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Blogeinträge Mai/Juni 2011

23. Juni 2011

Die anti-autoritäre Entartung der amerikanischen Colleges

Die anti-autoritäre Gesellschaftsordnung ist in alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens eingedrungen. Nirgendwo mehr als auf dem College-Campus. Der Grund für diese destruktive Wendung der Ereignisse wird nie hinterfragt, denn die Antwort liegt außerhalb des Rahmens des konventionellen mechanistisch-mystischen Denkens. Er hat zu tun mit dem Schub an sexueller Energie in diesen jungen Leuten und, aufgrund ihres Panzers, der Unfähigkeit echte Befriedigung zu erlangen. Die daraus resultierende nicht entladene Sexualenergie verursacht jede Menge von pathologischen Symptomen einschließlich dem sozialen Ausagieren und Unruhestiften auf dem College-Campus. Heute, mehr denn je, wird die emotionale Grundlage dieser Symptome konsequent ignoriert.

In der vergangenen autoritären Ära war die Gesellschaft gut strukturiert. Persönliche Probleme von Individuen wurden auf individueller Ebene von denjenigen behandelt, die dazu autorisiert waren mit ihnen umzugehen. In der anti-autoritären Gesellschaft sind persönliche Probleme zu sozialen Fragen politisiert worden. Sie werden nicht von Einzelpersonen behandelt, sondern von Personengruppen, Ausschüssen und so weiter. Individuelle Autorität wurde durch kollektive Autorität ersetzt. Es ist genau hier, wo die derzeitige Administration ständig als Großer Bruder auftritt, der das Problem „löst“, in diesem Fall durch „Leitlinien“ aus Washington für das, was als ordnungsgemäßes (politisch korrektes) Sozialverhalten auf dem College-Campus betrachtet werden kann.

Dieses Beispiel veranschaulicht die Taktik, die typischerweise von pseudoliberalen/kommunistischen Politikern in ihrem Versuch verwendet wird, Kontrolle über die amerikanischen Gesellschaft zu erlangen: aktuelle soziale Probleme begierig aufgreifen oder, wenn es keine gibt, sie erzeugen und dann eine zentralisierte, staatlich geförderte Lösung bereitstellen.

 
Medizin, die sich an Symptomen orientiert, und Medizin, der es um Heilung geht, im Vergleich

In fast allen Fällen besteht die Herangehensweise des mechanistischen Arztes an die Krankheit in der Konzentration auf und der Beseitigung des störenden Leitsymptoms. Das ist so, weil die zugrundliegende Ursache von Krankheiten wie Krebs, Herzleiden, Schizophrenie und so weiter sich außerhalb seines Kompetenzbereichs befindet. Erschwerend kommt hinzu, daß die meisten erst medizinische Hilfe suchen, nachdem sich offenkundige Anzeichen und Symptome einer Krankheit entwickelt haben, zu einem Zeitpunkt also, zu dem der Krankheitsprozeß bereits unumkehrbar geworden ist und die einzig mögliche Behandlung nur den Symptomen gelten kann. Die beeindruckenden Fortschritte bei Infektionskrankheiten, Operationstechniken und die diagnostische Raffinesse der spezialisierten Zweige der Medizin unterstreichen doch nur, wie weit sich die Medizin in Richtung Mechanisierung entwickelt hat. Medizinische Spezialfächer florieren, weil die Anwendung der mechanistischen Prinzipien auf die medizinische Praxis in Richtung größerer Spezialisierung weist.

Man muß aus diesem mechanistischen Paradigma heraustreten, um eine wirklich Heilung versprechende Vorgehensweise für medizinische (einschließlich psychiatrische) Krankheiten zu finden. Wilhelm Reichs Entdeckung der biopathischen Prädisposition gepanzerter Organismen zu einer Erkrankung bietet genau das. Eine Biopathie ist eine pulsatorische Energiestörung des plasmatischen Systems (bestehend aus dem Autonomen Nervensystem und dem Gefäßsystem) durch das Vorhandensein chronischer Panzerung. Der Ansatz des medizinischen Orgontherapeuten besteht darin, allmählich die pulsatorische Störung zu beseitigen, die dem biopathischen Symptom zugrundeliegt. Eine erfolgreiche Auflösung des Panzers führt nicht nur zu Beseitigung der störenden Symptome, sondern auch zu einer permanenten Verbesserung des Funktionierens und emotionalen Wohlbefindens des Betroffenen. Prävention der Panzerung von Säuglingen und Kindern wäre ein wichtiger, natürlicher, kein mechanisch-künstlicher Schritt zur Verbesserung der Gesundheit und Langlebigkeit in der Allgemeinbevölkerung.

 
Die mechanistische und die mystische Betrachtungsweise der menschlichen Sexualität

Unterschiede in den Weltanschauungen gepanzerter Menschen mit ihrem mechanistischen und mystischen Denken sind in allen Bereichen des menschlichen Lebens offenkundig, einschließlich der menschlichen Sexualität. Wenn mechanistisches oder mystisches Denken auf lebendige Funktionen angewendet wird, kommt es zu Verzerrungen. Es dient der Abwehr, um die Dinge nicht so sehen zu müssen, wie sie wirklich sind. Diese Ansichten entsprechen in der Regel dem Denken der politischen Linken (mechanistisches Denken) und dem der Rechten (mystisches Denken).

Wenn es auf die menschliche Sexualität angewendet wird, scheint das mechanistische Denken in der Lage zu sein, jeden Aspekt der menschlichen Sexualität bis ins kleinste Detail zu untersuchen: vom den verschiedenen Abarten prägenitaler sexueller Aktivitäten bis zu den Hormonen, Neurotransmittern und Gehirnzentren, die beim Sex eine Rolle spielen. Nach all den Studien hat man, wenn überhaupt, wenig Neues über die sexuellen Funktionen des emotionalen Lebens gelernt. Auf der anderen Seite hat das mystische Denken sich auf Begriffe wie „Liebe“, „Energie“ und so weiter konzentriert, die keine physische Grundlage haben.

Beide Betrachtungsweisen beinhalten schwerwiegende Verzerrungen. Sie ignorieren die Existenz der physischen biologischen Energie, die die Grundlage für das Verständnis jeden Aspekts der menschlichen Sexualfunktion bieten kann. Das Wissen über diese Energie, die von Wilhelm Reich um 1940 entdeckt wurde, bleibt weiterhin für jene ein Tabu, die, wegen ihrer gepanzerten Charakterstruktur, mechanistisch oder mystisch denken. Bei seinen bio-elektrischen Versuchen fand Reich, daß die Ladung auf der Hautoberfläche bei Lustzuständen ansteigt und bei Angstzuständen abfällt. Er kam zu dem Schluß, daß eine reale physische Energie in diesen unterschiedlichen emotionalen Zuständen vorhanden ist. Die Gefühle von Lust und Angst entsprechen verschiedenen Bewegungsrichtungen der Energie; vom Zentrum des Organismus zur Peripherie bei Lust, von der Peripherie zum Zentrum bei Angst. Aus klinischen Untersuchungen schloß er, daß der sexuelle Orgasmus in einem relativ ungepanzerten Organismus wie ein Sicherheitsventil funktioniert, d.h. den Energiemetabolismus reguliert und damit das Aufstauen von Energie verhindert, das zu allen möglichen Formen menschlicher Pathologie, medizinisch, sozial und psychologisch, führen kann. Jedoch ist bei den meisten gepanzerten Menschen die regulatorische Funktion des Orgasmus gestört und deshalb können sie seine funktionelle Bedeutung für die Erhaltung von emotionaler und körperlicher Gesundheit nicht erkennen. Die gegenwärtigen mechano-mystischen Ansichten über die menschliche Sexualität sind die unvermeidliche Folge gepanzerten Denkens.

 
Politik verstehen

Um Politik zu verstehen, muß man zunächst funktionell denken und der drei grundlegenden Ebenen der bio-psychischen Struktur des gepanzerten Menschen gewahr sein: der biologische Kern, die destruktive mittlere Schicht und die oberste Schicht, die soziale Fassade. Ansonsten wird man frustriert die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und das Geschehen ignorieren.

Alle politischen Interaktionen sind durch die soziale Fassade vermittelt. Jedoch stammen die meisten politischen Aktivitäten aus der destruktiven mittleren Schicht, während der biologische Kern, die Quelle aller konstruktiven gesellschaftlichen Unterfangen, im gesellschaftlichen Leben überhaupt nicht vertreten ist. Erschwerend kommt hinzu, daß die meisten Menschen in der Politik operieren, als ob es die destruktive mittlere Schicht, die Quelle des Bösen im Menschen, nicht gäbe. Es ist als ob der Kaiser keine Kleider hat: alle politische Aktivität entstamme der sozialen Fassade und könne in einer rationalen, parlamentarischen Weise zufriedenstellend gehandhabt werden. Diese Farce, die vor allem von der politischen Linken vertreten wird, zeitigt weiterhin tragische Folgen, während sich die politische Rechte, die nichts Besseres anzubieten hat, darin findet, dem gleichen Weg zu folgen.

Das ist heute die unglückliche Situation in der Politik. Sie ist der Grund dafür, daß die amerikanische Gesellschaft auseinanderfällt und das Überleben Amerikas, national und international, zunehmend eine Frage des Zufalls wird. Die Leute, die politische Macht besitzen, haben keine Ahnung von der zugrundeliegenden Dynamik der gesunden als auch der destruktiven biologischen Kräfte, die das gesellschaftliche Leben regieren. Darüber hinaus gibt es kein Anzeichen dafür, daß sie auch nur das geringste Interesse hätten, etwas darüber zu erfahren. Das „politische Tagesgeschäft“ ist die Regel.

Die Welt kann von Glück reden, daß das Wissen vorhanden ist, um den gefährlichen Niedergang der gesellschaftlichen Verhältnisse potentiell umkehren zu können. Das Thema Politik wird in meinem Buch Neither Left Nor Right ausgiebig diskutiert.

