Posts Tagged ‘Psychopharmaka’

Das Herausnehmen der Psyche aus der Psychiatrie

27. Januar 2016

Der folgende Text ist ein Auszug aus meinem demnächst erscheinenden Buch Clueless:

In der Vergangenheit waren Psychiater Ärzte, die mit den psychischen und den körperlichen Funktionen des Patienten umgingen. Heute beschäftigen sich Psychiater ausschließlich mit den Symptomen des Patienten, indem sie Medikamente verschreiben. Für sie fällt die Psyche des Patienten nicht in ihr medizinisches Fachgebiet.

Dem gegenwärtigen psychiatrischen Denken zufolge, ist die Quelle der psychischen Erkrankung des Patienten, wie sie durch das gängige diagnostische Manual definiert wird, in einer lokalisierten Pathologie im Gehirn zu finden. Das ist mechanistisches Denken und ein Rückfall in das 19. Jahrhundert, als allgemein geglaubt wurde, daß jeder gegebene Teil des Gehirns Zentrum für ein festumrissenes psychisches Vermögen sei, etwa logisches Denken, Empathie, usw. Die Psyche wurde mit dem menschlichen Gehirn gleichgesetzt.

Diese Rückkehr zu einer veralteten Ansicht der Psyche vollzog sich in drei Stufen. Zunächst mußten Freuds auf Psychologie gründende Ideen über Sexualität (die Libido-Theorie) von der Mainstream-Psychiatrie zurückgewiesen werden. Danach konnte die Quelle der psychiatrischen Erkrankung mit der Vorstellung einer Lokalisierung im Gehirn ersetzt werden. Und schließlich konnte auf mystisch Weise geschlußfolgert werden, daß für jede psychiatrische Störung Medikamente mit Zielrichtung Gehirn irgendwie „maßgeschneidert“ werden könnten.

Das Problem mit den heutigen psychiatrischen Therapien

18. September 2011

Die Ursache für das Problem mit allen psychiatrischen Therapien ist das Fehlen einer funktionellen Auseinandersetzung mit einer ganzen Reihe von miteinander verbundenen, unbeantworteten Grundsatzfragen, angefangen bei der Frage was emotionale Gesundheit ist und was Krankheit ist. Aus dieser Frage ergeben sich logisch folgende Fragen: Was sind Emotionen? Was ist eine emotionale Störung? Wie können emotionale Störungen wissenschaftlich klassifiziert werden, um ein vernünftiges System der Diagnose und Behandlung zur Hand zu haben? Ohne zufriedenstellende Antworten auf all diese Fragen, ist es nicht möglich, zu einer rationalen, kausalen Methode der psychiatrischen Therapie zu kommen.

Leider werden diese Fragen nicht ausreichend beantwortet, weil der gepanzerte Zustand der Menschen sie daran hindert funktionell zu denken. Stattdessen fallen die Therapieansätze der heutigen Psychiatrie in zwei allgemeine Kategorien: die mechanistische bzw. symptom-zentrierte und die mystische bzw. „ganzheitliche“ Behandlung. Symptom-zentrierte Ansätze der Diagnose und Behandlung, wie die medikamentöse Therapie oder die Verhaltenstherapie, bleiben an der Oberfläche und sind nur von begrenztem Wert. Aus ätiologischer Sicht kann jedes Symptom in jeder diagnostischen Kategorie auftauchen. Der ganzheitliche Ansatz räumt auf mit dem Problem der Symptome mittels Konzentration auf die „Wellness“ des Patienten und des „Patienten als Ganzheit“, aber er umgeht vollkommen das Problem der Diagnose.

Aus funktioneller Sicht entspricht die klinische Bedeutung jedweden Symptoms der Funktion, die es im Zusammenhang mit der individuellen Charakterdiagnose hat. Daher muß zuerst die Charakterstruktur des Patienten verstanden werden, bevor die Bedeutung des Symptoms begriffen werden kann. Deshalb ist es aus kurativer Sicht nicht möglich, eine psychiatrische Störung korrekt zu behandeln, ohne vorher zu einer korrekten Diagnose gekommen zu sein.

Anstatt, daß sie ihr klinisches Denken von ihren klinischen Beobachtungen ableiten, zwingen gepanzerte Therapeuten ihre Beobachtungen in ihre vorgefaßte mechano-mystische Denkweise. Damit tun sie ihren Patienten einen gewaltigen Bärendienst und zerstören darüber hinaus eine einst hochangesehene Profession.

Blogeinträge Mai/Juni 2011

23. Juni 2011

Die anti-autoritäre Entartung der amerikanischen Colleges

Die anti-autoritäre Gesellschaftsordnung ist in alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens eingedrungen. Nirgendwo mehr als auf dem College-Campus. Der Grund für diese destruktive Wendung der Ereignisse wird nie hinterfragt, denn die Antwort liegt außerhalb des Rahmens des konventionellen mechanistisch-mystischen Denkens. Er hat zu tun mit dem Schub an sexueller Energie in diesen jungen Leuten und, aufgrund ihres Panzers, der Unfähigkeit echte Befriedigung zu erlangen. Die daraus resultierende nicht entladene Sexualenergie verursacht jede Menge von pathologischen Symptomen einschließlich dem sozialen Ausagieren und Unruhestiften auf dem College-Campus. Heute, mehr denn je, wird die emotionale Grundlage dieser Symptome konsequent ignoriert.

In der vergangenen autoritären Ära war die Gesellschaft gut strukturiert. Persönliche Probleme von Individuen wurden auf individueller Ebene von denjenigen behandelt, die dazu autorisiert waren mit ihnen umzugehen. In der anti-autoritären Gesellschaft sind persönliche Probleme zu sozialen Fragen politisiert worden. Sie werden nicht von Einzelpersonen behandelt, sondern von Personengruppen, Ausschüssen und so weiter. Individuelle Autorität wurde durch kollektive Autorität ersetzt. Es ist genau hier, wo die derzeitige Administration ständig als Großer Bruder auftritt, der das Problem „löst“, in diesem Fall durch „Leitlinien“ aus Washington für das, was als ordnungsgemäßes (politisch korrektes) Sozialverhalten auf dem College-Campus betrachtet werden kann.

Dieses Beispiel veranschaulicht die Taktik, die typischerweise von pseudoliberalen/kommunistischen Politikern in ihrem Versuch verwendet wird, Kontrolle über die amerikanischen Gesellschaft zu erlangen: aktuelle soziale Probleme begierig aufgreifen oder, wenn es keine gibt, sie erzeugen und dann eine zentralisierte, staatlich geförderte Lösung bereitstellen.

 
Medizin, die sich an Symptomen orientiert, und Medizin, der es um Heilung geht, im Vergleich

In fast allen Fällen besteht die Herangehensweise des mechanistischen Arztes an die Krankheit in der Konzentration auf und der Beseitigung des störenden Leitsymptoms. Das ist so, weil die zugrundliegende Ursache von Krankheiten wie Krebs, Herzleiden, Schizophrenie und so weiter sich außerhalb seines Kompetenzbereichs befindet. Erschwerend kommt hinzu, daß die meisten erst medizinische Hilfe suchen, nachdem sich offenkundige Anzeichen und Symptome einer Krankheit entwickelt haben, zu einem Zeitpunkt also, zu dem der Krankheitsprozeß bereits unumkehrbar geworden ist und die einzig mögliche Behandlung nur den Symptomen gelten kann. Die beeindruckenden Fortschritte bei Infektionskrankheiten, Operationstechniken und die diagnostische Raffinesse der spezialisierten Zweige der Medizin unterstreichen doch nur, wie weit sich die Medizin in Richtung Mechanisierung entwickelt hat. Medizinische Spezialfächer florieren, weil die Anwendung der mechanistischen Prinzipien auf die medizinische Praxis in Richtung größerer Spezialisierung weist.

