wurde kein Versuch unternommen, auf die Gründe zu blicken, warum die sexuellen Bedürfnisse junger Menschen nicht erfüllt wurden und warum die Bewegung in einem Desaster endete.

Aufgrund der enormen technologischen Fortschritte der westlichen Zivilisation, wie dem Computer und dem Internet, war es nur eine Frage der Zeit, bevor die anti-autoritäre Bewegung mit ihrem geistlosen, mechanischen Bestehen auf bedingungsloser Freiheit für alle Menschen sich vom Westen aus verbreiten und die erstarrten autoritären Staaten der islamischen Welt infizieren würde. Die Revolutionen, die sich derzeit in der gesamten islamischen Welt zutragen, sind nur die erste Welle von dem, was noch kommen wird. Derzeit können nur Vermutungen über die sozialen, ökonomischen und militärischen Folgen dieser Revolutionen angestellt werden, da dies die oberflächlichsten Manifestationen der anti-autoritären Bewegung sind. Sicher ist jedoch, daß die Macht der gestürzten Herrscher von anderen übernommen wird, es aber keine wesentliche Verbesserung der sozialen Bedingungen in islamischen Ländern geben wird, bis die Menschen die zugrundeliegenden biologischen emotionalen Bedürfnisse, insbesondere diejenigen von Neugeborenen, Säuglingen und Kindern erkennen und schützen. Bis dahin werden diese Länder eine potentielle Brutstätte für Tyrannen und Terroristen bleiben.

 
Der Niedergang der modernen Psychiatrie

Mehr als jede andere Disziplin hat die Psychiatrie ihre Autonomie als unabhängiger Zweig der medizinischen Wissenschaften verloren und folglich unterliegt sie jetzt mehr oder weniger vollständig dem Einfluß der Pharma- und Versicherungsindustrie. Der Psychiater ist nicht mehr derjenige, der die Verantwortung für den Patienten trägt. Der Psychiater behandelt heutzutage psychiatrische Symptome wie Angst, Depression etc. mit Medikamenten, während der Psychologe oder Sozialarbeiter den „ganzen Patienten“ behandelt.

Wie kam es zu diesem dramatischen Niedergang dieses einst hochangesehenen Berufs? Der Rückgang in der Qualität der psychiatrischen Versorgung ist direkt verbunden mit dem Versäumnis der Psychiater, die Herkunft und die Funktionen der Emotionen, die psychiatrischen Erkrankungen zugrunde liegen, richtig zu würdigen. Dies führte zwangsläufig zu einer mechanistischen, einseitig am Gehirn orientierten Verzerrung der psychiatrischen Erkrankungen und einem auf Symptomen beruhendem Diagnose- und Behandlungssystem. Die Beseitigung des lästigen Symptoms, nicht die Herstellung emotionaler Gesundheit, wurde zum Ziel der psychiatrischen Behandlung. Der mechanistisch orientierte Psycho-Pharmakologe trat allmählich an die Stelle des Psychotherapeuten als Hauptansprechpartner. Mit dem Einsatz von Medikamenten wird die Energie hinter dem psychiatrisch problematischen Symptom des Patienten blockiert und vom Erleben ferngehalten, doch geschieht dies auf Kosten seines emotionalen Wohlbefindens.
Die mechanistischen Verzerrungen des emotionalen Lebens des Menschen, die wir heute in der Praxis der Psychiatrie sehen, treten nicht aus Mangel an Wissen auf. Sie hätten verhindert werden können, wenn die medizinischen Entdeckungen von Wilhelm Reich, wie die Existenz der biologischen Energie, die Funktion des Panzers und der Orgasmus-Funktion, verstanden und in den vorhandenen Wissensbestand der Psychiatrie integriert worden wären. Tragischerweise war und ist die überwältigende Mehrheit der Psychiater nicht in der Lage funktionell zu denken und die entscheidende Bedeutung dieser Entdeckungen zu erfassen. Sie stehen den Krankheiten der Menschen mit einem sterilen Ansatz gegenüber, der nicht lange aufrechterhalten werden kann, denn die breite Öffentlichkeit und die Psychiatrie selbst werden über kurz oder lang vom aktuellen Stand der Dinge desillusioniert sein und nach einer besseren Alternative für die heutigen Zustände suchen.

 
Was ist zur Demokratisierung der islamischen Ländern erforderlich

In seinem Artikel „Confronting Gadhafi Is Not Enough“ (Wall Street Journal, 19.-20. März, 2011) schreibt der ehemalige britische Premierminister Tony Blair, daß der Grund, warum islamische Länder keinen demokratischen Status erreicht haben, darin zu suchen sei, „daß eine kulturelle und gesellschaftliche Modernisierung in diesen Ländern nicht stattgefunden hat und die echte Religion so pervertiert wurde, daß Fanatiker, keine Demokraten, aus ihr hervorgehen“. Diese Antwort, obzwar korrekt, geht nicht weit genug und verkennt die enorme Tiefe der sozialen Probleme, denen die islamischen Länder gegenüberstehen.