 
Netanjahus Rede: die Ausnahme, die die Regel bestätigt

In meinem Blogeintrag Politik verstehen (siehe oben) erklärte ich, daß der biologische Kern, die Quelle jedweden konstruktiven gesellschaftlichen Unterfangens, im sozialen Leben überhaupt nicht vertreten ist. Premierminister Benjamin Netanyahus Rede auf der gemeinsamen Sitzung des Congress am 24. Mai 2011 ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt.

Netanyahus Betrachtung des arabisch-israelischen Konflikts stammt aus seinem biologischen Kern. Sie ist lebenspositiv und basiert auf dem Recht aller Menschen, Juden und Araber gleichermaßen, in Frieden und Harmonie miteinander zu leben. Dies bedeutet Anerkennung Israels als unabhängigem jüdischem Staat. Seine aggressive Reaktion gegen islamische Terrororganisationen wie die Hamas erweist sich bei der Sicherung des Staates Israel in einer feindlichen Welt effektiver als der Ansatz der Tauben.

Sein Ansatz zeigt, daß er etwas davon versteht, wie die Emotionelle Pest vorgeht. In seiner Rede erklärte er beispielsweise, daß bei jeder Erwähnung von Terroranschlägen gegen Israel, die Welt mit Schweigen reagiert und sich die Aufmerksamkeit auf Israel als dem Schuldigen richtet. Jedoch ist ein intuitives Verstehen der Pest eine Sache, ihrer Destruktivität ein Ende zu setzen eine andere. Die Pest muß allgemein als das erkannt werden, was sie ist. Sie ist eine zerstörerische soziale Kraft, die in jedem gepanzerten Menschen eingebettet ist und, wenn die Bedingungen stimmen, kann sie sich auf jede lebenspositive gesellschaftliche Vision verheerend auswirken, wie die, die Netanyahu vor dem Congress ausgebreitet hat. Die Welt wird wahrscheinlich bald Netanyahus Worte vergessen haben, nachdem die Emotionelle Pest des gepanzerten Menschen ihn vor aller Augen mundtot gemacht hat.

 
Es ist wichtig Angst zu erleben

Das Gefühl der Angst (biophysische Kontraktion) zu erleben, ist eine lebenswichtige Funktion für das Überleben des Individuums und der Gesellschaft. Das gilt für alle Tierarten, einschließlich des Menschen. Wegen dem Vorliegen von Panzerung haben viele Menschen die Fähigkeit verloren, als Reaktion auf Gefahr Angst zu erleben. In ihnen ist sie entweder verzerrt und fühlt sich wie innere Unruhe an oder sie ist überhaupt nicht spürbar. In der Tat befindet sich die heutige anti-autoritäre Gesellschaft in einem Zustand eines chronischen, falschen Gefühls des Wohlbefindens (biophysische Expansion), individuell, wirtschaftlich und politisch.

Innere Unruhe ist das Symptom einer zugrundeliegenden emotionalen Störung. Dies ist der Grund, warum Angst, einschließlich ihrer verzerrten Manifestation, innere Unruhe, fast von jedem um jeden Preis vermieden wird. Da Menschen nicht bereit sind, den Blick nach innen zu richten, um nach der Quelle dessen zu suchen, was sie beunruhigt, sehen sie nach außen und schieben die Schuld für ihre persönlichen emotionalen Probleme externen Quellen zu. Oder sie vermeiden Gefühle völlig und bleiben ohne Kontakt mit sich selbst. Eine Möglichkeit zur Vermeidung von innerer Unruhe ist, jedes unangenehme Gefühl mit Hilfe von Medikamenten oder Drogen auszulöschen. Statt diese chemischen Mittel von sich zu weisen und ihre unangenehmen Gefühle zu tolerieren, was eine gesündere Reaktion wäre, betrachten viele Medikamente und Drogen als Allheilmittel. Die Vermeidungsreaktion der Menschen, was das Erleben von Angst und innerer Unruhe betrifft, ist in der Tat der eigentliche Grund für die Beliebtheit von Marihuana und der Antrieb hinter den politischen Bestrebungen es zu legalisieren.

Eine weitere Möglichkeit störende Gefühle zu vermeiden, liegt in der Verwendung des Intellekts als Abwehr. Bei dieser Lösung werden alle (auch diejenigen, die es darauf abgesehen haben, die Freiheit der Menschen in der ganzen Welt zu zerstören, wenn sie nur die Möglichkeit dazu hätten) als harmlos oder guten Willens betrachtet. Daher sei Angst vor ihnen und entsprechende Verteidigungsmaßnahmen nicht rational oder nicht erforderlich.

Doch ganz im Gegenteil macht die Unfähigkeit Angst zu spüren sowohl Einzelpersonen als auch die Gesellschaft als Ganzes wehrlos. Die Geschichte hat immer wieder gezeigt, daß emotionell pestkranke Menschen früher oder später auftauchen und die Schwachstellen anderer Menschen ausnutzen, um eine Katastrophe auf individueller oder gesellschaftlicher Ebene herbeizuführen.

 
Ersatzkontakt: die Faszination mit dem Bösen

Einem Artikel in USA Today (3. Juni 2011) zufolge sind die beliebtesten Filme dieses Sommers diejenigen, die unterschiedliche Aspekte des Bösen beim Menschen zeigen. Laut einem Filmregisseur, „ist dein Film nur so gut wie sein Bösewicht“.

Die Obsession der Menschen mit bösartigen und schrecken einflößenden Schurken ist nur aus funktioneller energetischer Sicht verständlich. Die, welche von dem Thema fasziniert sind, sind diejenigen, die emotional ausgesprochen kontaktlos sind, was sowohl das innere Erleben als auch die äußere Welt betrifft. Die filmische Darstellung des menschlichen Bösen in einer lebendigen und realistischen Weise zu erleben, ruft Angstgefühle (biophysische Kontraktion) hervor und dient dazu, die Menschen zumindest teilweise, wenn auch verzerrt, mit sich selbst in Kontakt zu bringen. Diese Filme anzuschauen, befriedigt das Bedürfnis der Menschen nach einem zeitweisen Ersatz für emotionalen Kontakt.

 
Der Kollaps des amerikanischen Zweiparteiensystems

Der Kollaps des Zweiparteiensystems begann mit der anti-autoritären Umwandlung der amerikanischen Gesellschaft um 1960 herum. Pseudo-liberalen/kommunistischen Politiker gelang es, die Democratic Party zu infiltrieren und zu übernehmen. Dies verursachte eine Verschiebung im politischen Mainstream Amerikas nach links vom Zentrum. Aufgrund dieser Verschiebung gab es kein Linksaußen mehr in der amerikanischen Politik, nur noch ein Rechtsaußen. Republicans, die politisch rechts standen, reagierten auf diesen Wandel mit der Bildung einer eigenen Partei, der Conservative Party. Politik wurde ideologisch polarisiert. Die Beziehung zwischen Pseudo-Liberalen und Konservativen wurde eine des antagonistischen Gegensatzes.

Die anti-autoritäre Transformation führte zu massiven sozialen Problemen, etwa dem Kollaps der autoritären Familie mit all seinen katastrophalen Folgen. Die Menschen waren hilflos und konnten diesen Zusammenbruch nicht bewältigen. Viele suchten nach Lösungen bei der Politik. Ohne Kenntnis der Tiefe der menschlichen Probleme übernahmen Politiker die Initiative und gaben sich als Befreier aus, die sich um die Bevölkerung kümmerten. Diese Situation führte zur Gesellschaftspolitik. Aber Politiker können niemals Antworten auf die sozialen Probleme der Menschen bereitstellen. Tatsächlich ist es die Hilflosigkeit der Menschen, die ein Großteil ihrer Probleme ausmacht; ihre Unfähigkeit, mit ihren persönlichen und wirtschaftlichen Problemen in einer gesunden Weise umzugehen.

Heute haben immer mehr unabhängige und verantwortungsbewußte Menschen die Nase voll von Politikern und der Politik beider Parteien und deren zusammengeschusterten und von Eigennutz bestimmten Lösungen. Nach einer Harris-Umfrage sank die Zahl der Menschen, die sich selbst als Democrats bzw. Republicans bezeichnen, in den vergangenen Jahrzehnten. Während der gleichen Zeit stieg der Anteil der „unabhängigen“ Wähler. Democrats nahmen von 49 % auf 35 % und Republicans von 31 % auf 28 % ab, während die Unabhängigen von 20 % auf 28 % zunahmen.

Die Tragödie ist, daß es nirgendwo eine Alternative für unzufriedene Wähler gibt. Verzweifelte Politiker kommen mit ständig denselben abgenutzten Lösungen und bieten den abhängigen und hilflosen Massen sozialistische Heilmittel an, während die politische Ernüchterung der Unabhängigen wächst.

Nichts wird sich zum Besseren wenden, bis nicht die Menschen anfangen, die Quelle ihrer Probleme bei sich selbst zu suchen und nicht bei externen Quellen wie der Politik. Dann wird es möglich sein, daß die Menschen sich selbst helfen.

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Blogeinträge September-Dezember 2010

26. Dezember 2010

Wie ich das amerikanische Gesundheitssystem erlebt habe

Am 21. Juni 2010 hatte ich eine Operation, bei der beidseitig die Kniegelenke ersetzt wurden. Es hatte sich seit langer Zeit angekündigt, doch obwohl ich es mir bis zum Ende nicht eingestehen wollte, hatte ich schließlich keine andere Wahl mehr: laß es machen oder vergiß das Laufen.

Jene, die mit meinem Denken vertraut sind, wissen, daß ich generell kein Freund der mechanistischen Medizin bin, wenn sie an die Stelle der funktionellen Medizin tritt. Aber Chirurgie ist im Wesentlichen ein mechanisches Verfahren und von daher ist Mechanismus in diesem Bereich rational.

Die Anwendung mechanistischer Prinzipien hat in Amerika aus zwei Gründen zu bemerkenswerten Fortschritten in den medizinischen Fachgebieten geführt: 1. da sich die mechanistische Theorie und Praxis in Richtung einer stärkeren Spezialisierung entwickelt hat; und 2. weil eine relativ freie Marktwirtschaft wie die unsrige die Entfaltung von unbegrenztem technologischem Fortschritt ermöglicht.

