Posts Tagged ‘Epidemie’

Die Vorgehensweise der Emotionellen Pest bei der Coronavirus-Pandemie erkennen

16. Mai 2020

Bevor die Emotionelle Pest beseitigt werden kann, muß sie zunächst identifiziert werden. Die Wirkungsweise der Emotionellen Pest bei der aktuellen Coronavirus-Pandemie liegt in ihrer sinnlosen Zerstörungskraft auf die biologische Arbeitsfunktion der Menschen durch wohlmeinende mechanistische Wissenschaftler. Das pestkranke Individuum betrachtet die biologische Arbeitsfunktion als eine Art von Maschine, die wie ein Schalter bedenkenlos ein- und ausgeschaltet werden kann, ohne daß es irgendwelche Konsequenzen gibt.

Das wirkliche Problem ist ein funktionelles, nämlich die Coronavirus-Pandemie anzugehen, indem man parallel dazu Wege findet, nicht die Wirtschaft stillzulegen und die Arbeitsfunktion des Menschen zu zerstören. Wir wollen das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Dieser Ansatz erfordert Menschen, die in der Lage sind, funktionell und nicht mechanistisch zu denken. Dieses Problem ist keins, für dessen Lösung die gegenwärtigen mechanistisch ausgebildeten Epidemiologen qualifiziert wären.

Das Coronavirus und die Emotionelle Pest: II

12. April 2020

Der kontaktlose Zustand der Menschen verhindert, daß sie einen Sinn für die Existenz der Pest haben, es sei denn, sie bricht als Epidemie aus und zeigt sich in einer körperlichen Manifestation, wie zum Beispiel einem Virus.

In seinem Roman Die Pest (1947) beschreibt Albert Camus in hervorragender Weise eine fiktive Schilderung des Auftretens und Verschwindens einer Pestepidemie in einer algerischen Stadt und die charakteristischen Reaktionsweisen der Menschen auf diese Seuche. Darin findet sich eine frappierende Ähnlichkeit zwischen seinem fiktiven Bericht und dem, was heute im Zusammenhang mit dem Coronavirus geschieht. Damals wie heute, sobald die Welle der Epidemie ihren Lauf genommen hat, wird sie als beendet betrachtet, und die Menschen werden wieder ihren gewohnten Beschäftigungen nachgehen, als wäre nie etwas passiert. Und die Emotionelle Pest wird mit ihrer täglichen Zerstörungskraft gegen die Menschheit weitergehen wie bisher.

Nichts wird man aus dem, was passiert ist, gelernt haben, und nichts wird sich zum Besseren verändert haben.

Die Macht des Abstandhaltens

2. April 2020

Unsere Gesellschaft ist ein biosoziales System, das sich in einem chronischen Zustand der Überexpansion befindet. Das Abstandhalten der Bevölkerung ist ein Zeichen der bio-physischen Schrumpfung. Es handelt sich um einen Zustand der Abwehr, in dem die Menschen einander fernbleiben und mehr verinnerlicht funktionieren. Die Förderung des sozialen Abstandhaltens ist eine der Methoden, mit denen die Bedrohung durch das Coronavirus derzeit behandelt wird, um die Ausbreitung der Ansteckung von einer Person zur anderen zu verhindern.

In dem chronisch expandierten sozialen Zustand, der in Amerika vor der Coronavirus-Pandemie bestand, operierten die Menschen in erster Linie von ihrer sozialen Oberfläche her und waren so weit von sich selbst und ihrem biologischen Kern entfernt wie nie zuvor in der jüngeren Geschichte. Soziales Abstandhalten kann dazu führen, daß die Menschen besser mit sich selbst in Kontakt kommen. Es kann auch dazu führen, daß sie ihre täglichen Ablenkungen und die typischen Möglichkeiten Ersatzkontakt mit anderen aufrechtzuerhalten verlieren und dadurch die Angst und den Grad an Kontaktlosigkeit bei sich selbst erhöhen.

Die Neigung der Menschen, jede soziale Situation zu politisieren, ist allgegenwärtig. Einige stellen bereits die medizinische Notwendigkeit in Frage, ihr soziales Abstandhalten zu wahren. Die langfristigen wirtschaftlichen und bio-sozialen Auswirkungen des Abstandhaltens auf das Leben der Menschen und der durch sie verursachten bio-physischen Kontraktion in dieser Zeit der sozialen Krise bleiben abzuwarten.