Man muß aus diesem mechanistischen Paradigma heraustreten, um eine wirklich Heilung versprechende Vorgehensweise für medizinische (einschließlich psychiatrische) Krankheiten zu finden. Wilhelm Reichs Entdeckung der biopathischen Prädisposition gepanzerter Organismen zu einer Erkrankung bietet genau das. Eine Biopathie ist eine pulsatorische Energiestörung des plasmatischen Systems (bestehend aus dem Autonomen Nervensystem und dem Gefäßsystem) durch das Vorhandensein chronischer Panzerung. Der Ansatz des medizinischen Orgontherapeuten besteht darin, allmählich die pulsatorische Störung zu beseitigen, die dem biopathischen Symptom zugrundeliegt. Eine erfolgreiche Auflösung des Panzers führt nicht nur zu Beseitigung der störenden Symptome, sondern auch zu einer permanenten Verbesserung des Funktionierens und emotionalen Wohlbefindens des Betroffenen. Prävention der Panzerung von Säuglingen und Kindern wäre ein wichtiger, natürlicher, kein mechanisch-künstlicher Schritt zur Verbesserung der Gesundheit und Langlebigkeit in der Allgemeinbevölkerung.

 
Die mechanistische und die mystische Betrachtungsweise der menschlichen Sexualität

Unterschiede in den Weltanschauungen gepanzerter Menschen mit ihrem mechanistischen und mystischen Denken sind in allen Bereichen des menschlichen Lebens offenkundig, einschließlich der menschlichen Sexualität. Wenn mechanistisches oder mystisches Denken auf lebendige Funktionen angewendet wird, kommt es zu Verzerrungen. Es dient der Abwehr, um die Dinge nicht so sehen zu müssen, wie sie wirklich sind. Diese Ansichten entsprechen in der Regel dem Denken der politischen Linken (mechanistisches Denken) und dem der Rechten (mystisches Denken).

Wenn es auf die menschliche Sexualität angewendet wird, scheint das mechanistische Denken in der Lage zu sein, jeden Aspekt der menschlichen Sexualität bis ins kleinste Detail zu untersuchen: vom den verschiedenen Abarten prägenitaler sexueller Aktivitäten bis zu den Hormonen, Neurotransmittern und Gehirnzentren, die beim Sex eine Rolle spielen. Nach all den Studien hat man, wenn überhaupt, wenig Neues über die sexuellen Funktionen des emotionalen Lebens gelernt. Auf der anderen Seite hat das mystische Denken sich auf Begriffe wie „Liebe“, „Energie“ und so weiter konzentriert, die keine physische Grundlage haben.

Beide Betrachtungsweisen beinhalten schwerwiegende Verzerrungen. Sie ignorieren die Existenz der physischen biologischen Energie, die die Grundlage für das Verständnis jeden Aspekts der menschlichen Sexualfunktion bieten kann. Das Wissen über diese Energie, die von Wilhelm Reich um 1940 entdeckt wurde, bleibt weiterhin für jene ein Tabu, die, wegen ihrer gepanzerten Charakterstruktur, mechanistisch oder mystisch denken. Bei seinen bio-elektrischen Versuchen fand Reich, daß die Ladung auf der Hautoberfläche bei Lustzuständen ansteigt und bei Angstzuständen abfällt. Er kam zu dem Schluß, daß eine reale physische Energie in diesen unterschiedlichen emotionalen Zuständen vorhanden ist. Die Gefühle von Lust und Angst entsprechen verschiedenen Bewegungsrichtungen der Energie; vom Zentrum des Organismus zur Peripherie bei Lust, von der Peripherie zum Zentrum bei Angst. Aus klinischen Untersuchungen schloß er, daß der sexuelle Orgasmus in einem relativ ungepanzerten Organismus wie ein Sicherheitsventil funktioniert, d.h. den Energiemetabolismus reguliert und damit das Aufstauen von Energie verhindert, das zu allen möglichen Formen menschlicher Pathologie, medizinisch, sozial und psychologisch, führen kann. Jedoch ist bei den meisten gepanzerten Menschen die regulatorische Funktion des Orgasmus gestört und deshalb können sie seine funktionelle Bedeutung für die Erhaltung von emotionaler und körperlicher Gesundheit nicht erkennen. Die gegenwärtigen mechano-mystischen Ansichten über die menschliche Sexualität sind die unvermeidliche Folge gepanzerten Denkens.

 
Politik verstehen

Um Politik zu verstehen, muß man zunächst funktionell denken und der drei grundlegenden Ebenen der bio-psychischen Struktur des gepanzerten Menschen gewahr sein: der biologische Kern, die destruktive mittlere Schicht und die oberste Schicht, die soziale Fassade. Ansonsten wird man frustriert die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und das Geschehen ignorieren.

Alle politischen Interaktionen sind durch die soziale Fassade vermittelt. Jedoch stammen die meisten politischen Aktivitäten aus der destruktiven mittleren Schicht, während der biologische Kern, die Quelle aller konstruktiven gesellschaftlichen Unterfangen, im gesellschaftlichen Leben überhaupt nicht vertreten ist. Erschwerend kommt hinzu, daß die meisten Menschen in der Politik operieren, als ob es die destruktive mittlere Schicht, die Quelle des Bösen im Menschen, nicht gäbe. Es ist als ob der Kaiser keine Kleider hat: alle politische Aktivität entstamme der sozialen Fassade und könne in einer rationalen, parlamentarischen Weise zufriedenstellend gehandhabt werden. Diese Farce, die vor allem von der politischen Linken vertreten wird, zeitigt weiterhin tragische Folgen, während sich die politische Rechte, die nichts Besseres anzubieten hat, darin findet, dem gleichen Weg zu folgen.

Das ist heute die unglückliche Situation in der Politik. Sie ist der Grund dafür, daß die amerikanische Gesellschaft auseinanderfällt und das Überleben Amerikas, national und international, zunehmend eine Frage des Zufalls wird. Die Leute, die politische Macht besitzen, haben keine Ahnung von der zugrundeliegenden Dynamik der gesunden als auch der destruktiven biologischen Kräfte, die das gesellschaftliche Leben regieren. Darüber hinaus gibt es kein Anzeichen dafür, daß sie auch nur das geringste Interesse hätten, etwas darüber zu erfahren. Das „politische Tagesgeschäft“ ist die Regel.

Die Welt kann von Glück reden, daß das Wissen vorhanden ist, um den gefährlichen Niedergang der gesellschaftlichen Verhältnisse potentiell umkehren zu können. Das Thema Politik wird in meinem Buch Neither Left Nor Right ausgiebig diskutiert.