Ich machte einen Termin aus, hatte die Operation und unternahm zwei Tage nach der OP meine ersten Gehversuche. Ich hatte das unglaubliche Glück, einen Chirurgen, Dr. Thomas Meade, zu haben, der die Operation den neusten Erkenntnissen gemäß durchführte. Die Haut über meinen Knien sah aus, als sei sie mit Reißverschlüssen versehen worden, weil die Klammern so dicht beieinanderlagen, daß sie wie die Zähne eines Reißverschlusses wirkten. Das schien eine Art Markenzeichen zu sein, denn jeder Arzt und jede Krankenschwester in der Rehaklinik, in die ich danach kam, sagte: „Oh, das ist Dr. Meades Arbeit!“ Ich hatte auch Glück in Krankenhäusern zu liegen, in denen es im höchsten Maße menschlich und zuvorkommend zuging, die Pflege nichts zu wünschen übrigließ.

Jeder fragte mich nach Schmerzen, – aber ich hatte keine. Vom ersten Tag an stammten meine einzigen Beschwerden von der Schwellung, die die Knie steif machten und die Bewegungsfreiheit einschränkten. Jetzt, zehn Wochen später, sind die Reißverschlüsse weg, die Schwellung ist fast verschwunden, und ich gehe mindestens eine Meile pro Tag mit einem ziemlich guten Schritt. Nach sechs Wochen wurde ich aus der Physiotherapie entlassen und bin nun wieder fast Vollzeit in der Praxis. Ich wurde 79 am 20. Juli und erzähle jedem, daß ich neue Knie zu meinem Geburtstag bekommen habe!

Ich las von der Gesundheitsversorgung auf Kuba und ich frage mich, wie meine Geschichte dort ausgegangen wäre. Ich sah die Krankenhaus-Rechnung für meinen achttägigen Aufenthalt und fiel fast in Ohnmacht. Ich habe sie nicht direkt bezahlt – Medicare [die staatliche Krankenversorgung für Senioren] und meine Zusatzversicherung sind eingesprungen, aber ich habe meine Beiträge über viele, viele Jahre einbezahlt. (Und ich tue es immer noch, weil ich fortfahre zu arbeiten und sowohl den Höchstsatz in den Medicare-Fonds einzahle, als auch weiter für die private Zusatzversicherung zahle.) Ich bin allerdings so dankbar, dort zu leben, wo es die erdenklich beste Gesundheitsversorgung gibt. – Ich habe noch nie von jemandem gehört, der nach Kuba, Bulgarien oder auch nur Großbritannien ginge, um sich einer medizinischen bzw. chirurgischen Spezialbehandlung zu unterziehen.

Also, alles in allem, ich bin ziemlich glücklich – zu dieser Zeit zu leben, an diesem Ort – diesen großartigen Vereinigten Staaten von Amerika.
 

Die Tea-Party-Bewegung und die Emotionelle Pest

Da sich die Emotionelle Pest um Zentren der Macht konzentriert, ist die Politik ein Nährboden für die Pest. Pestkranke Menschen fühlen sich von der Politik angezogen, weil sie Macht über die Massen bekommen. Daher beschränkt sich die Emotionelle Pest nicht auf die Partei der Democrats oder die der Republicans, sondern umfaßt Personen aus den Parteiapparaten beider Parteien.

Bestehend aus Individuen, die gegen das Vordringen der Regierung in das Leben der Menschen eintreten, organisierte sich die Tea Party landesweit. Sie bildete sich spontan aus Menschen, die die Nase voll davon haben, daß eine immer größer werdende Regierung ihr Leben durch steigende Steuern kontrolliert. Sie opponieren gegen die Vorstellung, daß der Staat soziale und wirtschaftliche Probleme beheben kann.

Obwohl ihre Sichtweise richtig ist, bietet die Tea Party selbst eine offene Flanke gegenüber politischen Angriffen durch die Linke, weil die sozialen und wirtschaftlichen Probleme Amerikas, von denen die Liberalen wahrheitswidrig behaupten, sie könnten sie lösen, real sind und unsere Aufmerksamkeit erfordern. Deshalb werden die Menschen bei den Kandidaten der Tea Party, wenn sie gewählt werden, nach Antworten suchen. Jedoch kann keine politische Organisation oder Gruppe, ob sie nun links oder rechts steht, zufriedenstellende Lösungen liefern, da die Antworten außerhalb der politischen Sphäre liegen.

Sie gehören in den biologischen Bereich und hängen mit der emotionalen Krankheit der Menschen zusammen, die im sozialen Bereich zum Ausdruck kommt, wie Hilflosigkeit, Anspruchsdenken, Groll, Gier, der Wunsch nach Macht und so weiter. Leider werden die pathologischen Auswirkungen, die diese Symptome auf die Gesundheit der Gesellschaft haben, von jedermann vollständig übersehen. Auf jeden Fall wird es soweit kommen, daß die Plattform der Tea Party politisiert und von der Parteimaschinerie der Rechten politisch vereinnahmt werden wird. Dies ist der Todeskuß für jede lebenspositive soziale Bewegung. Wenn die Kandidaten der Tea Party die Erwartungen der Menschen nicht erfüllen, wird das Getriebe der Emotionellen Pest in Gang gesetzt werden, da jede Seite die andere für die Verschlechterung der Lage verantwortlich macht. Wie immer, wenn eine neue große soziale Bewegung scheitert, wird man nichts gelernt haben.
 

Der Bau des Cordoba House ist ein Beispiel für eine emotionell pestkranke Reaktion

In seinem Kapitel in der Charakteranalyse über die Emotionelle Pest schreibt Wilhelm Reich:

Ein wesentlicher Grundzug der emotionellen Pestreaktion ist, daß Handlung und Begründung der Handlung einander niemals decken. Das wirkliche Motiv ist verdeckt, und ein scheinbares Motiv ist der Handlung vorgeschoben.

Das eigentliche Motiv für den Bau des Cordoba House in der Nähe von Ground Zero ist es, der Welt zu zeigen, daß, indem genau hier eine Moschee gebaut wird, der Islam einen gewaltigen Schlag gegen Amerika ausgeführt hat. Diese Handlung ist eine grobe Provokation und eine Beleidigung für Amerika. Das scheinbare Motiv, das Moslems, die das Projekt fördern, angeben, ist „Religionsfreiheit“.

Diese Taktik der Islamisten ist sozial destruktiv und eine emotionell pestkranke Reaktion, weil sie konservative und liberale Amerikaner erfolgreich voneinander getrennt hat entlang charakterologisch bedingter Grenzen zwischen den Ideologien. Während Konservative die Destruktivität der islamistischen Taktik unmittelbar durchschauen, lassen sich die Liberalen gewaltig hinters Licht führen. Die Liberalen verwechseln das Streben der Islamisten, nämlich dem nach Vormacht über die westliche Lebensweise, mit religiösem Glauben. Damit ist es den Islamisten gelungen, Amerikaner dazu zu bringen sich gegenseitig zu bekämpfen, und so die Nation von innen heraus zu schwächen. Das bringt sie näher an ihr Ziel heran, die Weltherrschaft zu erlangen.
 

Sind moslemische Gesellschaften mit Demokratie vereinbar?

Diese wichtige Frage kann nicht ohne Kenntnisse der sozio-politischen Charakterologie beantwortet werden: die Art und Weise, in der Individuen ihre Umwelt durch ihre Ideen und Einstellungen formen, so daß sie ihren persönlichen Anforderungen entspricht.

Aufgrund ihrer strengen autoritären Erziehung gehören die meisten Moslems in unterschiedlichem Ausmaß zur rechten Seite des sozio-politischen Spektrums, angefangen mit dem konservativen Moslem unmittelbar rechts von der Mitte, gefolgt vom extrem Konservativen, dem Reaktionär und schließlich dem Islamo-Faschisten. Wenn wir von rechts von der Mitte zur extremen Rechten fortschreiten, wird das soziale Funktionieren des moslemischen Individuums zunehmend irrational. Sein Denken und Sozialverhalten wird rigider und destruktiver, Hilflosigkeit und Verantwortungslosigkeit nehmen zu und seine Arbeitsfähigkeit und sexuelle Funktionsfähigkeit wird immer gestörter. Als Ergebnis leidet seine Fähigkeit, sich in die westliche Gesellschaft zu assimilieren. Der Islamo-Faschist der extremen Rechten steht dem westlichen demokratischen Leben völlig intolerant gegenüber und fühlt sich deshalb dazu getrieben es zu zerstören.

Diese charakterlichen Unterschiede zwischen den verschiedenen sozio-politischen Typen von Moslems müssen berücksichtigt werden, bevor man daran geht die Frage zu beantworten. Dieses Thema wird in meinem Buch The Emotional Plague. The Root of Human Evil behandelt.
 

Ahmadinedschads Strategie

Als Antwort auf die anti-israelische, anti-amerikanische Rede des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad vor den Vereinten Nationen, hielt am 24. September der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu einen Vortrag vor der gleichen Organisation und verurteilte Ahmadinedschads antisemitische Tiraden. In jener Rede hatte Ahmadinedschad erklärt, die meisten Menschen glaubten, daß die US-Regierung für die Angriffe vom 11. September verantwortlich sei. Was kann aus seinen Tiraden geschlossen werden?