Mein Buch The Emotional Plague: The Root Of Human Evil bezeichnet die Schritte, die unternommen werden müssen, bevor sich eine legitime Form von Demokratie in moslemischen Ländern entwickeln kann. Diese Schritte, die aus den Menschen selbst hervorgehen müssen, sind die folgenden:

  1. Erkennen und gesellschaftliches Sequestrieren emotionell pestkranker Charaktere auf der politischen Linken und Rechten.
  2. Überwindung des Tribalismus.
  3. Frauenemanzipation.
  4. Trennen der islamischen Religion vom Staat.
  5. Beseitigung von sexual-negativen Verhaltensweisen in der Kindererziehung und der haßerfüllten mystischen Indoktrination junger Menschen mit den Grundsätzen des islamischen Fundamentalismus.

Das sind die gewaltigen Aufgaben, für deren Erreichen man auch unter den besten Voraussetzungen Generationen benötigen wird. Trotz der Revolutionen, die derzeit in der ganzen moslemischen Welt stattfinden, ist es illusorisch zu glauben, daß eine legitime Form der Demokratie jemals in moslemischen Ländern hergestellt werden kann. Nachdem sie Jahrhunderte unter starker autoritärer Repression gelebt haben, haben Moslems keine Erfahrung in demokratischer Selbstverwaltung. Die heutigen Tyrannen werden durch andere ersetzt, die wahrscheinlich repressiver sein werden als die gegenwärtigen. Iran ist ein Beispiel. Dem Vorbild Irans folgend bewegt sich die Türkei, eine der wenigen weltlichen islamischen Länder, schnell in Richtung Re-Islamisierung.

Generell muß erkannt werden, daß die Energiequelle der Emotionellen Pest – menschliche Destruktivität gegenüber anderen – und die Bildung jeder Art von totalitärem Staat letztlich in der Hilflosigkeit der Massen begründet ist; in ihrer mystischen Sehnsucht, daß diejenigen, die an der Macht sind, sich um sie kümmern; und in ihrer Frustration aufgrund durchkreuzter Sexualität, die sich durch politische Anliegen westlicher Art schnell in soziale Aufstände umsetzt.

 
Natürliche Autorität, Zwangs-Autorität und Anti-Autorität

Die Emotionelle Pest lebt von der Verwirrung, indem sie immer mehr Verwirrung generiert. Das Durcheinander um die Bedeutung von Autorität ist dafür ein wichtiges Beispiel. Entsprechend gibt es keine allgemeingültige Übereinkunft hinsichtlich der Unterscheidung zwischen der sozialen Funktion rationaler und irrationaler Formen von Autorität.

Um diese Unterscheidung treffen zu können, müssen die drei Schichten der menschlichen bio-psychischen Struktur unterschieden werden: der biologische Kern, die sekundäre destruktive Schicht und die Oberfläche bzw. die äußere Fassade. In gepanzerten Gesellschaften ist natürliche Autorität rar. Sie stammt aus dem biologischen Kern, wird ohne Verzerrung direkt durch die Oberfläche ausgedrückt und dient dazu, gesunde Formen des gesellschaftlichen Lebens aufrechtzuerhalten.

Die Transformation der westlichen Gesellschaft von autoritär zu anti-autoritär ereignete sich um 1960. Die typische Form der Autorität in der autoritären westlichen Gesellschaft der Vergangenheit war die zwanghafte Autorität. Die von ihr ausgehende Repression richtete sich sowohl gegen Impulse aus dem biologischen Kern von Menschen (Gesundheit), als auch gegen pathologische (destruktive) Impulse. Trotz ihrer Mängel hielt die autoritäre Gesellschaftsordnung weitgehend die Autorität von Individuen aufrecht. Der repressive Fokus der Zwangs-Autorität, der je nachdem auf das gesunde oder auf das pathologische Leben gerichtet war, hing von der Rigidität der autoritären Gesellschaft ab.

Anti-Autoritarismus ist die typische Form von Autorität in den liberalen westlichen Gesellschaften von heute. Er entwickelte sich aus dem Zusammenbruch der autoritären Gesellschaftsordnung der Vergangenheit und deren notwendig gewordene Ersetzung durch eine zentrale (staatliche/kollektive) Autorität. Der Anti-Autoritarismus ist in erster Linie gegen jede Form individueller oder lokaler Autorität und den gesunden Ausdruck aus dem biologischen Kern gerichtet. Er stammt aus und steht im Dienst des Ausdrucks von Impulsen aus der sekundären destruktiven Schicht gepanzerter Menschen. Kontakt zum Kern fehlt vollständig. Die heutige anti-autoritäre Gesellschaftsordnung ist direkt verantwortlich für den qualitativen Zerfall jeder Form des Soziallebens.