 
Netanjahus Rede: die Ausnahme, die die Regel bestätigt

In meinem Blogeintrag Politik verstehen (siehe oben) erklärte ich, daß der biologische Kern, die Quelle jedweden konstruktiven gesellschaftlichen Unterfangens, im sozialen Leben überhaupt nicht vertreten ist. Premierminister Benjamin Netanyahus Rede auf der gemeinsamen Sitzung des Congress am 24. Mai 2011 ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt.

Netanyahus Betrachtung des arabisch-israelischen Konflikts stammt aus seinem biologischen Kern. Sie ist lebenspositiv und basiert auf dem Recht aller Menschen, Juden und Araber gleichermaßen, in Frieden und Harmonie miteinander zu leben. Dies bedeutet Anerkennung Israels als unabhängigem jüdischem Staat. Seine aggressive Reaktion gegen islamische Terrororganisationen wie die Hamas erweist sich bei der Sicherung des Staates Israel in einer feindlichen Welt effektiver als der Ansatz der Tauben.

Sein Ansatz zeigt, daß er etwas davon versteht, wie die Emotionelle Pest vorgeht. In seiner Rede erklärte er beispielsweise, daß bei jeder Erwähnung von Terroranschlägen gegen Israel, die Welt mit Schweigen reagiert und sich die Aufmerksamkeit auf Israel als dem Schuldigen richtet. Jedoch ist ein intuitives Verstehen der Pest eine Sache, ihrer Destruktivität ein Ende zu setzen eine andere. Die Pest muß allgemein als das erkannt werden, was sie ist. Sie ist eine zerstörerische soziale Kraft, die in jedem gepanzerten Menschen eingebettet ist und, wenn die Bedingungen stimmen, kann sie sich auf jede lebenspositive gesellschaftliche Vision verheerend auswirken, wie die, die Netanyahu vor dem Congress ausgebreitet hat. Die Welt wird wahrscheinlich bald Netanyahus Worte vergessen haben, nachdem die Emotionelle Pest des gepanzerten Menschen ihn vor aller Augen mundtot gemacht hat.

 
Es ist wichtig Angst zu erleben

Das Gefühl der Angst (biophysische Kontraktion) zu erleben, ist eine lebenswichtige Funktion für das Überleben des Individuums und der Gesellschaft. Das gilt für alle Tierarten, einschließlich des Menschen. Wegen dem Vorliegen von Panzerung haben viele Menschen die Fähigkeit verloren, als Reaktion auf Gefahr Angst zu erleben. In ihnen ist sie entweder verzerrt und fühlt sich wie innere Unruhe an oder sie ist überhaupt nicht spürbar. In der Tat befindet sich die heutige anti-autoritäre Gesellschaft in einem Zustand eines chronischen, falschen Gefühls des Wohlbefindens (biophysische Expansion), individuell, wirtschaftlich und politisch.

Innere Unruhe ist das Symptom einer zugrundeliegenden emotionalen Störung. Dies ist der Grund, warum Angst, einschließlich ihrer verzerrten Manifestation, innere Unruhe, fast von jedem um jeden Preis vermieden wird. Da Menschen nicht bereit sind, den Blick nach innen zu richten, um nach der Quelle dessen zu suchen, was sie beunruhigt, sehen sie nach außen und schieben die Schuld für ihre persönlichen emotionalen Probleme externen Quellen zu. Oder sie vermeiden Gefühle völlig und bleiben ohne Kontakt mit sich selbst. Eine Möglichkeit zur Vermeidung von innerer Unruhe ist, jedes unangenehme Gefühl mit Hilfe von Medikamenten oder Drogen auszulöschen. Statt diese chemischen Mittel von sich zu weisen und ihre unangenehmen Gefühle zu tolerieren, was eine gesündere Reaktion wäre, betrachten viele Medikamente und Drogen als Allheilmittel. Die Vermeidungsreaktion der Menschen, was das Erleben von Angst und innerer Unruhe betrifft, ist in der Tat der eigentliche Grund für die Beliebtheit von Marihuana und der Antrieb hinter den politischen Bestrebungen es zu legalisieren.

Eine weitere Möglichkeit störende Gefühle zu vermeiden, liegt in der Verwendung des Intellekts als Abwehr. Bei dieser Lösung werden alle (auch diejenigen, die es darauf abgesehen haben, die Freiheit der Menschen in der ganzen Welt zu zerstören, wenn sie nur die Möglichkeit dazu hätten) als harmlos oder guten Willens betrachtet. Daher sei Angst vor ihnen und entsprechende Verteidigungsmaßnahmen nicht rational oder nicht erforderlich.

Doch ganz im Gegenteil macht die Unfähigkeit Angst zu spüren sowohl Einzelpersonen als auch die Gesellschaft als Ganzes wehrlos. Die Geschichte hat immer wieder gezeigt, daß emotionell pestkranke Menschen früher oder später auftauchen und die Schwachstellen anderer Menschen ausnutzen, um eine Katastrophe auf individueller oder gesellschaftlicher Ebene herbeizuführen.

 
Ersatzkontakt: die Faszination mit dem Bösen

Einem Artikel in USA Today (3. Juni 2011) zufolge sind die beliebtesten Filme dieses Sommers diejenigen, die unterschiedliche Aspekte des Bösen beim Menschen zeigen. Laut einem Filmregisseur, „ist dein Film nur so gut wie sein Bösewicht“.

Die Obsession der Menschen mit bösartigen und schrecken einflößenden Schurken ist nur aus funktioneller energetischer Sicht verständlich. Die, welche von dem Thema fasziniert sind, sind diejenigen, die emotional ausgesprochen kontaktlos sind, was sowohl das innere Erleben als auch die äußere Welt betrifft. Die filmische Darstellung des menschlichen Bösen in einer lebendigen und realistischen Weise zu erleben, ruft Angstgefühle (biophysische Kontraktion) hervor und dient dazu, die Menschen zumindest teilweise, wenn auch verzerrt, mit sich selbst in Kontakt zu bringen. Diese Filme anzuschauen, befriedigt das Bedürfnis der Menschen nach einem zeitweisen Ersatz für emotionalen Kontakt.

 
Der Kollaps des amerikanischen Zweiparteiensystems

Der Kollaps des Zweiparteiensystems begann mit der anti-autoritären Umwandlung der amerikanischen Gesellschaft um 1960 herum. Pseudo-liberalen/kommunistischen Politiker gelang es, die Democratic Party zu infiltrieren und zu übernehmen. Dies verursachte eine Verschiebung im politischen Mainstream Amerikas nach links vom Zentrum. Aufgrund dieser Verschiebung gab es kein Linksaußen mehr in der amerikanischen Politik, nur noch ein Rechtsaußen. Republicans, die politisch rechts standen, reagierten auf diesen Wandel mit der Bildung einer eigenen Partei, der Conservative Party. Politik wurde ideologisch polarisiert. Die Beziehung zwischen Pseudo-Liberalen und Konservativen wurde eine des antagonistischen Gegensatzes.

Die anti-autoritäre Transformation führte zu massiven sozialen Problemen, etwa dem Kollaps der autoritären Familie mit all seinen katastrophalen Folgen. Die Menschen waren hilflos und konnten diesen Zusammenbruch nicht bewältigen. Viele suchten nach Lösungen bei der Politik. Ohne Kenntnis der Tiefe der menschlichen Probleme übernahmen Politiker die Initiative und gaben sich als Befreier aus, die sich um die Bevölkerung kümmerten. Diese Situation führte zur Gesellschaftspolitik. Aber Politiker können niemals Antworten auf die sozialen Probleme der Menschen bereitstellen. Tatsächlich ist es die Hilflosigkeit der Menschen, die ein Großteil ihrer Probleme ausmacht; ihre Unfähigkeit, mit ihren persönlichen und wirtschaftlichen Problemen in einer gesunden Weise umzugehen.