Sie sollten nicht als die Tiraden eines Spinners abgetan werden. Seine Kommentare müssen ernstgenommen werden als Teil einer wohlkalkulierten Strategie, die weltweite Opposition gegen die Legitimität der iranischen Regierung zu untergraben. Die Kommentare waren kalkuliert als Schlag gegen die freie Welt sowohl innerhalb als auch außerhalb des Iran und sie führten aus folgenden Gründen zu einem unmittelbaren Sieg für die Sache des militanten Islam:

  1. Aus der Reaktion der Mitglieder der Generalversammlung konnte er wertvolle Rückschlüsse auf die Stärke des weltweiten Widerstands gegen die Innenpolitik und den Expansionismus des iranischen Regimes ziehen. Aus der Generalversammlung, mit einer Gesamtmitgliedschaft von 192 Ländern, verließen während seiner Rede nur Diplomaten aus 30 Ländern den Saal (weniger als ein Sechstel). Im Endeffekt signalisierten die restlichen fünf Sechstel der Mitglieder durch ihr Verweilen, gleicher Meinung mit ihm zu sein.
  2. Er hatte ein Forum, um Millionen von Moslems auf der ganzen Welt, die keinen Zugang zu den Fakten haben, seine Sichtweise aufzudrängen.
  3. Er hatte die Gelegenheit, jene im Westen, die Angst vor Aggression haben, einzuschüchtern und ihnen zu zeigen, daß er in der Lage ist die mächtigste Nation der Welt zu verspotten, seine Verachtung für sie zu zeigen und dabei ungestraft davonzukommen. Vom ungestraften Aussprechen von Unverschämtheiten zu folgenlosen Untaten, wie Bau und Einsatz von Atomwaffen, ist nur ein Schritt. Darüber hinaus wird durch seine Taktik der Mythos verbreitet, daß die Eroberung der westlichen Welt durch den Islam unvermeidlich ist.
  4. Mit seiner respekteinflößenden Stellung als Präsident des Iran gelang es ihm, Zweifel über die wahre Täterschaft des Angriffs vom 11. September in die Köpfe jener zu streuen, die stets die Schuld bei Amerika suchen.
  5. Und schließlich ist das Hervorrufen von Zweifeln über die Täterschaft auch behilflich bei der Schwächung des Widerstands gegen den Bau einer Moschee nahe Ground Zero.

 

Zwei gegensätzliche Betrachtungsweisen des intrauterinen Lebens

Gefördert durch das American College of Orgonomy hielt die medizinische Orgonomin Dr. med. Theodota Chasapi am 2. Oktober 2010 in der Princeton Public Library einen Vortrag über „The Roots of Love and Hate. The Impact of Early Mother-Baby Bonding on Our Ability to Love“ (Die Wurzeln von Liebe und Haß. Die Auswirkungen der frühen Mutter-Kind-Bindung auf unsere Liebesfähigkeit). Sie präsentierte neue Erkenntnisse, die viele der Entdeckungen Dr. med. Wilhelm Reichs über Neugeborene und Säuglinge aus den 1940er und 50er Jahren bestätigt haben.

Im Rückgriff auf Reichs klinische Befunde bei Säuglingen diskutierte Dr. Chasapi den Lebensabschnitt von der intrauterinen bis zur neonatalen Periode. Sie zeigte, daß diese Zeit, die gekennzeichnet ist durch die emotionale Lebendigkeit des Fötus, das auf die Mutter intensiv reagiert, entscheidend ist für die zukünftige Entwicklung des menschlichen Organismus. Beispielsweise fanden sich die verschiedenen Gefühlszustände, die die Mutter täglich durchlebt, etwa Freude und Angst, häufig widergespiegelt in den entsprechenden Ausdrucksbewegungen (Expansion und Kontraktion) des Fötus. Sie berichtete, daß eine gesunde Geburt nicht einfach die mechanische Austreibung des Fötus aus dem Mutterleib ist, sondern ein aktiver Prozeß, an dem sowohl die Mutter als auch der Fötus beteiligt sind. Sie zeigte, daß das Neugeborene nicht hilflos ist, wie allgemein angenommen wird, sondern vielmehr in der Lage, den Bauch der Mutter empor zu kriechen und die Brustwarze zu finden. Sie betonte, wie wichtig die Aufrechterhaltung des emotionalen und körperlichen Kontakts zwischen Mutter und Neugeborenen („orgonotischer Kontakt“, Reich) während und nach der Geburt ist, und wie notwendig es ist, eine Störung dieses Kontakts von Seiten wohlmeinender Erwachsener zu verhindern, wie das Wegnehmen des Säuglings für medizinische Untersuchungen.

Es gibt eine andere Sichtweise des intrauterinen Lebens, die vor kurzem aufgekommen ist; eine, die oberflächlich identisch zu sein scheint, die aber bei näherer Betrachtung ziemlich das Gegenteil darstellt (siehe: „How the First Nine Months Shape the Rest of Your Life“, Time Magazine, 4. Oktober 2010). Genannt „fötaler Ursprung“ entspricht sie der Anwendung mechano-mystischer Prinzipien auf eine Erforschung des fötalen Lebens, in der nur physische, quantitative Faktoren wie Ernährung, Schadstoffe, Medikamente und Infektionen als wesentliche Einflüsse auf die gesunde Entwicklung des Fötus berücksichtigt werden. Da Emotionen von mechanistischen Wissenschaftlern nicht angemessen verstanden werden, finden die entsprechenden Faktoren nur am Rande Erwähnung. Obwohl die mechanischen Ursachen real sind, sind die unbeachteten emotionalen Störungen der Mutter die Hauptursache für intrauterine fötale Schäden. Das Augenmerk in erster Linie auf diese physischen Faktoren zu richten, dient dem Ausweichen vor der emotionalen Entwicklung des Kindes.
 

Die Gefahren des Multikulturalismus

Vorgeschobener Grund für den Multikulturalismus in Amerika ist „die Feier der kulturellen Vielfalt“. Bestrebungen Schwarzen, Hispanics und Moslems beizubringen, die Sprache der sie umgebenden Gesellschaft zu sprechen und sich entsprechend zu kleiden, werden von den Multikulturalisten als „kultureller Imperialismus“, wenn nicht gar als „Rassismus“, verurteilt. Allerdings liegt das wahre Motiv des Multikulturalismus darin, eine Gruppe von Menschen, die angeblich benachteiligt ist, effektiv in ein antagonistisches Verhältnis zur Gesamtgesellschaft zu setzen und damit Amerika zu fragmentieren. Es dient auch dazu, die ausgewählte Gruppe daran zu hindern, sozial und wirtschaftlich voranzukommen. Multikulturalismus spaltet die Gesellschaft und ist die Ideologie von verkappten Rassisten. Es ist ein politischer Trick, der sich auf die kulturellen Unterschiede zwischen den Menschen konzentriert und damit eine Gruppe gegen die andere ausspielt.

Vom Standpunkt der politischen Charakterologie aus betrachtet, gehören Menschen, die den Multikulturalismus unterstützen, zur extremen Linken oder zur extremen Rechten. Ihr gemeinsames Glaubenssystem kann die Vertreter beider Extreme vereinen und zu einer politischen Kraft der Emotionellen Pest machen.
 

Integrieren sich die Moslems oder „übernehmen sie das Ruder“?

Bevor diese Frage befriedigend beantwortet werden kann, muß die „Rollenbesetzung“ in diesem Drama charakterologisch verstanden werden. Dazu dient die Beschäftigung mit der sozio-politischen Charakterologie.

Auf der Seite der Moslems, gibt es zwei Gruppen. Da wären die Angehörigen der extremen Rechten des sozio-politischen Spektrums, die nichts mehr wünschen als die Länder des Westens im Namen Allahs zu unterwerfen. Es gibt auch andere Moslems, sie gehören der politischen Mitte an. Sie sind bereit und in der Lage, sich der westlichen Lebensweise anzupassen und die Gesetze ihrer Wahlheimat zu respektieren. Die erstere Gruppe glaubt, daß religiöse und weltliche Gesetze ein und dasselbe sind. Diese Moslems sind eine Bedrohung für die westliche Gesellschaft und sollten in ihr Herkunftsland zurückgeschickt werden. Die letztere Gruppe glaubt, daß Religion und Staat voneinander getrennt werden sollten. Sie anerkennen und respektieren den Rechtsstaat.

Auf der Seite des Westens gibt es ebenfalls zwei Gruppen. So glaubt eine Gruppe in England, die auf der äußersten Linken angesiedelt ist und auch Regierungsvertreter und Beamte der Strafverfolgungsbehörden umfaßt, daß das Recht der Scharia für Moslems angewendet werden sollte. Andere, Konservative, wollen, daß alle Menschen im Lande, sowohl Moslems als auch Einheimische, die Gesetze des Landes befolgen.

Auf beiden Seiten ist die zentrale Frage, ob religiöse und weltliche Gesetze voneinander getrennt gehalten werden sollten. Die Integration von Moslems wird zum gesellschaftlichen Problem, weil die westlichen Liberalen nicht bereit sind die Gesetze ihres Landes durchzusetzen. Für sie sind die Gesetze nichts Absolutes und können sich je nach sozialen Bedingungen ändern. Die Integration von Moslems wird solange umstritten bleiben, bis die charakterologischen Faktoren, die den Einstellungen von Menschen zugrundeliegenden, verstanden werden und entsprechend gehandelt wird.
 

Sollte der Liberalismus tot sein, dann ist er ein sehr mächtiger Leichnam

In seinem Kommentar im Wall Street Journal („Liberalism: An Autopsy“, 4. Dezember 2010) stellt R. Emmett Tyrrell fest, daß es seit Ende des Zweiten Weltkriegs zu einem zwar langsamen, aber stetigen Niedergang des Liberalismus gekommen sei und daß der Liberalismus als politische Bewegung tot sei. Es ist wahr, daß sich die Nützlichkeit des Liberalismus als Sozialphilosophie verflüchtigt hat, nachdem er den mystischen Bann, den das Christentum auf das Leben der Menschen ausübte, nachhaltig zerstörte. Aber wie kann man verstehen, daß heute die politisch Linksstehenden stärker sind als je zuvor und daß Amerika ums Überleben kämpft, um nicht durch die Kräfte der politischen Linken zerstört zu werden?

Eine kurze Antwort auf diese Frage wurde in einem auf dieser Netzseite veröffentlichten Artikel gegeben: „Wo sind all die Kommunisten hin?“ Es hat mit der fast vollständigen Infiltration der Democratic Party durch charakterologische Kommunisten zu tun, die in den 1960er Jahren ihren Anfang nahm. Kommunisten gelang dieser Coup auf brillante Weise, indem sie sich als wahre Liberale gaben, ohne dabei in irgendeiner Weise ihr vollständiges Festhalten an der kommunistischen Ideologie preiszugeben: Vor aller Augen versuchen sie verzweifelt, durch politischen Aktivismus ihre linke Ideologie der amerikanische Öffentlichkeit aufzuzwingen und Amerika in einen sozialistischen Staat umzuwandeln.