 
Das Gehirn ist nicht der Geist: Was von der neuen Landkarte des Gehirns erwartet werden kann und was nicht

Mechanistische Wissenschaftler glauben, daß Gehirn und Geist ein und dasselbe seien. Eine computerisierte Landkarte des menschlichen Gehirns wurde vor kurzem für 55 Millionen US-Dollar erstellt zum Zwecke des Studiums nicht nur organischer Erkrankungen, bei denen das Gehirn eine Rolle spielt, wie Alzheimer und Autismus, sondern auch psychiatrischer Erkrankungen, wie Depression, von denen man annimmt, daß sie dem Gehirn entstammen („Atlas Gives Scientists New View of the Brain”, Wall Street Journal, 13. April 2011).

Diese Landkarte kann nützlich sein, um organische Erkrankungen des Gehirns exakt zu verorten, aber die durchgängige Gleichsetzung des Geistes (Psyche) mit dem Gehirn und nicht mit dem ganzen Körper, der das Gehirn mit umfaßt, ist geradezu zerstörerisch, weil sie die Bühne bereitet hat zur Mechanisierung der psychiatrischen Praxis. Psychiater hoffen, durch ein besseres Verständnis der Physiologie des Gehirns, irgendwie an ein pharmakologisches Heilmittel für psychische Krankheiten zu kommen, das die Hirnfunktionen verändert,.

Diese Auffassung von psychischen Erkrankungen hat den aktuellen beklagenswerten Zustand der psychiatrischen Praxis hervorgebracht, wo Diagnose und Behandlung eines jeden Patienten ausschließlich durch das vorliegende Symptom bestimmt wird. Vom Symptom ausgehend soll ein Medikament hergestellt werden, das, so die Hoffnung, „maßgeschneidert“ ist, um wie nach dem Kochbuch die betreffende „Hirnerkrankung“ zu behandeln.

Da jedoch die psychische Erkrankung Ergebnis einer Störung des gesamten Körpers ist und nicht nur des Gehirns, kann das pharmakologische Ziel niemals erreicht werden, egal wie gut die Gehirnphysiologie verstanden wird. Früher oder später muß die Psychiatrie die Sinnlosigkeit dieses mechano-mystischen Ansatzes einsehen. Sie wird die enormen zerstörerischen Folgen ihrer falschen Denkweise bewältigen und damit anfangen müssen, funktionell zu denken. Was sie erreichen muß, um psychische Störungen effektiv zu behandeln, ist nicht ein besseres psychiatrisches Medikament, sondern ein funktionelles Verständnis der gleichzeitigen Identität und Gegensätzlichkeit von Psyche (Geist) und Soma (Körper), die Gesundheit und Krankheit zugrundliegt.

 
Verschwörungstheorien und die Wirkungsweise der Emotionellen Pest

Mit Verschwörungstheorien versuchen gepanzerte Menschen sich die Existenz der Emotionellen Pest begreiflich zu machen. Jedoch denken Gepanzerte bei sozialen Interaktionen an bewußte Absichten und das ist die Schwäche aller Verschwörungstheorien. Unbeschadet der Stichhaltigkeit der Tatsachen schreiben sie den angeblichen Verschwörern eine Art von arglistigem Vorsatz zu. Damit entgeht ihnen der wesentliche Punkt, daß alles menschliche Verhalten von der individuellen und sozio-politischen Charakterstruktur der jeweiligen Person angetrieben wird. Dieses Verhalten stammt aus unbewußten biologischen Kräften und wird durch sie bestimmt. Sie sitzen tief in der destruktiven sekundären Schicht der gepanzerten Menschen.

Von der Emotionellen Pest befallene Menschen „verschwören“ sich nicht bewußt, um ihre zerstörerischen Handlungen zu organisieren und durchzuführen. Ohne bewußte böse Absichten werden sie spontan voneinander angezogen und arbeiten zusammen, weil sie ein gemeinsames Ziel haben. Die Zusammenarbeit von Hugo Chavez in Venezuela, auf der extremen Linken, und Mahmud Ahmadineschad aus dem Iran, auf der extremen Rechten, zeigt die Tendenz von pestkranken Individuen sich spontan gegen ihren gemeinsamen Feind zu organisieren, der freien Welt (besonders Amerika), obwohl sie gegenüberliegenden Seiten des sozio-politischen Spektrums angehören.

 
Die zunehmende Anzahl von Kindern und Jugendlichen die psychiatrische Betreuung benötigen

Ich begann meine psychiatrische Assistenzzeit 1960. Im Vergleich zu heute stellten Kinder und Jugendliche einen relativ kleinen Teil des psychiatrischen Klientel dar und die Behandlung bestand fast ausschließlich aus irgendeiner Form von Psychotherapie. Die Verwendung von Medikamenten für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen war völlig unbekannt. In den folgenden Jahrzehnten wurde immer mehr jungen Menschen die Aufmerksamkeit von Psychiatern zuteil und bei ihrer Behandlung wurden Psychopharmaka eingeführt. Therapie der Wahl für Kinder und Jugendliche sind heute Medikamente, die entwickelt wurden, um das störende Symptom zu unterdrücken.