Heute haben immer mehr unabhängige und verantwortungsbewußte Menschen die Nase voll von Politikern und der Politik beider Parteien und deren zusammengeschusterten und von Eigennutz bestimmten Lösungen. Nach einer Harris-Umfrage sank die Zahl der Menschen, die sich selbst als Democrats bzw. Republicans bezeichnen, in den vergangenen Jahrzehnten. Während der gleichen Zeit stieg der Anteil der „unabhängigen“ Wähler. Democrats nahmen von 49 % auf 35 % und Republicans von 31 % auf 28 % ab, während die Unabhängigen von 20 % auf 28 % zunahmen.

Die Tragödie ist, daß es nirgendwo eine Alternative für unzufriedene Wähler gibt. Verzweifelte Politiker kommen mit ständig denselben abgenutzten Lösungen und bieten den abhängigen und hilflosen Massen sozialistische Heilmittel an, während die politische Ernüchterung der Unabhängigen wächst.

Nichts wird sich zum Besseren wenden, bis nicht die Menschen anfangen, die Quelle ihrer Probleme bei sich selbst zu suchen und nicht bei externen Quellen wie der Politik. Dann wird es möglich sein, daß die Menschen sich selbst helfen.

Blogeinträge März/April 2011

23. April 2011

Die arabische Rebellion und die Emotionelle Pest

Erneut spielt sich das Drama des Konflikts zwischen der Sehnsucht der Menschen frei zu sein und ihrer Angst vor der Freiheit ab, diesmal in Form von Volksaufständen gegen Militärdiktaturen in den arabischen Nationen in Nordafrika und dem Nahen Osten. Es ist eine alte Geschichte, so alt wie die Geschichte der Zivilisation. Wieder einmal sind viele in der freien Welt euphorisch und wünschen den unterdrückten Menschen, daß sie von ihren Unterdrückern befreit werden. Wieder einmal ist niemand in der Lage, die offensichtlichen Fragen zu stellen: Warum werden die Menschen überhaupt unterdrückt? Wie ist es möglich, daß eine Handvoll despotischer Führer Millionen von Menschen versklaven können? Wie kann eine solche Entwicklung in Zukunft verhindert werden? Warum sind die Menschen nur in der Lage die Oberfläche der sozialen Probleme und nicht deren Ursachen zu sehen und mit ihnen umzugehen?

Die Antwort auf diese Fragen hat mit der Existenz des menschlichen Panzers zu tun. Beispielsweise ist es auf ihren gepanzerten Zustand zurückzuführen, daß, wenn die unterdrückten Massen befreit werden, sie nicht in der Lage sind, anders zu funktionieren als zuvor. Die Menschen wollen Freiheit, aber sie haben schreckliche Angst davor frei zu sein. Neue Tyrannen stehen immer bereit und warten darauf, die Kontrolle über sie zu übernehmen, oft mit einer Verschlechterung der sozialen Bedingungen. Dies ist die Wirkungsweise der Emotionellen Pest – das zerstörerische Verhalten der Menschen gegeneinander.

Bis die Menschen ihre Augen öffnen und anfangen, ehrlich auf sich selbst als Ursache ihrer Probleme zu blicken, wird sich der hoffnungslose Kreislauf von sozialer Unterdrückung, gefolgt von der Rebellion des Volkes gegen den Tyrannen, mit zunehmender Härte und wachsendem Verlust von Menschenleben fortsetzen. Diese Aufgabe erfordert, daß Menschen, die Existenz der Emotionellen Pest und ihre verheerenden Auswirkungen auf das menschliche Leben beginnen ernstzunehmen.

 
Die Ausbreitung der anti-autoritären Gesellschaftsordnung auf die moslemische Welt

Die Umwandlung der westlichen Gesellschaft von autoritär zu anti-autoritär nahm um 1960 seinen Anfang. Als Manifestation der Emotionellen Pest war sie teilweise das Ergebnis der sogenannten sexuellen Revolution und dem Nachlassen der autoritären Form der sexuellen Repression. Das Versprechen der neuen anti-autoritären Gesellschaft lautete, größere sexuelle Freiheit und Glück für die jüngere Generation zu bringen. Tatsächlich war das Resultat katastrophal, weil kein Versuch unternommen wurde, zwischen rationaler Autorität, die geschützt werden muß, und zwanghafter bzw. neurotischer Autorität, zu unterscheiden. Viel von dem, was in der autoritären Ordnung von Wert war, wie die Struktur der Familie, wurde zerstört. Hinzu kam der Durchbruch jeder erdenklichen Art von destruktiver sozialer Aktivität. Um das ganze noch schlimmer zu machen, wurde kein Versuch unternommen, auf die Gründe zu blicken, warum die sexuellen Bedürfnisse junger Menschen nicht erfüllt wurden und warum die Bewegung in einem Desaster endete.

Aufgrund der enormen technologischen Fortschritte der westlichen Zivilisation, wie dem Computer und dem Internet, war es nur eine Frage der Zeit, bevor die anti-autoritäre Bewegung mit ihrem geistlosen, mechanischen Bestehen auf bedingungsloser Freiheit für alle Menschen sich vom Westen aus verbreiten und die erstarrten autoritären Staaten der islamischen Welt infizieren würde. Die Revolutionen, die sich derzeit in der gesamten islamischen Welt zutragen, sind nur die erste Welle von dem, was noch kommen wird. Derzeit können nur Vermutungen über die sozialen, ökonomischen und militärischen Folgen dieser Revolutionen angestellt werden, da dies die oberflächlichsten Manifestationen der anti-autoritären Bewegung sind. Sicher ist jedoch, daß die Macht der gestürzten Herrscher von anderen übernommen wird, es aber keine wesentliche Verbesserung der sozialen Bedingungen in islamischen Ländern geben wird, bis die Menschen die zugrundeliegenden biologischen emotionalen Bedürfnisse, insbesondere diejenigen von Neugeborenen, Säuglingen und Kindern erkennen und schützen. Bis dahin werden diese Länder eine potentielle Brutstätte für Tyrannen und Terroristen bleiben.

 
Der Niedergang der modernen Psychiatrie

Mehr als jede andere Disziplin hat die Psychiatrie ihre Autonomie als unabhängiger Zweig der medizinischen Wissenschaften verloren und folglich unterliegt sie jetzt mehr oder weniger vollständig dem Einfluß der Pharma- und Versicherungsindustrie. Der Psychiater ist nicht mehr derjenige, der die Verantwortung für den Patienten trägt. Der Psychiater behandelt heutzutage psychiatrische Symptome wie Angst, Depression etc. mit Medikamenten, während der Psychologe oder Sozialarbeiter den „ganzen Patienten“ behandelt.