Einsicht in den sozio-politischen Charakter erlaubt es, den im Titel dieses Eintrags ausgedrückten Widerspruch zu entschlüsseln: Echte Liberale mögen zwar auf dem Rückzug sein, aber mit Hilfe der linken Presse wurden pseudo-liberale/kommunistische Extremisten Teil des linken Mainstreams.

Was erklärt den Erfolg der extremen Linken? Aus charakterologischer Sicht behindert der natürliche Sinn für Fairneß, den das amerikanische Volk hinsichtlich der Überzeugungen anderer hegt, die Einsicht, daß es sich bei den linken Extremisten um Verbrecher handelt. Als Ergebnis dieser naiven und gefährlichen Haltung wurden die Pseudo-Liberalen/Kommunisten zu einem legitimen Teil der amerikanischen Politik, während die Kritiker der extremen Linken zunehmend marginalisiert werden.
 

Homosexualität bei Jugendlichen

Jugendsexualität ist eine der am meisten Angst erzeugenden und verwirrenden Situationen, denen Eltern heute gegenüberstehen. Die Kombination von stillem Elend, neurotischer Wut und Rebellion, die sich aus intensiven sexuellen Frustrationen des Jugendlichen ergeben, macht dies zu einer besonders schwierigen Zeit für Jugendliche als auch gleichermaßen für Eltern. Das Problem wird erschwert aufgrund der folgenden alles verkomplizierenden Faktoren:

  1. Unerkannte und ungelöste sexuelle und andere Probleme der Eltern selbst.
  2. Der Durchbruch von enormen Mengen von Angst in der jüngeren Generation durch den Zusammenbruch der autoritären Familie.
  3. Die sexuelle Überreizung und ungezügelte wirtschaftliche Ausbeutung einer bereits überreizten Jugend durch die Medien, darunter insbesondere die Unterhaltungsindustrie.
  4. Die Fülle an sexueller Desinformation, die als Evangelium verbreitet wird: Die allgemeine Akzeptanz von jeder Art von neurotischer (prägenitaler) sexueller Aktivität und das Umgehen jeder Diskussion über gesunde, genitale, heterosexuelle Aktivität.

Die Verwirrung, die durch diese hochaufgeladenen und explosiven sozialen Zustände hervorgerufen wird, kann leicht zum Ausbruch aller möglichen Formen der Emotionellen Pest führen. Im Fall von Homosexualität bei Jugendlichen verläuft die Grenze zwischen denjenigen, die eine Laissez-faire-Haltung bevorzugen und der jugendlichen Homosexualität Vorschub leisten, und denjenigen, die die jugendliche Homosexualität als Zeichen einer emotionalen Erkrankung betrachten und sie zu verhindern suchen.

Leider sehen beide Gruppen das Problem aus einer oberflächlichen, symptomatischen Perspektive. Auch in unserer Zeit der sexuellen Aufklärung erkennt keine der beiden Gruppen die besondere Bedeutung der sexuellen Funktion bei der Regulierung des Gefühlslebens des gesunden Heranwachsenden. Genau diese weitverbreitete Unkenntnis und das Umgehen des Wesentlichen ist direkt für die genannten unvereinbaren, einander gegensätzlichen Standpunkte verantwortlich.
 

Der Mut zum Auffinden eines Heilverfahrens für Krebs

Ein Artikel über eine Heilmethode für Krebs erschien vor kurzem im Wall Street Journal („A Geneticist’s Cancer Crusade“, 27.-28. November 2010). Darin erklärt der Genetiker James Watson, Mitentdecker der DNA, daß „wir den Mut aufbringen sollten, handlungsfähig zu sein“. Er fügt eine Warnung hinzu: „Wenn wir das nicht können, werden wir eine Atmosphäre erzeugen, in der wir die FDA [Food and Drug Administration] weiterhin mit ihren kläglichen Tests fortfahren lassen.“ Dr. Watson fährt fort: „Die FDA hat so viele Vorschriften … Sie möchten nicht, daß du etwas Neues ausprobierst, solange es eine alte Sache gibt, die funktionieren könnte.“

Es ist wahr, daß die FDA einen Würgegriff an jede Krebsforschung angesetzt hat, die sich außerhalb ihres mechanistischen Paradigmas bewegt. Diese mächtige Bundesbehörde ist eine unverhohlene Manifestation der Emotionellen Pest. Sie arbeitet in ihrer Machtsphäre autonom ohne jede Kontrolle. Es ist auch wahr, wie Dr. Watson sagt, daß Mut ein notwendiger Bestandteil für das Finden einer Heilmethode für Krebs ist. Aber Mut allein ist nicht genug. Die Erfolgsaussichten der modernen Genetik sind beschränkt, weil sie sich ausschließlich auf genetische Funktionen beschränkt und das nur in einer mechanistischen, nicht funktionellen Art und Weise. Was fehlt, ist eine Denkweise, die das Entstehen des Krebsprozesses begreiflich macht. Das ist ein Bereich, der sich außerhalb des Feldes der mechanistischen Biologie befindet.

In seiner Untersuchung des Krebs-Prozesses fand Dr. med. Wilhelm Reich, daß die Krankheit eine echte Biopathie ist, d.h. eine Pulsationsstörung des plasmatischen Systems (bestehend aus dem autonomen Nervensystem und dem Gefäßsystem), die aus dem Vorhandensein von Panzer hervorgeht. Der Krebs umfaßt eine besondere Art der Störung im Gefühlsleben des Betroffenen.

Es muß zunächst ganz allgemein ein korrektes, funktionelles Verständnis der Beziehung zwischen genetischen (genotypischen) und emotionalen (phänotypischen) Funktionen geben. Aber das kann es nicht geben, bevor nicht die Vorgehensweise der Emotionellen Pest beim Behindern echter Krebsforschung vollständig und couragiert entlarvt wurde. Die FDA stoppte Dr. Reichs Krebsforschung in den 1940er Jahren und sie behindert funktionelle Krebsforschung heute. Erst nachdem die Emotionelle Pest bloßgestellt worden ist, wird es möglich sein, das Krebsrätsel zu entwirren.
 

Das Marihuana-Problem

Ein sicherer Hinweis darauf, daß die Emotionelle Pest ihre Hände im Spiel hat, ist, daß du der Dumme bist, egal was immer du tust. Auf die Drogenproblematik übertragen bedeutet das, daß egal, ob Marihuana legalisiert wird oder nicht, die Entscheidung destruktive Folgen hat. Wenn die Droge nicht legalisiert wird, wird ein riesiger schwarzer Markt erzeugt mit all seinen potentiell verbrecherischen Auswirkungen. Wenn sie legalisiert wird, wird unserer Jugend die Botschaft vermittelt, daß es an dieser Droge nichts auszusetzen gibt. Im ersteren Fall funktioniert die Gesellschaft in autoritärer Weise und stachelt die Rebellion unserer Jugend an. Im letzteren Fall funktioniert die Gesellschaft in einer anti-autoritären Weise und bietet nicht die Orientierung, die junge Menschen dringend benötigen.

Um das Durcheinander komplett zu machen, gibt es keine allgemeine Übereinkunft hinsichtlich der ungemein schädlichen medizinischen Auswirkungen von Marihuana. In der Tat ist diese Schädlichkeit der Grund, warum die Droge so beliebt ist und warum sie das Medikament der Wahl für viele Benutzer darstellt. Alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die kein befriedigendes heterosexuelles Leben führen, fühlen sich in unterschiedlichem Maße elend und sind voller Zorn, weil sexuelle Energie, die nicht entladen wurde, regelmäßig zu diesen Gefühlen führt. Dies ist eine klinische Tatsache, die allen medizinischen Orgonomen bekannt ist. Marihuana ist hochwirksam bei der Abstumpfung des Gefühlslebens der Nutzer und befreit sie aus ihrer sexuellen Not. Die Nichtbeachtung dieser wesentlichen Tatsache verhindert, daß das Marihuana-Problem rational und effektiv angegangen werden kann.

Blogeinträge Juni/Juli 2010

19. Juli 2010

Der arabisch-israelische Konflikt und die Emotionelle Pest

Es gibt nur zwei mögliche Ergebnisse des arabisch-israelischen Konflikts. Entweder wird Israel als demokratischer Staat im Nahen Osten überleben. In diesem Fall werden die arabischen Staaten schließlich zu Demokratien westlichen Stils werden. Oder Israel wird zerstört werden. In diesen Fall werden die reaktionären arabischen Autokratien in unbestimmte Zukunft fortbestehen.

Die vom islamischen Dschihad angewandte emotionell pestkranke Gewalt zielt beständig auf die Vernichtung Israels. Es gehört zu den Merkmalen der Emotionellen Pest, daß unabhängig davon, welche Maßnahmen als Antwort auf einen pestilenten Angriff ergriffen werden, sich das Opfer ins Unrecht setzt. Das jüngste Beispiel für diese pestilente Taktik trug sich zu, als israelische Kommandoeinheiten an Bord eines Schiffes gingen, auf dem sich Waffen und pro-palästinensische Aktivisten, deren Ziel der abgeriegelte Gaza-Streifen war, befanden. Diese Maßnahme führte zu neun getöteten Palästinensern.

Als angeblicher Grund für die Flottille wurde eine „humanitäre“ Mission angegeben. Der wahre Grund war die Einfuhr von Rüstungsgütern, um die Hamas zu bewaffnen. Eine Terrororganisation, die sich der Auslöschung Israels verschrieben hat. Aus Israelischer Sicht brachte das Aufbringen der Flottille durch die Kommandoeinheiten eine Lage mit sich, die nicht zu gewinnen war. Eine sichere Passage der Schiffe und deren Fracht zu erlauben, hätte die Lieferung an die Hamas ermöglicht und einen Präzedenzfall für die künftige Versorgung der Hamas mit immer mehr Hightech-Waffen bedeutet. Auf der anderen Seite bringt das Verhindern der Schiffsankunft das Risiko internationaler Verurteilung mit sich. Dies ist genau das, was passiert ist. Das israelische Handeln führte zu harscher Kritik an Israel aus der ganzen Welt.

