Wo sind all die Kommunisten hin?

Dr. Charles Konia

(aus dem Journal des Orgonomy,
Vol. 43/1, Spring/Summer 2009)

Als ich in den 1940er und 50er Jahren in New York City aufwuchs, waren die amerikanischen Kommunisten ein zwar kleiner aber auffälliger Teil der gesellschaftlichen und politischen Landschaft. Je nachdem mit wem man verkehrte, wurden sie entweder als die wahren Progressiven verehrt, die den Weg in eine bessere Zukunft weisen, oder als leibhaftige Teufel geschmäht. Dann, nach den 1960er Jahren, schienen sie sich in Luft aufgelöst zu haben. Was war passiert?

Wie alle Lebewesen müssen sich auch Kommunisten an ihre Umgebung anpassen, um überleben zu können, und genau das ist in der westlichen Gesellschaft geschehen. Weil der Kommunismus vorzugsweise ein breites Spektrum von Menschen aus der Linken einschließlich der sogenannten Progressiven und Sozialisten anzog, waren die Kommunisten vor der McCarthy-Ära teilweise in der Lage, sich als das zu bekennen, was sie waren, d.h. in Amerika als eingeschriebene Mitglieder der amerikanischen Kommunistischen Partei. Während der McCarthy-Ära der 1950er Jahre war es jedoch sozial und politisch nicht länger akzeptabel als Kommunist identifiziert zu werden. Der althergebrachte Kommunist mit Parteibuch wurde eine Sache der Vergangenheit. Diejenigen, die den kommunistischen Ideen und Prinzipien treu blieben, mußten einen Weg finden, um gesellschaftlich akzeptiert und politisch relevant zu werden. Dies gelang den Kommunisten durch ein nahtloses Hineingleiten in den liberalen Mainstream, indem sie sich selbst als Liberale identifizierten. Seinen Anfang nahm es in den späten 1950er und frühen 1960er Jahren und setzte sich von da an fort, d.h. in einer Periode des sozialen Wandels im Westen, die mit einer deutlichen Verschiebung nach links von der politischen Mitte einherging. Die Kommunisten haben der Welt einfach eine veränderte Fassade präsentiert. Sie haben in keinster Weise jemals ihre tiefe Verwurzelung in der kommunistischen Ideologie aufgeben, einschließlich ihrem verdeckten Haß auf Amerika.

Daraufhin etablierten sich viele dieser linken Ideologen in führenden Positionen in allen Bereichen, die mit gesellschaftlichem Einfluß einhergehen, einschließlich Politik, Journalismus, Bildung und Entertainment-Industrie. Aufgrund ihrer unermüdlichen Bemühungen ihre zerstörerische gesellschaftspolitische Agenda voranzubringen, dominieren heute Mißtrauen, Feindseligkeit und Polarisierung Politik und politischen Diskurs in Amerika. Für eine leichtgläubige Öffentlichkeit scheinen sich diese Leute nicht von echten Liberalen zu unterscheiden, doch obwohl sie sich selbst als Liberale oder als „Progressive“ bezeichnen, sind sie in der Tat Kommunisten bzw. Pseudo-Liberale. Jede scheinbare Ähnlichkeit zwischen dem echten Liberalen und dem Pseudo-Liberale ist wirklich nur oberflächlich und führt in die Irre.

Es kann keinen Zweifel mehr über die gesellschaftspolitischen Ziele des pseudo-liberalen Charakters geben. Die unausgesprochene politische Agenda der Pseudo-Liberalen – sozialistische Maßnahmen durchsetzen und Amerika der Autorität der Vereinten Nationen unterzuordnen – ähnelt dem erklärten Ziel der untergegangenen Sowjetunion: Amerika in die Knie zu zwingen und den globalen Sozialismus durchzusetzen. Zur Durchführung seiner Agenda verläßt sich der Pseudo-Liberale vor allem auf seine Fähigkeit, die Masse der echten Liberalen und andere ehrliche Amerikaner hinters Licht zu führen, um sich ihrer Unterstützung zu vergewissern.

Ohne Auseinandersetzung mit den charakterologisch begründeten Unterschieden zwischen den verschiedenen gesellschaftspolitischen Charaktertypen ist es einfach nicht möglich, sich einen Reim aus den aktuellen politischen Ereignissen und ihren Spielern zu machen. Die Ideologie des Pseudo-Liberalen/Kommunisten bzw. Neo-Kommunisten ist geprägt von einem starren, engstirnigen Idealismus und einer unnachgiebigen, fanatischen politischen Agenda unter Mißachtung aller wirklichkeitsgerechten Erwägungen. Obwohl die Ideologie des Pseudo-Liberalen und des echten Liberalen sich scheinbar ähneln, wird bei näherer Betrachtung doch deutlich, daß die Handlungen des Pseudo-Liberalen, unabhängig von der angegebenen Absicht, im Vergleich zu denen des echten Liberalen genau gegenteilige Folgen zeitigen. Wo der Liberale den Intellekt als Abwehr nutzt, um sich vor seinen destruktiven Impulsen zu schützen, nutzt der Pseudo-Liberale seine intellektuellen Fähigkeiten, um seine destruktiven Impulse auszudrücken. Wo der Liberale pro-amerikanisch ist, ist der Pseudo-Liberale anti-amerikanisch und internationalistisch. Wo der Liberale Autorität respektiert, ist der Pseudo-Liberale anti-autoritär. Wo der Liberale egalitär ist, ist der Pseudo-Liberale elitär. Wo der Liberale demokratische Ideale unterstützt, unterstützt der Pseudo-Liberale sozialistische Ideale. Wo der Liberale ein politischer Idealist ist, ist der Pseudo-Liberale ein politischer Aktivist.

Derzeit gibt es viele Beispiele für wirklich liberale Politiker und für pseudo-liberale Politiker in der gesellschaftlichen Arena. Dies schafft enorme Probleme. Echte Liberale haben keinen Blick dafür, daß die politische Zugehörigkeit der Pseudo-Liberalen zur Democratic Party und die politischen Grundüberzeugungen der Pseudo-Liberalen wenig bis nichts mit ihren eigenen Ansichten gemein haben. Diese Beobachtung machte vor vielen Jahren James Burnham in seinem Buch Suicide of the West im Kapitel „Pas D’ennemi à Gauche“ (Links gibt es keinen Feind), das in dieser Ausgabe des Journal abgedruckt wird. Tatsächlich haben, wie bereits erwähnt, der moderate, wirklich liberale Politiker und der radikale pseudo-liberale Politiker sehr unterschiedliche politische Pläne hinsichtlich dessen, was das Beste für Amerika ist, trotzdem sie der gleichen Democratic Party angehören. Da er weder der pseudo-liberalen Linken noch der politischen Rechten zuzurechnen ist, findet sich der wahre Liberale im Kreuzfeuer zwischen diesen beiden ideologischen Kräften gefangen und ist vom politischen Aussterben bedroht.

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Eine Antwort to “Wo sind all die Kommunisten hin?”

  1. Der Unterschied zwischen dem echten Liberalen und dem Pseudoliberalen « Charles Konia, M.D. Says:

    […] Wie können zwei Menschen mit so unterschiedlichen Ideen der gleichen politischen Partei angehören? Diese wichtige Frage wird in meinem demnächst erscheinenden Buch Neither Left Nor Right diskutiert und beantwortet. Lesen Sie auch meinen Leitartikel im Journal of Orgonomy, Volume 43, Nummer 1, den ich auch auf meiner Netzseite veröffentlicht habe. […]

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