Wie kam es zu diesem dramatischen Niedergang dieses einst hochangesehenen Berufs? Der Rückgang in der Qualität der psychiatrischen Versorgung ist direkt verbunden mit dem Versäumnis der Psychiater, die Herkunft und die Funktionen der Emotionen, die psychiatrischen Erkrankungen zugrunde liegen, richtig zu würdigen. Dies führte zwangsläufig zu einer mechanistischen, einseitig am Gehirn orientierten Verzerrung der psychiatrischen Erkrankungen und einem auf Symptomen beruhendem Diagnose- und Behandlungssystem. Die Beseitigung des lästigen Symptoms, nicht die Herstellung emotionaler Gesundheit, wurde zum Ziel der psychiatrischen Behandlung. Der mechanistisch orientierte Psycho-Pharmakologe trat allmählich an die Stelle des Psychotherapeuten als Hauptansprechpartner. Mit dem Einsatz von Medikamenten wird die Energie hinter dem psychiatrisch problematischen Symptom des Patienten blockiert und vom Erleben ferngehalten, doch geschieht dies auf Kosten seines emotionalen Wohlbefindens.
Die mechanistischen Verzerrungen des emotionalen Lebens des Menschen, die wir heute in der Praxis der Psychiatrie sehen, treten nicht aus Mangel an Wissen auf. Sie hätten verhindert werden können, wenn die medizinischen Entdeckungen von Wilhelm Reich, wie die Existenz der biologischen Energie, die Funktion des Panzers und der Orgasmus-Funktion, verstanden und in den vorhandenen Wissensbestand der Psychiatrie integriert worden wären. Tragischerweise war und ist die überwältigende Mehrheit der Psychiater nicht in der Lage funktionell zu denken und die entscheidende Bedeutung dieser Entdeckungen zu erfassen. Sie stehen den Krankheiten der Menschen mit einem sterilen Ansatz gegenüber, der nicht lange aufrechterhalten werden kann, denn die breite Öffentlichkeit und die Psychiatrie selbst werden über kurz oder lang vom aktuellen Stand der Dinge desillusioniert sein und nach einer besseren Alternative für die heutigen Zustände suchen.

 
Was ist zur Demokratisierung der islamischen Ländern erforderlich

In seinem Artikel „Confronting Gadhafi Is Not Enough“ (Wall Street Journal, 19.-20. März, 2011) schreibt der ehemalige britische Premierminister Tony Blair, daß der Grund, warum islamische Länder keinen demokratischen Status erreicht haben, darin zu suchen sei, „daß eine kulturelle und gesellschaftliche Modernisierung in diesen Ländern nicht stattgefunden hat und die echte Religion so pervertiert wurde, daß Fanatiker, keine Demokraten, aus ihr hervorgehen“. Diese Antwort, obzwar korrekt, geht nicht weit genug und verkennt die enorme Tiefe der sozialen Probleme, denen die islamischen Länder gegenüberstehen.

Mein Buch The Emotional Plague: The Root Of Human Evil bezeichnet die Schritte, die unternommen werden müssen, bevor sich eine legitime Form von Demokratie in moslemischen Ländern entwickeln kann. Diese Schritte, die aus den Menschen selbst hervorgehen müssen, sind die folgenden:

  1. Erkennen und gesellschaftliches Sequestrieren emotionell pestkranker Charaktere auf der politischen Linken und Rechten.
  2. Überwindung des Tribalismus.
  3. Frauenemanzipation.
  4. Trennen der islamischen Religion vom Staat.
  5. Beseitigung von sexual-negativen Verhaltensweisen in der Kindererziehung und der haßerfüllten mystischen Indoktrination junger Menschen mit den Grundsätzen des islamischen Fundamentalismus.

Das sind die gewaltigen Aufgaben, für deren Erreichen man auch unter den besten Voraussetzungen Generationen benötigen wird. Trotz der Revolutionen, die derzeit in der ganzen moslemischen Welt stattfinden, ist es illusorisch zu glauben, daß eine legitime Form der Demokratie jemals in moslemischen Ländern hergestellt werden kann. Nachdem sie Jahrhunderte unter starker autoritärer Repression gelebt haben, haben Moslems keine Erfahrung in demokratischer Selbstverwaltung. Die heutigen Tyrannen werden durch andere ersetzt, die wahrscheinlich repressiver sein werden als die gegenwärtigen. Iran ist ein Beispiel. Dem Vorbild Irans folgend bewegt sich die Türkei, eine der wenigen weltlichen islamischen Länder, schnell in Richtung Re-Islamisierung.

Generell muß erkannt werden, daß die Energiequelle der Emotionellen Pest – menschliche Destruktivität gegenüber anderen – und die Bildung jeder Art von totalitärem Staat letztlich in der Hilflosigkeit der Massen begründet ist; in ihrer mystischen Sehnsucht, daß diejenigen, die an der Macht sind, sich um sie kümmern; und in ihrer Frustration aufgrund durchkreuzter Sexualität, die sich durch politische Anliegen westlicher Art schnell in soziale Aufstände umsetzt.

 
Natürliche Autorität, Zwangs-Autorität und Anti-Autorität

Die Emotionelle Pest lebt von der Verwirrung, indem sie immer mehr Verwirrung generiert. Das Durcheinander um die Bedeutung von Autorität ist dafür ein wichtiges Beispiel. Entsprechend gibt es keine allgemeingültige Übereinkunft hinsichtlich der Unterscheidung zwischen der sozialen Funktion rationaler und irrationaler Formen von Autorität.

Um diese Unterscheidung treffen zu können, müssen die drei Schichten der menschlichen bio-psychischen Struktur unterschieden werden: der biologische Kern, die sekundäre destruktive Schicht und die Oberfläche bzw. die äußere Fassade. In gepanzerten Gesellschaften ist natürliche Autorität rar. Sie stammt aus dem biologischen Kern, wird ohne Verzerrung direkt durch die Oberfläche ausgedrückt und dient dazu, gesunde Formen des gesellschaftlichen Lebens aufrechtzuerhalten.

Die Transformation der westlichen Gesellschaft von autoritär zu anti-autoritär ereignete sich um 1960. Die typische Form der Autorität in der autoritären westlichen Gesellschaft der Vergangenheit war die zwanghafte Autorität. Die von ihr ausgehende Repression richtete sich sowohl gegen Impulse aus dem biologischen Kern von Menschen (Gesundheit), als auch gegen pathologische (destruktive) Impulse. Trotz ihrer Mängel hielt die autoritäre Gesellschaftsordnung weitgehend die Autorität von Individuen aufrecht. Der repressive Fokus der Zwangs-Autorität, der je nachdem auf das gesunde oder auf das pathologische Leben gerichtet war, hing von der Rigidität der autoritären Gesellschaft ab.

Anti-Autoritarismus ist die typische Form von Autorität in den liberalen westlichen Gesellschaften von heute. Er entwickelte sich aus dem Zusammenbruch der autoritären Gesellschaftsordnung der Vergangenheit und deren notwendig gewordene Ersetzung durch eine zentrale (staatliche/kollektive) Autorität. Der Anti-Autoritarismus ist in erster Linie gegen jede Form individueller oder lokaler Autorität und den gesunden Ausdruck aus dem biologischen Kern gerichtet. Er stammt aus und steht im Dienst des Ausdrucks von Impulsen aus der sekundären destruktiven Schicht gepanzerter Menschen. Kontakt zum Kern fehlt vollständig. Die heutige anti-autoritäre Gesellschaftsordnung ist direkt verantwortlich für den qualitativen Zerfall jeder Form des Soziallebens.