Die zunehmende Anzahl junger Menschen, die psychiatrische Hilfe benötigen, ist eine der vielen zerstörerischen Folgen der Umwandlung der westlichen Gesellschaft von autoritär zu anti-autoritär. Die autoritäre Gesellschaft der Vergangenheit ruhte auf der autoritären Familie. Basierend auf sexueller Unterdrückung war der Vater der Vollstrecker der Zwangsautorität und vor allem die Mutter war Vermittler des autoritären Moralcodes, der Recht von Unrecht unterscheidet. Aus Sicht der Gesellschaft gab es bei erfolgreicher Unterdrückung ein generelles Gefühl sozialer Stabilität, das sich in Loyalität und Respekt vor Autoritäten und autoritären gesellschaftlichen Institutionen niederschlug.

In der heutigen anti-autoritären Gesellschaftsordnung kam es zu einer Schwächung der autoritären Familie. Wenn man ihr Verhalten betrachtet, sind Eltern emotional nicht in der Lage, für das Aufziehen ihrer Kinder die Verantwortung zu tragen. Die Gesellschaft ist zerrissen. Die alte autoritäre Moral wurde ersetzt durch eine weit größeren Schaden anrichtende Moral, die politische Korrektheit, welche auf Autorität beruht, die von außerhalb der lokalen Autorität der Familie stammt. Die neue Autorität ist qualitativ ganz anders als die alte autoritäre Autorität, da sie aus dem Widerstand der Menschen gegen traditionelle Formen der Autorität besteht. Dies führte zwangsläufig zur zentralisierten bzw. zur kollektiven Autorität. Voller Verachtung für alle Formen der traditionellen Autorität, haben Kinder und Jugendliche zunehmend den Kontakt mit ihrem biologischen Kern und mit traditionellen Werten und Verhaltensweisen verloren, die einst die Gesellschaft zusammengehalten haben. Es gab einen starken Anstieg des Angstpegels, was sich in schweren Aufmerksamkeitsstörungen (Störungen im Kontakt), Hyperaktivität und unterschiedlichen Formen von impulsivem Verhalten manifestiert und nach psychiatrischer Aufmerksamkeit verlangt. Viele dieser Zustände gab es vor 50 Jahren nicht. Leider ist die einzige Behandlungsform, die dem traditionellen Psychiater zur Verfügung steht, die Unterdrückung der Symptome mittels Medikamenten. Die zugrundeliegende Quelle der emotionalen Probleme junger Menschen wird konsequent umgangen.

Hingegen verstehen jene, die vom American College Orgonomy in medizinischer und sozialer Orgonomie ausgebildet worden sind, die destruktiven Veränderungen in der Struktur der Menschen infolge der anti-autoritären Transformation unserer Gesellschaft und können damit umgehen (siehe „The Practice of Medical Orgone Therapy in Anti-authoritarian Society“, Journal of Orgonomy, Vol. 43, No. 2).

Blogeinträge Januar/Februar 2011

26. Februar 2011

Antiquierter Liberalismus ist nicht die Antwort auf den arabischen Rassismus

In seinem Artikel „Egypt’s Prison of Hate” (Wall Street Journal, 4. Januar 2011) befaßt sich Bret Stephens mit dem Massaker an 20 koptischen Kirchgängern zu Silvester 2010/2011 in Alexandria, Ägypten. Die politische Reaktion vieler Anführer der Moslems sah so aus, daß sie einem von Israel unterstützten zionistischen Komplott die Schuld gaben. Stephens empfiehlt den Ägyptern den überkommenen Liberalismus, insbesondere die Verbreitung einer arabischen Übersetzung des Gesamtwerks des liberalen englischen Philosophen John Locke, beginnend mit seinem Brief über die Toleranz.

Leider ist der antiquierte Liberalismus gekommen und wieder gegangen. Diese Lösung ignoriert die entscheidende Rolle, die die sozio-politische Charakterstruktur der Menschen beim aktuellen sozialen Verhalten spielt. Ägypter, die rassistisch sind, und jene Führer, die Greueltaten wie dieses Massaker verteidigen, gehören der äußersten rechten Seite des sozio-politischen Spektrums an. Diese Ägypter dürfen nicht mit der Mehrheit der Menschen im Lande in einen Topf geworfen werden, die mehr zum politischen Zentrum hin tendieren und daher gewaltfrei sind.

Darüber hinaus führt die Förderung liberalen Denkens nicht zur Quelle der enormen Menge an Haß, der tief in der Charakterstruktur aller moslemischen Extremisten eingeschlossen ist. Dieser Haß ist ständig auf der Suche nach Freisetzung in der einen oder anderen Form. Die Quelle dieses Hasses ist der Wunsch nach Rache, die von ihrem persönlichen Leben auf den Dschihad verlagert wird. Die liberale Philosophie, die aus der oberflächlichsten Schicht der menschlichen Struktur entstammt, kann das Reservoir des Hasses dieser Extremisten nicht in Schach halten. Wenn sie nicht erkannt und vom Rest der Gesellschaft isoliert werden, bleibt diese Geißel des destruktiven menschlichen Verhaltens außer Kontrolle.

