Posts Tagged ‘Katholische Kirche’

Der Zusammenbruch der Trennung zwischen Kirche und Staat

26. September 2015

Ohne sie vollständig zu verstehen, hatten die Gründerväter ein starkes Gefühl für die Emotionelle Pest, die in den Menschen endemisch ist, und sie taten alles, was in ihrer Macht stand, um sie daran zu hindern sich zu organisieren und dieses Land zu zerstören.

Dieser Sinn für das Böse basierte auf der gesünderen Charakterstruktur der Menschen zu jenen Zeiten. Ihre autoritäre Charakterstruktur erlaubte es ihnen, die Bedeutung der Trennung von weltlicher und religiöser Autorität als Schutz gegen Tyrannei zu erkennen. Aber dann, als Folge des Zusammenbruchs der alten autoritären zur anti-autoritären Ordnung, der etwa in den 60er Jahren eintrat, organisierte sich die Pest selbst und befiel alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens.

Dies wurde von der Auflösung der autoritären Familie begleitet, von einer Abnahme des Muskelpanzers der Menschen und einer Zunahme ihres okularen Panzers. Die kontaktlosen Massen wurden säkularisiert und so auch ihre latente Neigung zum Mystizismus. Statt an ein Leben nach dem Tod zu glauben, forderten die Leute nun den Himmel auf Erden. Freiheitskrämerische Politiker auf der linken Seite traten auf und versorgten die desillusionierten Anhänger der Kirche mit der politischen Illusion, nach der es ihnen verlangte.

Das war die Zeit der deutlichen Verschiebung des gesellschaftlichen Mainstreams nach links von der politischen Mitte und dem zu verzeichnenden Rückgang an treuen Kirchgängern. Das Menetekel an der Wand sehend, hatten die Kirchenführer aller Konfessionen keine andere Wahl, als sich die politische Linie zu eigen zu machen, mit der die linken Ideologen in Amerika hausieren gingen.

Zusammen mit den persönlichen idealistischen Tendenzen von Papst Franziskus ist das Tätigwerden der Emotionellen Pest mittels sozioökonomischer Faktoren der wahre Grund, warum sich die politisch rechte Katholische Kirche derzeit auf Schmusekurs mit Barack Obama, einem politischen Aktivisten von ganz links, befindet. Zum ersten Mal in der Geschichte Amerikas sprach ein Papst die Teilnehmer einer gemeinsamen Sitzung des Congress an und predigte unter anderem darüber, was sie für die Umwelt tun sollten, hinsichtlich der Einkommensungleichheit und daß sie lernen sollten, wie man miteinander auskommt.

Diese Zusammenarbeit von Kirche und Staat stellt einen weiteren Schritt in der Globalisierung der Emotionellen Pest dar, bei der die Ideologien und die jeweilige Moral der äußersten Linken und der äußersten Rechten zu einer Einheit verschmelzen.

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Umweltschutz: Die mystische Übereinkunft zwischen der Linken und der Rechten

10. August 2015

Es folgt ein Auszug aus Clueless, meinem nächsten Buch:

Die Emotionelle Pest ist eine bösartige gesellschaftliche Erkrankung, die hochgradig invasiv von Mensch zu Mensch und von einer sozialen Institution zur anderen übergreift. Durch die massive Verschiebung nach links im Denken der Menschen, nicht nur im Westen, sondern weltweit, wurde die religiöse Mystik in den Massen, der Glaube der Menschen an ein besseres Leben nach dem Tod, durch säkulare Mystik ersetzt – die Sehnsucht der Menschen nach einem besseren Leben in der Gegenwart, im Hier und Jetzt. Dieses mystische Bedürfnis seitens der gepanzerten Menschen verschafft freiheitskrämerischen Ideologen auf der Linken einen enormen politischen Vorteil.

Religiöse Mystiker auf der politischen Rechten sehen das Menetekel und erkennen, daß, wenn sie nicht bald einige der populären politischen Ideen, die von linken Ideologen vertreten werden, akzeptieren, ihnen ihre Machtbasis wegbricht, ihre Gemeinde.

Eine ideologisch schmerzlose Art und Weise, in der religiöse Mystiker auf der Rechten an weltlichen Angelegenheiten partizipieren können, ist, neben dem Eintreten für die Armen der Welt, das Übereinstimmen mit dem umweltpolitischen Standpunkt der Linken.

Normalerweise würde die Katholische Kirche eine eklatante Politisierung theologischer Dokumente wie Papst Franziskus‘ Enzyklika Laudato si‘ vom 24. Mai 2015 ablehnen. Diesmal tat sie es jedoch nicht. In seiner Enzyklika kritisiert er die unerbittliche Zerstörung der Umwelt durch den Menschen, für die er Apathie, rücksichtsloses Gewinnstreben, übermäßiges Vertrauen in Technologie und politische Kurzsichtigkeit verantwortlich machte. Vorbehaltlos akzeptiert er den angeblich wissenschaftlichen Konsens, daß der Klimawandel weitgehend auf den Menschen zurückgeht, und er warnt vor noch nie dagewesener Zerstörung von Ökosystemen, wenn nichts für den Klimaschutz getan werde, vor allem durch die Reduzierung von Emissionen aus fossilen Brennstoffen.

Als Präsident Obama am 3. August Neuregelungen für saubere Kraftwerke „zum Klimaschutz“ ankündigte, schickten ihm 170 Evangelikale, Pastoren, Theologen, Leiter von gemeinnützigen Organisationen und andere einen offenen Brief, um ihn bei seinen Bemühungen zu unterstützen und zu ermutigen „den Klimawandel zu überwinden“. Präsident Obama reagierte ganz wie ein Wunderheiler: „Wie Papst Franziskus diesen Sommer in seiner Enzyklika klargelegt hat, ist das Stellungbeziehen gegen den Klimawandel eine moralische Verpflichtung.“