 
Das Gehirn ist nicht der Geist: Was von der neuen Landkarte des Gehirns erwartet werden kann und was nicht

Mechanistische Wissenschaftler glauben, daß Gehirn und Geist ein und dasselbe seien. Eine computerisierte Landkarte des menschlichen Gehirns wurde vor kurzem für 55 Millionen US-Dollar erstellt zum Zwecke des Studiums nicht nur organischer Erkrankungen, bei denen das Gehirn eine Rolle spielt, wie Alzheimer und Autismus, sondern auch psychiatrischer Erkrankungen, wie Depression, von denen man annimmt, daß sie dem Gehirn entstammen („Atlas Gives Scientists New View of the Brain”, Wall Street Journal, 13. April 2011).

Diese Landkarte kann nützlich sein, um organische Erkrankungen des Gehirns exakt zu verorten, aber die durchgängige Gleichsetzung des Geistes (Psyche) mit dem Gehirn und nicht mit dem ganzen Körper, der das Gehirn mit umfaßt, ist geradezu zerstörerisch, weil sie die Bühne bereitet hat zur Mechanisierung der psychiatrischen Praxis. Psychiater hoffen, durch ein besseres Verständnis der Physiologie des Gehirns, irgendwie an ein pharmakologisches Heilmittel für psychische Krankheiten zu kommen, das die Hirnfunktionen verändert,.

Diese Auffassung von psychischen Erkrankungen hat den aktuellen beklagenswerten Zustand der psychiatrischen Praxis hervorgebracht, wo Diagnose und Behandlung eines jeden Patienten ausschließlich durch das vorliegende Symptom bestimmt wird. Vom Symptom ausgehend soll ein Medikament hergestellt werden, das, so die Hoffnung, „maßgeschneidert“ ist, um wie nach dem Kochbuch die betreffende „Hirnerkrankung“ zu behandeln.

Da jedoch die psychische Erkrankung Ergebnis einer Störung des gesamten Körpers ist und nicht nur des Gehirns, kann das pharmakologische Ziel niemals erreicht werden, egal wie gut die Gehirnphysiologie verstanden wird. Früher oder später muß die Psychiatrie die Sinnlosigkeit dieses mechano-mystischen Ansatzes einsehen. Sie wird die enormen zerstörerischen Folgen ihrer falschen Denkweise bewältigen und damit anfangen müssen, funktionell zu denken. Was sie erreichen muß, um psychische Störungen effektiv zu behandeln, ist nicht ein besseres psychiatrisches Medikament, sondern ein funktionelles Verständnis der gleichzeitigen Identität und Gegensätzlichkeit von Psyche (Geist) und Soma (Körper), die Gesundheit und Krankheit zugrundliegt.

 
Verschwörungstheorien und die Wirkungsweise der Emotionellen Pest

Mit Verschwörungstheorien versuchen gepanzerte Menschen sich die Existenz der Emotionellen Pest begreiflich zu machen. Jedoch denken Gepanzerte bei sozialen Interaktionen an bewußte Absichten und das ist die Schwäche aller Verschwörungstheorien. Unbeschadet der Stichhaltigkeit der Tatsachen schreiben sie den angeblichen Verschwörern eine Art von arglistigem Vorsatz zu. Damit entgeht ihnen der wesentliche Punkt, daß alles menschliche Verhalten von der individuellen und sozio-politischen Charakterstruktur der jeweiligen Person angetrieben wird. Dieses Verhalten stammt aus unbewußten biologischen Kräften und wird durch sie bestimmt. Sie sitzen tief in der destruktiven sekundären Schicht der gepanzerten Menschen.

Von der Emotionellen Pest befallene Menschen „verschwören“ sich nicht bewußt, um ihre zerstörerischen Handlungen zu organisieren und durchzuführen. Ohne bewußte böse Absichten werden sie spontan voneinander angezogen und arbeiten zusammen, weil sie ein gemeinsames Ziel haben. Die Zusammenarbeit von Hugo Chavez in Venezuela, auf der extremen Linken, und Mahmud Ahmadineschad aus dem Iran, auf der extremen Rechten, zeigt die Tendenz von pestkranken Individuen sich spontan gegen ihren gemeinsamen Feind zu organisieren, der freien Welt (besonders Amerika), obwohl sie gegenüberliegenden Seiten des sozio-politischen Spektrums angehören.

 
Die zunehmende Anzahl von Kindern und Jugendlichen die psychiatrische Betreuung benötigen

Ich begann meine psychiatrische Assistenzzeit 1960. Im Vergleich zu heute stellten Kinder und Jugendliche einen relativ kleinen Teil des psychiatrischen Klientel dar und die Behandlung bestand fast ausschließlich aus irgendeiner Form von Psychotherapie. Die Verwendung von Medikamenten für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen war völlig unbekannt. In den folgenden Jahrzehnten wurde immer mehr jungen Menschen die Aufmerksamkeit von Psychiatern zuteil und bei ihrer Behandlung wurden Psychopharmaka eingeführt. Therapie der Wahl für Kinder und Jugendliche sind heute Medikamente, die entwickelt wurden, um das störende Symptom zu unterdrücken.

Die zunehmende Anzahl junger Menschen, die psychiatrische Hilfe benötigen, ist eine der vielen zerstörerischen Folgen der Umwandlung der westlichen Gesellschaft von autoritär zu anti-autoritär. Die autoritäre Gesellschaft der Vergangenheit ruhte auf der autoritären Familie. Basierend auf sexueller Unterdrückung war der Vater der Vollstrecker der Zwangsautorität und vor allem die Mutter war Vermittler des autoritären Moralcodes, der Recht von Unrecht unterscheidet. Aus Sicht der Gesellschaft gab es bei erfolgreicher Unterdrückung ein generelles Gefühl sozialer Stabilität, das sich in Loyalität und Respekt vor Autoritäten und autoritären gesellschaftlichen Institutionen niederschlug.

In der heutigen anti-autoritären Gesellschaftsordnung kam es zu einer Schwächung der autoritären Familie. Wenn man ihr Verhalten betrachtet, sind Eltern emotional nicht in der Lage, für das Aufziehen ihrer Kinder die Verantwortung zu tragen. Die Gesellschaft ist zerrissen. Die alte autoritäre Moral wurde ersetzt durch eine weit größeren Schaden anrichtende Moral, die politische Korrektheit, welche auf Autorität beruht, die von außerhalb der lokalen Autorität der Familie stammt. Die neue Autorität ist qualitativ ganz anders als die alte autoritäre Autorität, da sie aus dem Widerstand der Menschen gegen traditionelle Formen der Autorität besteht. Dies führte zwangsläufig zur zentralisierten bzw. zur kollektiven Autorität. Voller Verachtung für alle Formen der traditionellen Autorität, haben Kinder und Jugendliche zunehmend den Kontakt mit ihrem biologischen Kern und mit traditionellen Werten und Verhaltensweisen verloren, die einst die Gesellschaft zusammengehalten haben. Es gab einen starken Anstieg des Angstpegels, was sich in schweren Aufmerksamkeitsstörungen (Störungen im Kontakt), Hyperaktivität und unterschiedlichen Formen von impulsivem Verhalten manifestiert und nach psychiatrischer Aufmerksamkeit verlangt. Viele dieser Zustände gab es vor 50 Jahren nicht. Leider ist die einzige Behandlungsform, die dem traditionellen Psychiater zur Verfügung steht, die Unterdrückung der Symptome mittels Medikamenten. Die zugrundeliegende Quelle der emotionalen Probleme junger Menschen wird konsequent umgangen.