 
Das Massaker in Tucson

Das folgende ist ein Auszug aus einem Artikel, der in einer kommenden Ausgabe des Journal of Orgonomy erscheinen wird. Er wird hier mit freundlicher Genehmigung des Autors, Edward Chaska, M.D., veröffentlicht.

Unter Bezugnahme auf das Attentat vom 8. Januar 2011, bei dem Jared Lee Loughner auf 20 Menschen schoß, schreibt Dr. Chaska:

Bei der Debatte in den Medien über die Schüsse auf die Kongreßabgeordnete Giffords und neunzehn andere wird die tödliche Wechselwirkung zwischen Marijuana und Geisteskrankheiten übersehen. Als psychiatrischer Berater in einer Drogen- und Rehabilitationseinrichtung sehe ich Dutzende von jungen Männern und Frauen, bei denen sich psychotische und gewalttätige Zustände als Resultat des Gebrauchs von Marijuana und anderen Drogen zeigen. Nach drei oder vier Monaten Behandlung und Marijuana-Abstinenz sind sie oft vollkommen andere Menschen. Marijuana-Konsumenten entwickeln dreimal so häufig eine psychotische Episode und entwickeln doppelt so häufig offensichtliche Symptome von Schizophrenie, im Vergleich zu Menschen, die kein Marijuana rauchen. Sie leiden auch öfter an Angst und Depression. Marijuana hemmt die Entwicklung des Gehirns und stört die natürlichen empathischen Gefühle für andere Menschen.

In Pennsylvania können, dank der Verfechter von „Kinderrechten“, Kinder ab 14 eine psychiatrische bzw. Drogen-und Alkohol-Behandlung ablehnen, auch wenn ihre Eltern auf der Notwendigkeit bestehen. Wenn die Medien jemanden für diese Tragödie verantwortlich machen wollen, brauchen sie nur auf die Marijuana-Lobby und die Verfechter der „Kinderrechte“ blicken, die das Recht der Eltern auf eine Behandlung für ihre Kinder mit psychiatrischen und Drogenproblemen beschneiden wollen.

Mit seiner charakterologischen Ausbildung kann der medizinische Orgonom jene Jugendlichen genau identifizieren und effektiv behandeln, die mit einem Risiko für die Entwicklung psychotischer Symptome behaftet und anfällig für destruktives Verhalten sind, lange bevor sie gewalttätig werden. Loughner, der eine Drogenkarriere vorweist, hat vielleicht vor dem Angriff nicht unter klassischen schizophrenen Symptomen gelitten, aber dennoch wies sein Verhalten darauf hin, daß er die Charakterdiagnose „paranoide Schizophrenie mit impulsiven und mörderischen Tendenzen“ vorwies. Daß er über lange Zeit hinweg Marijuana konsumiert hatte, erhöhte das Risiko einer gewaltsamen psychotischen Reaktion. Die Fähigkeit des medizinischen Orgonomen, eine frühe therapeutische Intervention aufgrund einer genauen Charakterdiagnose durchzuführen, kann dazu beitragen, künftige Tragödien zu verhindern.

 
Das Problem Aggression

Um das Aggressionsproblem lösen zu können, muß zwischen natürlicher, gesunder Aggression (Energie, die vom biologischen Kern stammt und rational ohne Verzerrung ausgedrückt wird) und neurotischer Aggression (Energie, die verzerrt und irrational wird, wenn sie durch den Panzer hindurchgeht) unterschieden werden.

Die Verwirrung, die sich aus diesem Durcheinander ergibt, setzt die Emotionelle Pest in Bewegung. Aufgrund ihrer biophysischen Intoleranz für und Angst vor Aggression, die aus dem biologischen Kern stammt, sind die, die politisch der Linken zuzuordnen sind, schnell dabei, alle Formen von Aggression, ob gesund oder neurotisch, als pathologisch abzutun. Dies erlaubt ihnen, öffentliche Gewalttaten, wie vor kurzem das Massaker in Tucson, zu politisieren, um die politische Rechte zu diskreditieren. Sie setzen automatisch Aggression mit Gewalt gleich und ordnen sie der politischen Rechten zu. Obwohl diejenigen, die rechts stehen, Aggression tolerieren können, unterscheiden sie ebenfalls nicht zwischen ihren beiden Formen. Wenn sie angegriffen werden, geraten sie in die Defensive, bei der ihnen nur bleibt auf den politischen Charakter der Maßnahmen der Linken hinzuweisen. Ohne das Deutlichmachen der Existenz der beiden Formen von Aggression, der gesunden und der kranken, ist die Antwort der Rechten nur teilweise wirksam. Das erleichtert den Ausdruck der Emotionellen Pest und erhöht den politischen Einfluß der Linken.

