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Die Emotionelle Pest gedeiht in den Menschen durch Unsicherheit und Verwirrung

7. Mai 2020

Die aktuelle Coronavirus-Situation ist eine des „man ist verdammt, wenn man es tut, und man ist verdammt, wenn man es nicht tut“. Es ist der perfekte Sturm, bei dem die zerstörerischen Kräfte der Emotionellen Pest ihren Tribut an Menschenleben fordern. Wirtschaftlich gesehen zerstört sie die Arbeitsfunktion der Menschen. Politisch hetzt sie eine Gruppe der ahnungslosen Öffentlichkeit gegen die andere auf. Medizinisch gesehen setzt sie ihre Zerstörungskraft fort, indem sie Menschenleben tötet. Historisch gesehen wird sie auch in Zukunft unerkannt bleiben, denn trotz der besten Bemühungen der Menschen wird niemand je gewußt haben, was geschehen ist, sich daran erinnert oder daraus gelernt haben.

Das Coronavirus und die Emotionelle Pest: II

12. April 2020

Der kontaktlose Zustand der Menschen verhindert, daß sie einen Sinn für die Existenz der Pest haben, es sei denn, sie bricht als Epidemie aus und zeigt sich in einer körperlichen Manifestation, wie zum Beispiel einem Virus.

In seinem Roman Die Pest (1947) beschreibt Albert Camus in hervorragender Weise eine fiktive Schilderung des Auftretens und Verschwindens einer Pestepidemie in einer algerischen Stadt und die charakteristischen Reaktionsweisen der Menschen auf diese Seuche. Darin findet sich eine frappierende Ähnlichkeit zwischen seinem fiktiven Bericht und dem, was heute im Zusammenhang mit dem Coronavirus geschieht. Damals wie heute, sobald die Welle der Epidemie ihren Lauf genommen hat, wird sie als beendet betrachtet, und die Menschen werden wieder ihren gewohnten Beschäftigungen nachgehen, als wäre nie etwas passiert. Und die Emotionelle Pest wird mit ihrer täglichen Zerstörungskraft gegen die Menschheit weitergehen wie bisher.

Nichts wird man aus dem, was passiert ist, gelernt haben, und nichts wird sich zum Besseren verändert haben.