Hingegen verstehen jene, die vom American College Orgonomy in medizinischer und sozialer Orgonomie ausgebildet worden sind, die destruktiven Veränderungen in der Struktur der Menschen infolge der anti-autoritären Transformation unserer Gesellschaft und können damit umgehen (siehe „The Practice of Medical Orgone Therapy in Anti-authoritarian Society“, Journal of Orgonomy, Vol. 43, No. 2).

Blogeinträge Mai 2010

28. Mai 2010

Das Scheitern der modernen Psychiatrie

Es gibt eine wachsende Zahl von Psychiatern, die immer unzufriedener werden mit der Richtung, die die heutige Psychiatrie, in der sich alles nur noch um Symptome dreht, eingeschlagen hat. Ein Beispiel findet sich in einem Artikel im Magazin-Teil der New York Times vom 19. April 2010, wo der Autor, ein praktizierender Psychiater, feststellt, daß Psychiater sich nicht mehr darum bemühen, die emotionalen Probleme ihrer Patienten zu verstehen. Reflexartig ordnen sie den Patienten einer der vielen diagnostischen Kategorien zu, die nur auf Symptomen basieren, und prompt finden sie die entsprechenden Medikamente, die angeblich die Symptome in Schach halten. Bei diesem Vorgehen wird der Patient und sein Gefühlsleben komplett ignoriert. Anzeichen einer befriedigenden Erklärung dafür, wie es zum Niedergang der psychiatrischen Praxis kommen konnte, gibt es nicht. Dies liegt daran, daß Wilhelm Reichs Beiträge zur Psychiatrie konsequent vom psychiatrischen Establishment ignoriert wurden. Eine sorgfältige Prüfung seiner Entdeckungen durch jeden ernsthaften Studenten der Psychiatrie wird zeigen, daß seine Entdeckungen, – zu denen die physikalische Energie gehört, die alle biologischen Funktionen bestimmt (die biologische Orgonenergie), die Existenz von Energieblockaden, der Panzer des Menschen, die das Strömen dieser Energie behindern, was zu psychischen und körperlichen Krankheiten führt, und die Orgasmus-Funktion, die die biologische Energiewirtschaft des Organismus reguliert – die lang gesuchte Lösung darstellen, um die Psychiatrie auf eine naturwissenschaftliche Grundlage zu stellen. Ohne ein tiefgreifendes Verständnis dieser fundamentalen biologischen Funktionen war es nur eine Frage der Zeit, bis die Psychiatrie zu dem gegenwärtigen Zustand entartete.

 

Wir sollten unsere politischen Leidenschaften bändigen

In seinem Kommentar „The Limits of Policy“ (New York Times, 4. Mai 2010) kommt David Brooks zu dem Schluß, daß wir alle ruhiger werden sollten, was die Bedeutung der Politik in unserem Leben betrifft.

Die meisten Vorschläge, über die wir so grimmig streiten, haben nur marginale Auswirkungen darauf, wie wir leben … Was zählt sind historische Erfahrungen, kulturelle Einstellungen, Erziehungsmethoden, die Art der Familiengründung, Zukunftserwartungen, Arbeitsethik und die Qualität der sozialen Bindungen.

Obzwar Brooks darin recht hat, daß Politik nicht die Antwort ist, bleiben folgende Fragen offen: Warum halten so viele hartnäckig an der Politik fest, um Lösungen zu finden? Und warum verwandelt sich praktisch jede soziale Frage in einen politischen Kampf zwischen der Linken und der Rechten? Dies sind einige der Fragen, die mein Buch Neither Left Nor Right behandelt. Die Antwort lautet zum Teil, daß im Laufe der Jahrhunderte die Menschen schon immer nach außen blickten und nach äußeren Ursachen suchten, um Antworten auf ihre individuellen und sozialen Probleme zu finden, wobei sie die Schuld dieser oder jener Gruppe oder Institution gaben. In der Vergangenheit richteten sich die Menschen nach der Religion. Heute haben viele Menschen die Religion aufgegeben und sich der Politik zugewandt. Die Linke beschuldigt die Rechte und die Rechte beschuldigt die Linke. Neither Left Nor Right erklärt, daß das Vorhandensein des menschlichen Panzers, der innerhalb der Menschen wirksam wird, die Menschen von der Einsicht abhält, daß viele der Probleme, mit denen sie in ihrem Leben konfrontiert werden, nicht das Ergebnis externer, sondern interner Kräfte sind, die sich in ihrem Inneren entfalten.

 

Die sozio-politische Rotverschiebung

Mit „Rotverschiebung“ wird die Verschiebung der Spektrallinien von Sternen zum roten Ende des Spektrums hin bezeichnet. Die sozio-politische „Rotverschiebung“ bezieht sich auf die Verschiebung der politischen Mitte in Richtung des linken Randes. Vorstellungen und Handlungen, die vor nur 50 Jahren als Mainstream des politischen Denkens betrachtet wurden, werden jetzt als Hirngespinste von Rechtsextremen abgetan. Nehmen wir als Beispiel die folgende kürzlich gemachte Aussage des australischen Premierministers Kevin Rudd:

Moslems, die unter der Scharia des Islam leben wollen, wurde gesagt, sie sollten Australien verlassen, während die Regierung gleichzeitig Radikale mit der Absicht ins Visier nimmt, mögliche Terroranschläge abzuwenden… „Einwanderer, nicht Australier, müssen sich anpassen… Basta! Ich bin es leid, daß sich dieses Land Gedanken darüber macht, ob wir einige Leute oder ihre Kultur beleidigen. Seit den terroristischen Anschlägen auf Bali haben wir einen Anstieg der Patriotismus bei der Mehrheit der Australier erlebt. Diese Kultur hat sich über zwei Jahrhunderte aus den Kämpfen, den Hinterlassenschaften und den Siegen von Millionen von Männern und Frauen, die Freiheit suchten, entwickelt. Wir sprechen hauptsächlich Englisch, nicht Spanisch, Libanesisch, Arabisch, Chinesisch, Japanisch, Russisch oder irgendeine andere Sprache. Deshalb, wenn Sie ein Teil unserer Gesellschaft werden wollen, erlernen Sie die Sprache! … Wir werden Ihren Glauben akzeptieren und ihn nicht hinterfragen. Alles, was wir verlangen, ist, daß Sie unseren Glauben akzeptieren und in Frieden und Harmonie mit uns leben. Das ist unser Staat, unser Land und unser Lebensstil und wir bieten Ihnen jede Gelegenheit, um all das zu genießen. Aber wenn Sie sich dazu entschlossen haben, sich zu beschweren, zu jammern und über unsere Flagge, unser Gelöbnis, unseren christlichen Glauben, unsere Lebensweise zetern, empfehlen ich Ihnen doch sehr, sich eine andere große australische Freiheit herauszunehmen, ‚das Recht zu gehen‘. Wenn Sie hier nicht glücklich sind, dann gehen sie. Wir haben Sie nicht gezwungen, hierher zu kommen. Sie baten darum hier zu sein. Akzeptieren Sie also das Land, das sie ausgewählt haben.”

Die sozio-politische Rotverschiebung wird in meinem Buch The Emotional Plague. The Root of Human Evil diskutiert.