 
Die politische Strategie der linken Ideologen

Um Sinn in das politische Verhalten der linken Ideologen in Amerika zu bringen, muß man die drei funktionellen Schichten der bio-physischen Struktur der Menschen verstehen. Dies sind: die oberflächliche Schicht bzw. Fassade, die tiefere, sozialschädliche mittlere Schicht und die tiefste Schicht, der biologische Kern.

Da sie keinen Kontakt mit ihrem Kern haben und je nachdem, ob sie politische Macht haben oder nicht, wechseln Ideologen der politischen Linken hin und her zwischen ihrer oberflächlichen Schicht (indem sie die Identität eines echten Liberalen annehmen) und ihrer zerstörerischen, mittleren Schicht und wieder zurück. Als sie politisch nicht an der Macht waren (vor 2008), agierten sie aus ihrer oberflächlichen Schicht heraus und taten so, als wären sie echte Liberale. Sobald sie 2008 an die Macht gelangt waren, zeigten diese fälschlich so genannten (Pseudo-) Liberalen ihre wahre Identität. Vor den Augen einer überraschten Öffentlichkeit ließen sie ihre liberale Fassade hinter sich und agierten unverhohlen vollständig aus ihrer zerstörerischen mittleren Schicht heraus. Sie verpackten ihre sozialistische Agenda als sozialen Fortschritt und zwangen sie der Öffentlichkeit auf, was beweist, daß ihr Ziel die Schwächung und schließliche Zerstörung Amerikas ist, sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene, weshalb sie in der Tat nichts anderes als altmodische Kommunisten sind. Jetzt (2011), wo es ihnen wieder an politischer Vorherrschaft ermangelt, machen sie sich erneut ihre scheinbar gutartige liberale Fassade zu eigen. Die Linke wird solange auf diese Weise auftreten, bis sie wieder die Regierung kontrolliert. Das bezeichnet man als Salamitaktik der Staatskunst; die scheibchenweise Übernahme eines Landes.

Der vorübergehende Rückzug der Linken soll den Anschein erwecken, daß sie dabei sind einzulenken, was Elemente ihrer destruktiven politischen Rhetorik und Ziele betrifft. Da die Öffentlichkeit nur erkennt, was auf der politischen Oberfläche vorgeht, wird das von einigen auf der Rechten als Sieg verbucht werden, aber das ist Wunschdenken. Die geringfügigen Veränderungen in der Fassade der Pseudo-Liberalen/Kommunisten sind nur Berechnung. Ihre Taktik steht immer im Dienst der Erhaltung und Stärkung der politischen Kontrolle über Menschen.

 
Die wahre Bedeutung von „Christus starb für unsere Sünden“

Als ein Eckpfeiler der christlichen Philosophie ist dieser Satz eine Manifestation oder ein Symptom des gepanzerten menschlichen Denkens. Jedes Symptom besteht aus zwei Komponenten, einem Impuls und einer Abwehr. In diesem Fall besteht der Impuls im Versuch des Menschen, sich von seiner Schuld (Sündenhaftigkeit) zu entlasten, indem die Last der Verantwortung auf Christus den Erlöser abgeschoben wird. Die Abwehr besteht im Verbergen des wahren Grundes für den Tod Christi durch mystische Verzerrung. Nach Beseitigen der Verzerrung wäre dieser Satz eindeutig und lautete: „Christus starb wegen der Sündenhaftigkeit des Menschen.“ Wilhelm Reich zeigte in seinem Buch Christusmord, daß Menschen Christus wegen ihrer Sündenhaftigkeit, d.h. aus ihrer Bosheit heraus, ermordet haben, die sich aus der Emotionellen Pest in ihnen ergibt.

 
Es ist die Wahl zwischen schlecht und schlechter

Jeder Versuch von Menschen soziale Probleme politisch zu lösen, führt stets dazu, daß aus einer bestehenden schlechten Situation eine noch schlechtere wird. Der Grund für diese tragische Wendung der Ereignisse ist die eingeschränkte Fähigkeit der Menschen Freiheit zu tolerieren. In ihren politischen Kämpfen wird die Sehnsucht der Menschen nach mehr Freiheit durch ihren eigenen Panzer vereitelt und das verhindert, daß sie tatsächlich in der Lage sind, die Freiheit, die sie sich ersehnen, zu erreichen. Diese Unfähigkeit auf Seiten der Menschen ermöglicht es den Kräften der organisierten Emotionellen Pest routinemäßig die politische Arena zu betreten, das Machtvakuum auszunutzen und ein noch totalitäreres Regime aufzurichten als das, das vorher existierte. Ein schlechter sozialer Zustand verschlimmert sich.

Erneut läuft diese zerstörerische Kette von Ereignissen ab; diesmal manifestiert durch die arabischen Unruhen in den Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas. Demokratie erfordert mehr als freie Wahlen. Nichts wurde aus den Erfahrungen der Vergangenheit gelernt. Zunächst einmal versteht man noch immer nichts von der biophysikalischen Intoleranz der Menschen für Freiheit und den Grund für ihr Gefangensein in der Falle, d.h. ihren gepanzerten Zustand. Das bringt die Kräfte der Emotionellen Pest an die Oberfläche, die in der Struktur von allen Menschen enthalten sind. Diese Kräfte können jede Hoffnung der Menschen, die für ein besseres Leben kämpfen, in noch mehr Verzweiflung verwandeln und sie tun es.