Dieser Vorfall ist ein klares Beispiel für die Emotionelle Pest in Aktion. Hier beim Vorgehen islamischer Terrororganisationen gegen Israel. Die freie Welt ist völlig hilflos, wenn es darum geht, diesen Kampf wirksam zu bestehen, weil die Existenz und die Vorgehensweise der Emotionellen Pest nicht erkannt wird. Wenn diese Situation anhält, gibt es nur zwei mögliche Ergebnisse: entweder wird Israel von den islamischen Fanatikern zerstört oder die Welt wird den Ausbruch eines weiteren großen Krieges gewärtigen müssen.
 

Der Rechtstrend der türkischen Politik und die Emotionelle Pest

Von all den Gründen, die für das Abgleiten der Politik in der Türkei vom Säkularismus in den Islamismus vorgebracht werden, finden die charakterlichen Kräfte nie Erwähnung, die sich über ihren Einfluß auf die türkische Bevölkerung auf die aktuelle Weltlage auswirken. Aus charakterologischer Sicht gehören Türken in der Regel der rechten Seite des sozio-politischen Spektrums an. Die meisten Türken sind konservative Charaktere unterschiedlicher Ausprägung. Aufgrund ihrer konservativen Struktur haben sie mit den gesellschaftlichen Bedingungen ein Problem, die sich in den westlichen Ländern aus der Verschiebung hin zur extremen Linken ergeben. Es ist für Menschen mit einer konservativen Struktur, auch jenen, die in den westlichen Ländern leben, nur natürlich, wenn sie sich unter diesen gesellschaftlichen Bedingungen zur politischen Rechten hin bewegen.

Leider bietet das der Emotionellen Pest Raum, diese Situation auszunutzen. Der Ministerpräsiden der Türkei, Tayyip Erdogan, ist sich der Möglichkeiten nur allzu bewußt, die diese Lage für den Ausbau seiner politischen Macht über die Nation und die Welt bietet, wenn er den Konflikt zwischen den islamischen Ländern und dem Westen schürt.
 

Das Ziel von Präsident Obamas Politik verstehen

Um den Zweck der Handlungen eines Menschen zu verstehen, muß man auf deren Folgen bzw. Auswirkungen achten. Die Innenpolitik Obamas zielt auf die Schwächung von Amerikas Wirtschaft. Seine Außenpolitik hat zur Folge, daß die Feinde Amerikas ermutigt werden, seine Verbündeten verunsichert werden und damit seine Vormachtstellung als Weltmacht geschwächt wird. Dies erhöht die Gefahr von internationalen Konflikten, die Amerikas Macht sogar noch mehr schwächten.

Ein geschwächtes Amerika wird Obama seinem letztendlich erträumten Ziel näher bringen, dieses Land auf das Maß jedes anderen Landes der Welt zu reduzieren und es unter die Kontrolle der Vereinten Nationen zu bringen. Dieses unausgesprochene Ziel Obamas ist identisch mit dem erklärten Ziel der Kommunisten der Vergangenheit: internationaler Kommunismus unter der Kontrolle der Sowjetunion. Das ist ein weiteres Beispiel dafür, daß Obama überhaupt kein Liberaler ist, sondern ein Pseudoliberaler, und daß er und die Kommunisten aus charakterlicher Sicht identisch sind. Sein Einzug in den Mainstream der amerikanischen Linken und seine Einordnung als ein echter Liberaler erlaubt ihm freie Hand bei der Durchführung seiner zerstörerischen sozio-politischen Agenda.
 

Die sozio-politische Charakterstruktur bestimmt das ideologische Denken

In seinem Artikel „Obama’s Foreign Policy Success“ (The Wall Street Journal, 14. Juni 2010) schreibt James Rubin, daß

die Obama-Administration angespannte Bündnisse und Freundschaften auf der ganzen Welt wiederhergestellt hat, während gleichzeitig Leute wie Mahmud Ahmadineschad im Iran und Hugo Chaves in Venezuela geschwächt wurden … [Obamas] Appell zur Partnerschaft, das Befolgen internationaler Regeln für Gefangene und die Akzeptanz der Verantwortung, die mit dem Klimawandel verbunden ist, wandelte Amerika von einer einsamen Supermacht, die oft als Bedrohung für die internationale Ordnung gesehen wurde, zurück in einen unverzichtbaren Führer in Europa, Asien und dem Nahen Osten.

Die Antworten auf Rubins Artikel in den Leserbriefen, unter der Überschrift „Wir können uns nicht allzu viele dieser Art von Erfolgen leisten“, widersprachen durchweg dessen Einschätzung von Präsident Obamas Leistung.

Warum wird ein und dieselbe Wirklichkeit von den Menschen auf der Linken und Rechten politisch so vollkommen unterschiedlich wahrgenommen? Ohne eine befriedigende Antwort auf diese Frage kann es keine Hoffnung auf eine Lösung der ewigen ideologischen Konflikte zwischen Links und Rechts geben. In meinem Buch Neither Left Nor Right lege ich klinische und experimentelle Belege dafür vor, daß, wenn man den Charakterpanzer eines Menschen versteht, eine Vorhersage möglich ist, wie dieses Individuum im sozialen und im politischen Leben funktionieren wird. Mit diesem Wissen gewappnet wäre es möglich gewesen, Obama als pseudo-liberalen Charakter zu erkennen und man wäre in der Lage gewesen, sein zerstörerisches ideologisches Denken vorherzusagen, lange bevor er in ein öffentliches Amt gewählt wurde.
 

Der Unterschied zwischen dem echten Liberalen und dem Pseudo-Liberalen

Der echte Liberale und der Pseudo-Liberale können voneinander unterschieden werden, wenn man beispielsweise den Senator von Connecticut, Joseph Lieberman, der ein echter Liberaler ist, mit Präsident Barack Obama vergleicht, der ein Pseudo-Liberaler ist. Beide gehören der gleichen Democratic Party an und beide bekennen sich zu liberalen Idealen, aber es besteht ein riesiger fundamentaler, charakterologisch begründeter Unterschied in den politischen Überzeugungen der beiden Männer. Wo Lieberman pro-amerikanisch ist, ist Obama Internationalist. Wo Lieberman Nationen unterstützt, die Amerika freundlich gesonnen sind, stellt sich Obama auf die Seite der Feinde Amerikas. Wo Lieberman traditionelle Autoritäten unterstützt, gibt sich Obama den Schein Autorität zu respektieren, in der Praxis verhält er sich jedoch destruktiv gegenüber Lokalbehörden, ist anti-autoritär in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens und begünstigt die Zentralisierung der Entscheidungsebene. Wo Lieberman egalitär ist, ist Herr Obama ein elitärer Intellektueller. Wo Lieberman demokratische Ideale unterstützt, ist Obama ein Kollektivist und unterstützt sozialistische Ideale. Wo Lieberman ein politischer Idealist ist, ist Herr Obama ein politischer Aktivist.

Wie können zwei Menschen mit so unterschiedlichen Ideen der gleichen politischen Partei angehören? Diese wichtige Frage wird in meinem Buch Neither Left Nor Right diskutiert und beantwortet. Lesen Sie auch meinen Leitartikel im Journal of Orgonomy, Volume 43, Nummer 1, den ich auch auf meiner Netzseite veröffentlicht habe.
 

Die Islam-Nazi-Verbindung

In seinem jüngsten Buch The Flight of the Intellectuals argumentiert Paul Berman, daß der Islamismus nicht eine althergebrachte, sondern eine neuzeitliche politische Tendenz ist, die im Geist der brüderlichen Eintracht mit den Faschisten in Europa in den 1930er und 40er Jahren entstand, und daß diese nazistische Inspirationen sich bei den heutigen Islamisten sichtlich niedergeschlagen habe. Er stellt ferner fest, daß Analysen in Zeitschriften wie Foreign Affairs, National Interest und New Yorker durchweg abstritten, daß es eine Allianz zwischen radikalen moslemischen Gruppen und dem Nationalsozialismus gibt.

Bermans Auseinandersetzung mit der Beziehung zwischen Islamismus und Nationalsozialismus, sowie mit der harschen Ablehnung, die sein Buch durch die liberale Presse erfahren hat, wäre einfacher gewesen, wenn er Kenntnis von der soziopolitischen Charakterologie gehabt hätte, derzufolge der individuelle Charakter die primäre Determinante des Sozialverhaltens darstellt. Sowohl radikale Islamisten als auch Nazis sind emotionell pestkranke Charaktere, die der extremen Rechten des soziopolitischen Spektrums angehören. Aus diesem Grund fühlen sie sich politisch zueinander hingezogen. Liberale Kolumnisten und Schriftsteller funktionieren ausschließlich aus der oberflächlichen Schicht ihrer Charakterstruktur heraus. Sie sind unfähig das Verbindende zwischen Islamisten und Nazis zu sehen, weil sie nicht in Kontakt mit ihren eigenen biologischen Tiefen stehen. Alle Versuche, sie von dieser engen Verbindung zu überzeugen und der Destruktivität, die sich aus der Vereinigung der beiden Gruppen ergibt, muß deshalb auf taube Ohren stoßen. Diese Themen werden in meinem Buch The Emotional Plague. The Root of Human Evil behandelt.
 

Politik ist nicht die Lösung der sozialen Probleme

In ihrem Artikel „The Town Hall Revolt, One Year Later“ (The Wall Street Journal, 10.-11. Juli 2010) schreibt Peggy Noonan über den zunehmenden öffentlichen Widerstand gegen die Sozial- und Wirtschaftspolitik der Obama-Administration, wie sie in aufgebrachten Bürgerversammlungen (town hall revolts) überall im Land zum Ausdruck kommt. Sie stellt zu Recht fest, daß, nur weil die Öffentlichkeit mit der Politik der politischen Linken unzufrieden ist, das nicht bedeutet, daß die politische Rechte es verdiente am Wahltag im November 2010 einen Sieg davonzutragen.