 

Die emotionale Dynamik zwischen den Islamo-Faschisten und den westlichen Liberalen

Jeder erfahrene Psychiater kann vorhersagen, was bei einer Interaktion zwischen zwei Menschen geschehen wird, in der der eine sadistische und der andere masochistische Neigungen aufweist: die sadistische wird sich gegenüber der masochistischen Person in aggressiver und destruktiver Weise verhalten. Jeder gut ausgebildete Sozialpsychologe kann voraussagen, was sich zwischen zwei Gruppen zutragen wird, wenn die eine Gruppe sadistische und die andere masochistische Neigungen hat: die sadistische wird sich in einer aggressiven und destruktiven Weise gegenüber der masochistischen Gruppe verhalten.

Das ist genau die Situation, die zwischen einer blutrünstigen Gruppe existiert – die sadistischen Islamo-Faschisten – und den masochistischen „friedliebenden“ Liberalen des Westens. Die islamischen Terroristen predigen den Dschihad gegen den Westen, während sich Präsident Obama noch nicht einmal in der Lage sieht, den Begriff Islamo-Faschismus zu benutzen oder zu bestätigen, daß sich Amerika überhaupt in einem Krieg mit dem Islamo-Faschismus befindet.
Während die Islamo-Faschisten mit ihrer Haßrhetorik über die westliche Welt herziehen, ziehen sich die Liberalen hilflos und passiv an allen Fronten zurück. Nach Aussage eines Dschihadisten „wird der Dschihad so amerikanisch wie Apfelkuchen und so britisch wie der Nachmittagstee“. Die passive Reaktion der westlichen Liberalen ermutigt die Islamo-Faschisten sich immer herausfordernder gegenüber ihrem Opfer zu verhalten.

Wenn sie sich weiter entfalten darf, schafft diese sadomasochistische Beziehung zwischen den Islamo-Faschisten und den westlichen Liberalen eine sehr gefährliche Lage, die fatale Folgen nicht nur für den Westen, sondern für die ganze Welt haben wird. Das Thema wird in Kapitel VII meines Buches Neither Left Nor Right diskutiert.

 

Was geschieht mit der Türkei?

Bei all den Gründen, die Bret Stephens in seinem Artikel „What Is Happening to Turkey?“ (The Wall Street Journal, 11. Mai 2010) für die aktuellen Ereignisse in der Türkei angibt, findet sich keine Erwähnung der wichtigsten Determinante des menschlichen Sozialverhaltens: die sozio-politische Charakterstruktur der Menschen (siehe den Abschnitt über die sozio-politische Charakterologie in meinem Buch The Emotional Plague. The Root of Human Evil). Die politische Mitte in der Türkei liegt irgendwo rechts von der Mitte und die sozio-politische Charakterstruktur der meisten Türken ist auf der rechten Seite verortet. Sie ist in unterschiedlichem Maße konservativ.

Im Gegensatz dazu hat sich das politische Zentrum in Amerika, vor allem seit der Wahl Obamas ganz nach links verschoben. Aus Sicht der meisten Türken, die nicht aus erster Hand über die aktuelle Situation in den Vereinigten Staaten informiert sind, wird Amerika von der extremen Linken dominiert und motiviert. Diese Sicht auf Amerika versetzt die meisten Türken in Angst, sie fühlen sich hinsichtlich Amerika und seinem Verbündeten Israel unwohl (Amerikas Beliebtheitsgrad bei Türken liegt bei etwa 14%) und wenden sich lieber ihren moslemischen „Brüdern“ auf der äußersten Rechten, etwa in Syrien, zu.

Ohne ernsthafte Berücksichtigung der charakterlichen Faktoren, die das Verhalten des Menschen antreiben, müssen alle Versuche, ein vollständiges Verständnis der Soziopolitik zu erlangen, etwa was die aktuelle Verschlechterung der Beziehungen zwischen Amerika und dem türkischen Volk betrifft, Spekulation bleiben.

 

Die Emotionelle Pest lebt davon, im Verborgenen zu bleiben

Die Titelgeschichte des Wall Street Journal vom 18. Mai 2010 zeigt ein Photo des brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silvia, des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad und des türkischen Ministerpräsidenten Recap Tayyip Erdogan, die sich alle lächelnd umarmen, um ein Tauschgeschäft mit Kernbrennstoff zwischen dem Iran und Brasilien zu feiern. Als angeblichen Grund für diesen Schachzug wird angegeben, man wolle „Frieden und Entwicklung mittels Dialog schaffen“. Der wahre Grund ist das Zusammentragen politischer Unterstützung von anderen Nationen, zur Blockade der von Amerika geführten UN-Sanktionen gegen den Iran und dessen Bemühungen, ein Nukleararsenal aufzubauen.

Dies ist ein klassisches Beispiel für die Emotionelle Pest in Aktion: der vorgebliche Grund, der für eine Handlung angegeben wird, und der wahre Grund stimmen nie überein. Doch ohne Kenntnis von der Existenz und der Vorgehensweise der Emotionellen Pest steht die freie Welt deren Destruktivität völlig hilflos gegenüber und hat ihr nichts entgegenzuhalten. Das Problem ist, daß diese Seuche die Gesellschaft verwüsten kann, indem sie außerhalb des Blickfeldes der Menschen bleibt. Der Grund dafür, warum diese Krankheit verborgen bleibt, wird in meinem Buch über die Emotionelle Pest diskutiert, The Emotional Plague. The Root of Human Evil.

 

Der Vertrauensverlust der amerikanischen Wähler

Dem Artikel „Voters Faith Deficit Widens“ im Wall Street Journal vom 25. Mai 2010 zufolge ist es zu einem Vertrauensverlust der Öffentlichkeit in die Institutionen Amerikas gekommen, wie Großindustrie, Banken, dem Congress, dem Obersten Gerichtshof und auch der Regierung.

Der Grund für diese Entwicklung kann ohne Kenntnis der Funktionsweise von Emotioneller Pest und Soziopolitik nicht zufriedenstellend entschlüsselt werden. Um 1960 gab es einen Wandel in der amerikanischen Gesellschaftsform von autoritär zu anti-autoritär. Dies ging einher mit dem Durchbruch enormer Mengen von destruktiven Impulsen in der jüngeren Generation – Äußerungsformen der Emotionellen Pest –, zunächst kam es als Haß gegen jedwede Autorität zum Ausdruck und später, als diese jungen Menschen heranwuchsen und selbst zu Erwachsenen wurden, als impulsives oder psychopathisches Verhalten. Einige dieser Leute wurden die Gewerkschaftsführer, die Geschäftsführer großer Konzerne, die Politiker, die Banker, die heute überall einflußreiche Positionen bekleiden. Wir wissen, daß emotionell Pestkranke sich zu Zentren der Macht hingezogen fühlen, wegen ihres Bedürfnisses über Menschen Kontrolle auszuüben. Die anti-autoritäre Umgestaltung der Gesellschaft machte es der Emotionellen Pest leicht, sich überall in Institutionen der Macht in Gestalt psychopathischen Verhaltens auszubreiten. Dies führte zu der weitverbreiteten Korruption dieser Organisationen, gefolgt vom Vertrauensverlust der Menschen, den wir heute beobachten. Dieses Thema wird in meinem Buch Neither Left Nor Right behandelt.