 
Die sozio-politische Dynamik einer Betrugsaktion

Ähnlich wie im Individuum kommt es auch bei einer Betrugsaktion in der sozio-politischen Arena zu einer dynamischen Wechselwirkung zweier Kräfte. Bei zwei Menschen gibt es auf der einen Seite die Person, die emotional oder materiell etwas benötigt, und auf der anderen Seite steht der Betrüger bereit, diesen Bedarf zu „decken“. Ein klassisches Beispiel ist die Beziehung zwischen den Investoren und Bernie Madoff mit seinem Pyramidenspiel.

Die gleiche Beziehung gibt es im sozio-politischen Bereich. Hier sind die beiden Kräfte die emotional verkrüppelten, hilflosen Bürger einerseits, die ein neurotisch begründetes materielles Bedürfnis haben, daß ihnen etwas gegeben wird, und die Freiheitskrämer in der Regierung andererseits, die in der Lage zu sein scheinen, dieses Bedürfnis zu befriedigen, beispielsweise durch Hypothekendarlehen mit niedrigen Zinsen oder durch eine „freie“ Gesundheitsversorgung. Dem einen zu nehmen (dem produktiven, steuerzahlenden Segment der Gesellschaft), um es dem anderen zu geben (das unproduktive, keine Steuern zahlende Segment), ist ein Beispiel für ein riesiges Pyramidenspiel, das von Politikern in der Zentralregierung vor jedermanns Augen betrieben wird. Der Betrug läuft meist unbemerkt ab, weil ein stetig wachsendes Segment der amerikanischen Öffentlichkeit glaubt, daß es versorgt werden muß und diese Verantwortung wird schnell von linksorientierten Politikern beider Parteien übernommen, um aus der Lage Kapital zu schlagen. Am wichtigsten ist dabei, daß diese Sachlage nichts dazu beiträgt die Lebensqualität der Menschen zu verbessern, denen angeblich geholfen wird. Es macht sie von der Regierung nur noch abhängiger, als sie es ohnehin schon waren. Es untergräbt auch weiter den freien Markt, während es den Betrügern, die in der Politik zum gemeinsamen Besten handeln, Geld bringt und ihre Macht steigert.

Man gebietet einem Betrug einhalt, indem man ihn als Betrug bloßstellt.

 
Die biologische Herkunft der politischen Korrektheit

In seinem Artikel „The Origins of Political Correctness“ der in Band 43, Nummer 2 des Journal of Orgonomy erschienen ist, beschreibt Bill Lind die politische Korrektheit als „Krankheit des Jahrhunderts“: der verzerrte Ausdruck Marxistischer Ideen, die von der Ökonomie in kulturelle Begriffe übersetzt wurden. Obwohl von einem historischen Standpunkt aus korrekt, ist sein Verständnis der Ursprünge der politischen Korrektheit auf den mehr oberflächlichen sozio-ökonomischen Bereich begrenzt. Es werden nicht die mächtigen biologischen Kräfte berücksichtigt, die in den Tiefen der Menschen angesiedelt sind und die die politische Korrektheit rasch zur vorherrschenden Form der Moral im Amerika des 21. Jahrhundert gemacht haben.

Die Transformation des sozialen Panzers von autoritär zu anti-autoritär, die um 1960 herum begann, wurde von einer entsprechenden Veränderung in der Struktur der individuellen Panzer begleitet. Vor dieser Zeit war bei den meisten Erwachsenen der Panzer in der Skelettmuskulatur enthalten. Mit der Umwandlung des sozialen Panzers erfolgte bei Jugendlichen eine Verschiebung in der Panzerungsstruktur von der Muskulatur hin zum Gehirn. Der Augenpanzer verstärkte sich auf Kosten des Muskelpanzers in einem großen Teil der erwachsenen Bevölkerung. Diese Verlagerung führte zu einer dramatischen Veränderung in der Art wie Moral erlebt und ausgedrückt wurde.

Die autoritäre Moral der Vergangenheit stammte zu einem Gutteil vom Muskelpanzer. Ihre Funktion war es, die autoritäre Lebensweise zu bewahren. Mit der Verschiebung der individuellen Panzer von der Muskulatur zum Gehirn in einer großen Anzahl von Jugendlichen kam es zu einer qualitativen Änderung der Moral. Autoritäre Moral, mit ihrer absoluten Unterscheidung zwischen Recht und Unrecht beruhend auf dem Fühlen von Emotionen, wurde durch politische Korrektheit ersetzt, dem Ausdruck einer qualitativ anderen Art von Moral, die ihren Ursprung ausschließlich im Gehirn hat.