Allerdings bewegt sich die von ihr gegebene Antwort immer noch im Rahmen politischer Lösungen, wenn sie fragt, ob die Republicans zu einer ernsthaften und offenen Debatte in der Lage seien? Wie alle, die politisch links oder rechts stehen, ist sie unfähig dieses rationalistische Paradigma zu verlassen. Was typischerweise bei diesem Ansatz fehlt, ist ein Zugang zu den zugrundeliegenden, biologisch bedingten Unterschieden im Denken der Menschen; ihrer Art und Weise des Denkens, das wirklich konstruktiven Antworten auf soziale und wirtschaftliche Probleme im Wege steht. Es fehlt auch ein Verständnis der Funktionsweise der Emotionellen Pest, die mit Sicherheit eingreift und die Destruktivität verschlimmert. Aus diesem Grunde ist das Versagen der politischen Rechten eine ausgemachte Sache, wenn sie im November 2010 mit einem Sieg an der Reihe ist.

Und so geht es von links nach rechts und wieder zurück. Nichts wird aus Fehlern der Vergangenheit gelernt und die amerikanische Gesellschaft ist in einem schlechteren Zustand als zuvor. Das ist der Gegenstand meines Buches Neither Left Nor Right.
 

Das große Ausweichen vor dem Wesentlichen in der Debatte um die Reform des Gesundheitswesens

Es ist charakteristisch für die Art und Weise, in der gepanzerte Menschen denken, daß sie stets das Wesentliche vermeiden. Die Debatte um das Gesundheitssystem ist ein gutes Beispiel. In dieser Debatte streiten die Menschen über alle Arten von nachrangigen Themen wie die hohen Kosten von Obamacare, die Sozialisierung der medizinischen Praxis und so weiter, während sie ignorieren, wie das Problem überhaupt entstanden ist: die Mechanisierung der medizinischen Praxis und damit die Zerstörung der Qualität der Arzt-Patient-Beziehung.

Mit den enormen technologischen Fortschritten in der medizinischen Praxis, die die mechanistische Wissenschaft mit sich gebracht hat, wurde die Praxis der Medizin selbst mechanisiert. Dieser Fortschritt ging damit einher, daß sich die medizinische Ausbildung von einer Naturwissenschaft zu einem Zweig der mechanistischen Wissenschaft entwickelt hat. Diese Entwicklung brachte schließlich die Zerstörung der traditionellen Arzt-Patient-Beziehung mit sich, die den Eckpfeiler der medizinischen Praxis darstellt. Wenn diese Tatsachen nicht erkannt und als das primäre Problem im heutigen Gesundheitswesen angesprochen werden, besteht keinerlei Hoffnung, jemals zu einer rationalen Lösung der Krise in der Medizin zu gelangen, die im Gegensatz zur unvermeidlichen mechanistisch-sozialistischen Lösung steht.

Abgesehen von ein paar Bereichen der medizinischen Praxis, wo mechanistische Eingriffe rational und indiziert sind, muß es grundlegende, qualitative Änderungen in der Art geben, wie Ärzte über das Leben und über Krankheitsvorgänge denken. Der menschliche Körper darf nicht weiter als eine Art Maschine betrachtet werden. Dieser neue Ansatz hat das Potential, viele Krankheiten unbekannten Ursprungs wie Krebs und Herzerkrankungen verständlich zu machen und auf diesem Wege das Leid und die Abgabenbelastung der Allgemeinbevölkerung zu senken. Um die Indoktrination angehender Ärzte im mechanistischen Paradigma zu verhindern, müssen diese Änderungen ganz am Anfang des medizinischen Lehrplans implementiert werden. Ein Beispiel eines solchen nicht-mechanistischen, funktionellen Ansatzes ist die Ausbildung in der medizinischen Orgontherapie für qualifizierte Ärzte, das vom American College of Orgonomy angeboten wird.
 

Die Zerfall der autoritären Gesellschaftsordnung

Einige der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte haben sich zugetragen, ohne daß jemand Notiz von ihnen genommen hat. Ein solches Beispiel war der abrupte Wandel und der Zerfall der amerikanischen Gesellschaft vom Autoritären zum Antiautoritären um die Mitte des 20. Jahrhunderts herum; ein Ereignis, das katastrophale Auswirkungen auf die westliche Gesellschaft hatte.

Es gibt einen fundamentalen Unterschied in der Art, wie diese Umwandlung von Menschen wahrgenommen wird, die politisch der Linken bzw. der Rechten angehören. Während die auf der Linken überhaupt keinen Sinn dafür haben, was passiert ist, sind sich die auf der Rechten dessen zumindest bruchstückhaft bewußt, etwa des Zusammenbruchs der traditionellen Familie, der Zunahme der menschlichen Destruktivität in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens und so weiter, sie sind jedoch nicht in der Lage, ein umfassendes Bild des Geschehens und seiner Hintergründe zu entwerfen. Typischerweise reagieren sie, indem sie das Geschehene beklagen und sich nach der „guten alten Zeit“ sehnen, als es noch Autoritäten gab und die autoritäre Ordnung intakt war. Ein gutes Beispiel ist der Artikel „Youth Has Outlived Its Usefulness“ von Peggy Noonan (The Wall Street Journal, 17.-18. Juli 2010), in dem die Autorin die Tatsache beklagt, daß es in der heutigen Welt keine Elder Statesmen mehr gibt, um die unerfahrenen, jungen Politiker auf der heutigen politischen Bühne beim Regieren zu beraten und anzuleiten.

Frau Noonan erkennt nicht, daß wir in einer anti-autoritären sozialen Ordnung leben. Als Ergebnis ist die traditionelle Rolle der Männer, vor allem älterer Männer, als Autoritätspersonen, die Respekt, Vertrauen und Loyalität verdienen, restlos auf der Strecke geblieben. Sie ist ersetzt worden durch die Verherrlichung der Jugend und den blinden Glauben, diese vermöchten die Welt zu retten. Die in der Biologie gründenden psychologischen Ursprünge dieses sozialen Geschehens wird in meinem Buch Neither Left Nor Right diskutiert.

Blogeinträge Mai 2010

28. Mai 2010

Das Scheitern der modernen Psychiatrie

Es gibt eine wachsende Zahl von Psychiatern, die immer unzufriedener werden mit der Richtung, die die heutige Psychiatrie, in der sich alles nur noch um Symptome dreht, eingeschlagen hat. Ein Beispiel findet sich in einem Artikel im Magazin-Teil der New York Times vom 19. April 2010, wo der Autor, ein praktizierender Psychiater, feststellt, daß Psychiater sich nicht mehr darum bemühen, die emotionalen Probleme ihrer Patienten zu verstehen. Reflexartig ordnen sie den Patienten einer der vielen diagnostischen Kategorien zu, die nur auf Symptomen basieren, und prompt finden sie die entsprechenden Medikamente, die angeblich die Symptome in Schach halten. Bei diesem Vorgehen wird der Patient und sein Gefühlsleben komplett ignoriert. Anzeichen einer befriedigenden Erklärung dafür, wie es zum Niedergang der psychiatrischen Praxis kommen konnte, gibt es nicht. Dies liegt daran, daß Wilhelm Reichs Beiträge zur Psychiatrie konsequent vom psychiatrischen Establishment ignoriert wurden. Eine sorgfältige Prüfung seiner Entdeckungen durch jeden ernsthaften Studenten der Psychiatrie wird zeigen, daß seine Entdeckungen, – zu denen die physikalische Energie gehört, die alle biologischen Funktionen bestimmt (die biologische Orgonenergie), die Existenz von Energieblockaden, der Panzer des Menschen, die das Strömen dieser Energie behindern, was zu psychischen und körperlichen Krankheiten führt, und die Orgasmus-Funktion, die die biologische Energiewirtschaft des Organismus reguliert – die lang gesuchte Lösung darstellen, um die Psychiatrie auf eine naturwissenschaftliche Grundlage zu stellen. Ohne ein tiefgreifendes Verständnis dieser fundamentalen biologischen Funktionen war es nur eine Frage der Zeit, bis die Psychiatrie zu dem gegenwärtigen Zustand entartete.

 

Wir sollten unsere politischen Leidenschaften bändigen

In seinem Kommentar „The Limits of Policy“ (New York Times, 4. Mai 2010) kommt David Brooks zu dem Schluß, daß wir alle ruhiger werden sollten, was die Bedeutung der Politik in unserem Leben betrifft.

Die meisten Vorschläge, über die wir so grimmig streiten, haben nur marginale Auswirkungen darauf, wie wir leben … Was zählt sind historische Erfahrungen, kulturelle Einstellungen, Erziehungsmethoden, die Art der Familiengründung, Zukunftserwartungen, Arbeitsethik und die Qualität der sozialen Bindungen.

Obzwar Brooks darin recht hat, daß Politik nicht die Antwort ist, bleiben folgende Fragen offen: Warum halten so viele hartnäckig an der Politik fest, um Lösungen zu finden? Und warum verwandelt sich praktisch jede soziale Frage in einen politischen Kampf zwischen der Linken und der Rechten? Dies sind einige der Fragen, die mein Buch Neither Left Nor Right behandelt. Die Antwort lautet zum Teil, daß im Laufe der Jahrhunderte die Menschen schon immer nach außen blickten und nach äußeren Ursachen suchten, um Antworten auf ihre individuellen und sozialen Probleme zu finden, wobei sie die Schuld dieser oder jener Gruppe oder Institution gaben. In der Vergangenheit richteten sich die Menschen nach der Religion. Heute haben viele Menschen die Religion aufgegeben und sich der Politik zugewandt. Die Linke beschuldigt die Rechte und die Rechte beschuldigt die Linke. Neither Left Nor Right erklärt, daß das Vorhandensein des menschlichen Panzers, der innerhalb der Menschen wirksam wird, die Menschen von der Einsicht abhält, daß viele der Probleme, mit denen sie in ihrem Leben konfrontiert werden, nicht das Ergebnis externer, sondern interner Kräfte sind, die sich in ihrem Inneren entfalten.

 

Die sozio-politische Rotverschiebung

Mit „Rotverschiebung“ wird die Verschiebung der Spektrallinien von Sternen zum roten Ende des Spektrums hin bezeichnet. Die sozio-politische „Rotverschiebung“ bezieht sich auf die Verschiebung der politischen Mitte in Richtung des linken Randes. Vorstellungen und Handlungen, die vor nur 50 Jahren als Mainstream des politischen Denkens betrachtet wurden, werden jetzt als Hirngespinste von Rechtsextremen abgetan. Nehmen wir als Beispiel die folgende kürzlich gemachte Aussage des australischen Premierministers Kevin Rudd:

Moslems, die unter der Scharia des Islam leben wollen, wurde gesagt, sie sollten Australien verlassen, während die Regierung gleichzeitig Radikale mit der Absicht ins Visier nimmt, mögliche Terroranschläge abzuwenden… „Einwanderer, nicht Australier, müssen sich anpassen… Basta! Ich bin es leid, daß sich dieses Land Gedanken darüber macht, ob wir einige Leute oder ihre Kultur beleidigen. Seit den terroristischen Anschlägen auf Bali haben wir einen Anstieg der Patriotismus bei der Mehrheit der Australier erlebt. Diese Kultur hat sich über zwei Jahrhunderte aus den Kämpfen, den Hinterlassenschaften und den Siegen von Millionen von Männern und Frauen, die Freiheit suchten, entwickelt. Wir sprechen hauptsächlich Englisch, nicht Spanisch, Libanesisch, Arabisch, Chinesisch, Japanisch, Russisch oder irgendeine andere Sprache. Deshalb, wenn Sie ein Teil unserer Gesellschaft werden wollen, erlernen Sie die Sprache! … Wir werden Ihren Glauben akzeptieren und ihn nicht hinterfragen. Alles, was wir verlangen, ist, daß Sie unseren Glauben akzeptieren und in Frieden und Harmonie mit uns leben. Das ist unser Staat, unser Land und unser Lebensstil und wir bieten Ihnen jede Gelegenheit, um all das zu genießen. Aber wenn Sie sich dazu entschlossen haben, sich zu beschweren, zu jammern und über unsere Flagge, unser Gelöbnis, unseren christlichen Glauben, unsere Lebensweise zetern, empfehlen ich Ihnen doch sehr, sich eine andere große australische Freiheit herauszunehmen, ‚das Recht zu gehen‘. Wenn Sie hier nicht glücklich sind, dann gehen sie. Wir haben Sie nicht gezwungen, hierher zu kommen. Sie baten darum hier zu sein. Akzeptieren Sie also das Land, das sie ausgewählt haben.”

Die sozio-politische Rotverschiebung wird in meinem Buch The Emotional Plague. The Root of Human Evil diskutiert.

 

Die emotionale Dynamik zwischen den Islamo-Faschisten und den westlichen Liberalen

Jeder erfahrene Psychiater kann vorhersagen, was bei einer Interaktion zwischen zwei Menschen geschehen wird, in der der eine sadistische und der andere masochistische Neigungen aufweist: die sadistische wird sich gegenüber der masochistischen Person in aggressiver und destruktiver Weise verhalten. Jeder gut ausgebildete Sozialpsychologe kann voraussagen, was sich zwischen zwei Gruppen zutragen wird, wenn die eine Gruppe sadistische und die andere masochistische Neigungen hat: die sadistische wird sich in einer aggressiven und destruktiven Weise gegenüber der masochistischen Gruppe verhalten.

Das ist genau die Situation, die zwischen einer blutrünstigen Gruppe existiert – die sadistischen Islamo-Faschisten – und den masochistischen „friedliebenden“ Liberalen des Westens. Die islamischen Terroristen predigen den Dschihad gegen den Westen, während sich Präsident Obama noch nicht einmal in der Lage sieht, den Begriff Islamo-Faschismus zu benutzen oder zu bestätigen, daß sich Amerika überhaupt in einem Krieg mit dem Islamo-Faschismus befindet.
Während die Islamo-Faschisten mit ihrer Haßrhetorik über die westliche Welt herziehen, ziehen sich die Liberalen hilflos und passiv an allen Fronten zurück. Nach Aussage eines Dschihadisten „wird der Dschihad so amerikanisch wie Apfelkuchen und so britisch wie der Nachmittagstee“. Die passive Reaktion der westlichen Liberalen ermutigt die Islamo-Faschisten sich immer herausfordernder gegenüber ihrem Opfer zu verhalten.

Wenn sie sich weiter entfalten darf, schafft diese sadomasochistische Beziehung zwischen den Islamo-Faschisten und den westlichen Liberalen eine sehr gefährliche Lage, die fatale Folgen nicht nur für den Westen, sondern für die ganze Welt haben wird. Das Thema wird in Kapitel VII meines Buches Neither Left Nor Right diskutiert.

 

Was geschieht mit der Türkei?

Bei all den Gründen, die Bret Stephens in seinem Artikel „What Is Happening to Turkey?“ (The Wall Street Journal, 11. Mai 2010) für die aktuellen Ereignisse in der Türkei angibt, findet sich keine Erwähnung der wichtigsten Determinante des menschlichen Sozialverhaltens: die sozio-politische Charakterstruktur der Menschen (siehe den Abschnitt über die sozio-politische Charakterologie in meinem Buch The Emotional Plague. The Root of Human Evil). Die politische Mitte in der Türkei liegt irgendwo rechts von der Mitte und die sozio-politische Charakterstruktur der meisten Türken ist auf der rechten Seite verortet. Sie ist in unterschiedlichem Maße konservativ.

Im Gegensatz dazu hat sich das politische Zentrum in Amerika, vor allem seit der Wahl Obamas ganz nach links verschoben. Aus Sicht der meisten Türken, die nicht aus erster Hand über die aktuelle Situation in den Vereinigten Staaten informiert sind, wird Amerika von der extremen Linken dominiert und motiviert. Diese Sicht auf Amerika versetzt die meisten Türken in Angst, sie fühlen sich hinsichtlich Amerika und seinem Verbündeten Israel unwohl (Amerikas Beliebtheitsgrad bei Türken liegt bei etwa 14%) und wenden sich lieber ihren moslemischen „Brüdern“ auf der äußersten Rechten, etwa in Syrien, zu.

Ohne ernsthafte Berücksichtigung der charakterlichen Faktoren, die das Verhalten des Menschen antreiben, müssen alle Versuche, ein vollständiges Verständnis der Soziopolitik zu erlangen, etwa was die aktuelle Verschlechterung der Beziehungen zwischen Amerika und dem türkischen Volk betrifft, Spekulation bleiben.

 

Die Emotionelle Pest lebt davon, im Verborgenen zu bleiben

Die Titelgeschichte des Wall Street Journal vom 18. Mai 2010 zeigt ein Photo des brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silvia, des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad und des türkischen Ministerpräsidenten Recap Tayyip Erdogan, die sich alle lächelnd umarmen, um ein Tauschgeschäft mit Kernbrennstoff zwischen dem Iran und Brasilien zu feiern. Als angeblichen Grund für diesen Schachzug wird angegeben, man wolle „Frieden und Entwicklung mittels Dialog schaffen“. Der wahre Grund ist das Zusammentragen politischer Unterstützung von anderen Nationen, zur Blockade der von Amerika geführten UN-Sanktionen gegen den Iran und dessen Bemühungen, ein Nukleararsenal aufzubauen.

Dies ist ein klassisches Beispiel für die Emotionelle Pest in Aktion: der vorgebliche Grund, der für eine Handlung angegeben wird, und der wahre Grund stimmen nie überein. Doch ohne Kenntnis von der Existenz und der Vorgehensweise der Emotionellen Pest steht die freie Welt deren Destruktivität völlig hilflos gegenüber und hat ihr nichts entgegenzuhalten. Das Problem ist, daß diese Seuche die Gesellschaft verwüsten kann, indem sie außerhalb des Blickfeldes der Menschen bleibt. Der Grund dafür, warum diese Krankheit verborgen bleibt, wird in meinem Buch über die Emotionelle Pest diskutiert, The Emotional Plague. The Root of Human Evil.

 

Der Vertrauensverlust der amerikanischen Wähler

Dem Artikel „Voters Faith Deficit Widens“ im Wall Street Journal vom 25. Mai 2010 zufolge ist es zu einem Vertrauensverlust der Öffentlichkeit in die Institutionen Amerikas gekommen, wie Großindustrie, Banken, dem Congress, dem Obersten Gerichtshof und auch der Regierung.

Der Grund für diese Entwicklung kann ohne Kenntnis der Funktionsweise von Emotioneller Pest und Soziopolitik nicht zufriedenstellend entschlüsselt werden. Um 1960 gab es einen Wandel in der amerikanischen Gesellschaftsform von autoritär zu anti-autoritär. Dies ging einher mit dem Durchbruch enormer Mengen von destruktiven Impulsen in der jüngeren Generation – Äußerungsformen der Emotionellen Pest –, zunächst kam es als Haß gegen jedwede Autorität zum Ausdruck und später, als diese jungen Menschen heranwuchsen und selbst zu Erwachsenen wurden, als impulsives oder psychopathisches Verhalten. Einige dieser Leute wurden die Gewerkschaftsführer, die Geschäftsführer großer Konzerne, die Politiker, die Banker, die heute überall einflußreiche Positionen bekleiden. Wir wissen, daß emotionell Pestkranke sich zu Zentren der Macht hingezogen fühlen, wegen ihres Bedürfnisses über Menschen Kontrolle auszuüben. Die anti-autoritäre Umgestaltung der Gesellschaft machte es der Emotionellen Pest leicht, sich überall in Institutionen der Macht in Gestalt psychopathischen Verhaltens auszubreiten. Dies führte zu der weitverbreiteten Korruption dieser Organisationen, gefolgt vom Vertrauensverlust der Menschen, den wir heute beobachten. Dieses Thema wird in meinem Buch Neither Left Nor Right behandelt.