Die Moral der politischen Korrektheit, deren Funktion es ist, die anti-autoritäre Gesellschaftsordnung über den Autoritarismus triumphieren zu lassen, ist eine hochansteckende und verderbliche Manifestation der Emotionellen Pest, weil sie an den Verstand der Menschen appelliert und gut rationalisiert ist: sie diene dem Gemeinwohl aller.

 
Der Triumph des mechanistischen Denkens in den Sozialwissenschaften

Bei jeder Wissenschaft gehört die Destruktivität des mechanistischen Denkens zu ihren Merkmalen:

  1. Sie ist in einer mechanistischen Art und Weise kausal. Beispielsweise ist alles, was für eine demokratische Gesellschaft getan werden müsse, das Beseitigen des repressiven Regimes. Nichts wird darüber gesagt, was die Bedingungen im sozialen Leben sein müssen, bevor diese Änderung von einer Diktatur zur Demokratie erfolgen kann oder warum überhaupt das repressive Regime an der Macht war.
  2. Die quantitativen Faktoren zum Erreichen einer Demokratie sind die einzigen, die als wichtig erachtet werden; qualitative Faktoren werden ignoriert. Beispielsweise sei es für eine erfolgreiche Revolution nötig, die Mehrheit der Menschen hinter sich zu haben, die gegen das Regime, das an der Macht ist, opponieren. Dabei spiele es keine Rolle, ob diese Personen die gleichen Vorstellungen darüber teilen, was die Ziele der Revolution sind. Diese qualitativen Unterschiede in der sozio-politischen Charakterstruktur der Menschen, die in Wirklichkeit unüberwindbar sein können, sind Dinge, die dann irgendwie später bewältigt werden könnten.
  3. Nur externe Faktoren der Umwelt seien wichtig bei der Bestimmung des menschlichen Verhaltens; interne Faktoren, wie die emotionale Abhängigkeit der Menschen von anderen und ihre Unfähigkeit produktive Arbeit zu leisten, zählen nicht. Dergestalt können die Auswirkungen des Charakterpanzers, die das Denken und Handeln des Menschen in der Gesellschaft beeinflussen, erfolgreich ignoriert werden und die Quelle der menschlichen Destruktivität bleibt fast jedermann verborgen.

Die Geschichte hat immer wieder gezeigt, daß, wenn Diktatoren zu Fall gebracht und Menschen vor der Aufgabe stehen, sich selbst regieren zu müssen, ihre politischen Differenzen, ihre Unfähigkeit rational zu organisieren und ihre persönlichen Probleme an die Oberfläche kommen. Dann verfestigt sich der soziale Panzer noch mehr und die sozialen Bedingungen verschlechtern sich im Vergleich zu vor der Revolution.

 
Warum es niemals zu einem Waffenstillstand zwischen der Linken und der Rechten kommen wird

Politische Ideologie stammt aus dem grundlegenden Widerspruch in der Struktur jedes gepanzerten Menschen: der Sehnsucht nach mehr Freiheit und Glück auf der einen Seite und dem Wunsch nach risikoloser Sicherheit auf der anderen. In Amerika wird die liberale Ideologie bestimmt durch und ist Ausdruck der zugrundeliegenden Hoffnung, die das Versprechen von Freiheit und umfassendem Glück mit sich bringt. Liberale Ideologen haben keinen Sinn für die biophysischen Beschränkungen der Menschen, die in deren gepanzertem Zustand begründet liegen. Die konservative Ideologie wird von der Überzeugung bestimmt, daß diese herbeigesehnten Zustände, wenn nicht unrealistisch, so doch zumindest praktisch nicht erreichbar sind, jenseits dessen, was die Menschen ohnehin schon haben. Deshalb sollten die Menschen sich in Amerika glücklich schätzen und dankbar für das sein, was sie haben.

Aus biophysischer Sicht ergeben sich die ideologischen Unterschiede aus Unterschieden in den Panzerstrukturen der Menschen. Im allgemeinen weisen liberale Charaktere eine größere Mengen an Augenpanzer im Verhältnis zum Muskelpanzer auf. Sie verlassen sich ausschließlich auf ihren Intellekt und sehen die Welt idealistisch, d.h. so, wie sie sie gerne hätten. Diese verzerrte und äußerst destruktive Betrachtungsweise bringt sie dazu, politische und soziale „Lösungen“ auszuhecken, von denen sie fälschlicherweise glauben, sie könnten soziale Probleme beheben. Konservative Charaktere haben eine gegenteilige Panzerstruktur. Im allgemeinen haben sie weniger Augenpanzer und mehr Muskelpanzer. Konservative sind in besserem Kontakt zur Realität und erkennen ihre Grenzen, was die Befähigung betrifft soziale Verbesserung herbeizuführen. Diese biologisch begründeten Unterschiede in der Panzerstruktur erklären die Ideologie der Linken und die der Rechten und sie sind der Grund dafür, warum sie über keine gegebene soziale oder politische Frage einer Meinung sein können.